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10 Dinge, die du über das Oktoberfest wissen musst

Am 20. September beginnt in München das 181. Oktoberfest (Edit: 2015 beginnt das 182. Oktoberfest am 19. September). Ich war vor drei Jahren zum letzten Mal dort und freue mich nun wie Bolle, dass ich dieses Jahr endlich wieder hinfahren werde. Mein Dirndl hängt frisch gewaschen und gebügelt im Schrank und freut sich genau wie ich darauf, wieder einmal ausgetragen zu werden. Es kann losgehen! Damit auch dein Oktoberfestbesuch ein voller Erfolg wird, habe ich dir hier meine 10 ultimativen Tipps für die Wies’n zusammengestellt.

1. So kommst du ins Festzelt: Der bequeme Weg

Es gibt zwei Varianten, auf dem Oktoberfest ins Festzelt zu kommen. Die bequeme lautet: reservieren. Das kostet in der Regel nichts – außer Mindestverzehr – und du kannst innerhalb der Zeit, die du reserviert hast, kommen, wann du willst. Du sitzt dann an einem etwas kleineren Tisch am Rand der Bierzeltgarnituren oder auf einem Balkon (ja – die Bierzelte sind zweistöckig und haben Balkone). Die schlechte Nachricht: Wenn du dieses Jahr noch aufs Fest willst, kommst du mit deiner Reservierung ungefähr ein Jahr zu spät. Es sei denn, du bist bereit, bei eBay mehrere tausend Euro hinzulegen. Ein Tisch für zehn Personen inklusive Wertmarken für zwei Maß Bier und ein halbes Hendl kostet im Moment um die 3.000 Euro. Der Verkauf der Reservierung ist übrigens nicht illegal.

Tipp: 
Jetzt schon an nächstes Jahr denken und rechtzeitig die Fahrt nach München planen.

Wegen Überfüllung gesperrt: Das Schottenhamel. Foto von Sanfamedia

2. So kommst du ins Festzelt: Der andere Weg

Wenn du keinen Tisch reserviert hast, lohnt es sich früh aufzustehen – insbesondere an den Wochenenden. Die Zelte öffnen um 9 Uhr, und je nachdem wann du da bist, haben sich bis zu diesem Zeitpunkt schon lange Schlangen vor den Zelten gebildet. Rein geht’s nur, bis das Zelt voll ist, was innerhalb von wenigen Minuten der Fall sein kann. Danach kommst du nur noch mit Reservierung rein. Nachkommen oder sich für den Nachmittag irgendwo verabreden, ist schwierig bis unmöglich – gerade an Freitagen und am Wochenende sind die Zelte spätestens ab mittags dicht. Und wer einmal draußen ist, kommt nicht so schnell wieder rein. Richte dich also auf einen langen Aufenthalt im Festzelt ein.

Tipp:
Unter der Woche gehen. Am besten freitags. Denn dann kommst du vormittags noch problemlos ins Zelt und nachmittags und abends ist die Oktoberfest-Stimmung ausgelassener als von Montag bis Donnerstag.

Lebkuchenherzen. Foto von Markus Spring

3. Die Zeltwahl auf dem Oktoberfest

Welches Zelt darf’s denn sein? Auf dem Oktoberfest hast du die Auswahl zwischen 14 großen Festzelten: Marstall, Armbrustschützen-Festhalle, Hofbräu-Festzelt, Hacker-Festzelt, Schottenhamel, Winzerer Fähndl, Schützen-Festzelt, Käfer’s Wies’n-Schänke, Weinzelt, Löwenbräu-Festhalle, Bräurosl, Augustiner-Festhalle, Spätenbräu-Festhalle und Fischer-Vroni buhlen um deine Gunst. Auf dem Festgelände verteilt gibt es auch noch kleinere Festzelte. Doch die echten Oktoberfest-Partys finden in den großen Zelten statt. Der Schottenhamel ist das wohl bekannteste Zelt, denn hier wird mit dem Fassanstich traditionell das Oktoberfest eröffnet. Wer Promis sehen will, ist in Käfer’s Wies’n-Schänke gut aufgehoben und im Bräurosl soll die Stimmung am besten sein.

Tipp:
Mir gefällt das Hacker-Festzelt am besten – von Münchnern wird es auch „Der Himmel der Bayern“ genannt.

Hacker-Pschorr: Himmel der Bayern.

4. Wie du aus dem Zelt kommst, ohne es zu verlassen

Falls du wie ich gerne mal eine Zigarette zum Bier rauchst: Im Zelt darf nicht geraucht werden. Dafür gibt es Außenbereiche – Balkone und Biergärten. Dort kannst du natürlich auch hingehen, wenn dir von der bierseligen Stimmung im Zelt mal nach frischer Luft ist.

Tipp:
Manche Zelte haben ihre Biergärten nach Süden hin ausgerichtet. Dort kannst du bei gutem Wetter wunderbar die Herbstsonne genießen!

Die Fahrgeschäfte müssen bis nach dem Festzeltbesuch warten – aber vom Biergarten aus kannst du sie vielleicht sehen. Foto von Raging Wire

5. Liedtexte lernen

Wenn du es um 9 Uhr ins Zelt geschafft hast, geht es dort leider noch nicht los. Musik und Bierausschank starten auf dem Oktoberfest erst um zehn – zumindest unter der Woche. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich um diese Uhrzeit noch keine Partystimmung breit macht. Sei unbesorgt: Erste A-cappella-Gesänge wirst du früher hören als dir lieb ist. Ballermann-Hits und Karnevalsschlager werden auch auf dem Oktoberfest gerne und häufig gespielt. Vorher auswendig lernen ist nicht notwendig. Das ist die Art von Musik, die man in Kombination mit Alkohol nach 20 Sekunden mitsingen kann.

Tipp:
Falls du Helene Fischers „Atemlos“ jetzt noch nicht auswendig kannst, dann spätestens nach deinem Festbesuch. (Edit: Wirst du vermutlich auch 2015 noch hören… Aber hoffentlich nicht mehr so häufig.)

6. Es ist okay, um 10 Uhr morgens Bier zu trinken!

Du glaubst, du kannst um 10 Uhr noch kein Bier trinken? Doch, du kannst. Und im Nachhinein wirst du froh sein, dass du es getan hast, denn die Stimmung kocht auf dem Oktoberfest ziemlich schnell ziemlich hoch. Und dass Schlager und Ballermann-Hits an der Tagesordnung sind, habe ich ja schon gesagt. Kleinere Maße als den Maßkrug gibt es übrigens nicht, aber du kannst natürlich auch Radler oder nicht-alkoholische Getränke bestellen.

Tipp:
Ein Liter Bier ist ziemlich viel. Den müsstest du schon ziemlich schnell trinken, um ihn nicht schal werden zu lassen. Die letzten zwei fingerbreit kannst du getrost im Glas lassen, wenn du dir eine neue Maß bestellst.

Maßkrüge. Photo by Yuting Hsu

7. Trinkgeld und Getränkepreise

Du magst kein Bier? Kein Problem. Im Weinzelt gibt es auch Wein, Sekt und Champagner. Nicht im Maßkrug, dafür aber in der Ein-Liter-Flasche. Beim Bezahlen solltest du – egal was du bestellst – darauf achten, ein ordentliches Trinkgeld hinzulegen. Schonmal zehn Maßkrüge auf einmal getragen? Acht Stunden am Tag? Drei Wochen lang? Für die Bedienung ist das Oktoberfest ein gutes Geschäft, aber auch knallharte körperliche Arbeit. Wer auf der Wiesn gutes Trinkgeld gibt, wird schneller bedient, so einfach ist das.

Tipp:
Zwei Euro Trinkgeld sollten drin sein, am Anfang vielleicht auch drei. Beim letzten Order kannst du auch einfach aufrunden. Eine Maß Bier kostet übrigens in diesem Jahr je nach Zelt zwischen 9,80 Euro und 10,10 Euro. (Edit: Wie jedes Jahr sind die Bierpreise auch in diesem Jahr wieder ein wenig gestiegen. 2015 kostet die Maß zwischen 10,10 Euro und 10,40 Euro.)

Eine Oktoberfest-Bedienung trägt Bier. Foto von Christian Benseler

8. So findest du das perfekte Dirndl

Ein Dirndl sitzt perfekt, wenn es sich etwa eine Größe zu klein anfühlt. Unter dem Dirndl trägt man eine kurzärmlige, weiße Rüschenbluse, die das Dekolleté umrahmt. Das kann übrigens ruhig ein bisschen tiefer sein und die Brüste werden üblicherweise gepusht. Traditionelle Dirndlfarben sind Rot, Blau, Dunkelgrün und ein zartes Rosa. Heute gibt es zwar alle Farben, die man sich denken kann – auch Neongelb und Quietschtürkis, aber mit den oben genannten Farben bist du auf dem Oktoberfest auf der sicheren Seite. Die Haare trägst du am besten geflochten.

Tipp:
Du solltest darauf achten, dass dein Dirndl nicht zu lang ist, damit du beim Tanzen auf den Bierbänken nichts umwirfst. Außerdem ist ein unempfindlicher Stoff von Vorteil.

Egal, wie lang deine Haare sind, mach dir Zöpfe! Foto von nothing to hide

9. Für die Männer: So kleidest du dich wie ein Profi

Als Mann bist du mit Lederhosen und Karohemd gut bedient – eine Wollweste und eventuell ein Filzhut runden das Outfit ab. Die Socken solltest du dir außerdem über die Waden ziehen.

Tipp:
Wenn du keine Lederhose hast, tut’s auch eine kurze Hose in braun, schwarz, grau oder dunkelgrün. Mit Hosenträgern, versteht sich.

So sehen echte Bayern aus. Foto von Sharpals

10. Und weiter gehts: Die Afterparty

Nutze die Zeit nach dem Festzeltbesuch für einen Bummel über die Wies’n. Neben den großen Festzelten gibt’s dort nämlich noch eine Menge zu sehen. Rummel und Fahrgeschäfte, Lebkuchenherzen und Zuckerwatte und kleinere Zelte, Festzüge, Böllerschießen und so weiter.

Tipp:
Je nachdem, wie viele Maß du getrunken hast, solltest du dir eine Fahrt mit dem Fünfer-Looping gut überlegen. Ich spreche aus Erfahrung.
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... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

8 Kommentare

    • Hallo Andreas,

      ich glaube, mit dieser Meinung bist du auf keinen Fall alleine. Und ich kann es sogar ein bisschen nachvollziehen – fahre aber trotzdem sehr gerne auf die Wiesn. Was mich allerdings wirklich stört: Mittlerweile gibt es überall Oktoberfeste. Jedes Dorf und jeder Baumarkt ist in den letzten zehn Jahren auf den Zug aufgesprungen. So ein reines Kommerz-Oktoberfest wäre für mich nichts.

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