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Agia Kiriaki. Eine Momentaufnahme

Zwei kleine Fischerboote schaukeln im Hafen von Agia Kiriaki sanft auf den Wellen. Sie sehen alt aus, fast ein bisschen so, als seien sie gar nicht mehr in Gebrauch. Hier und da blättert der Lack ab. In einem der Boote liegt ein Fischernetz, in dem anderen erkenne ich Gummistiefel und einen Hut. Wenige Schritte später sehe ich ein Boot, das umgedreht an einer Steinmauer liegt. Es ist verlassen. Oder wartet es nur darauf, dass jemand kommt und sich um all die Löcher und den Lack kümmert?

Im Hafenbecken tummeln sich tausende kleiner Fische. In Schwärmen huschen sie zwischen den dort festgemachten Kähnen hin und her. Ihre silbernen Schuppen reflektieren das Licht der Sonne. Der Hafen glitzert. Es ist Sommer in Griechenland. Keine Wolke zeigt sich am Himmel. Es ist Mittag und es ist warm. Wohl auch deshalb zeigt sich niemand auf der Straße. Auf dem Meer sowieso nicht, gefischt wird morgens und abends.

Der Fisch wird dann verkauft an die Märkte der Region. Er kommt zum Beispiel von Agia Kiriaki nach Argalasti, wo dicke Mütterchen in schwarzen Kleidern auf dem Wochenmarkt um die Kilopreise feilschen. Dann landet er irgendwo auf dem Teller. Nicht auf meinem, ich habe eine Fischallergie. Deshalb muss ich das Angebot von Marta auch ausschlagen, die mir in ihrer kleinen Kneipe das Beste auf den Teller legen will, das sie in der Küche hat. Stattdessen bekomme ich Gemüsebratlinge mit Schafskäsecreme. Mein Griechisch-Wortschatz beschränkt sich auf ungefähr zehn Worte. Es reicht, um mich überschwänglich für das Essen zu bedanken, ehe ich weiterziehe durch ein Örtchen, das irgendwie aus der Zeit gefallen ist.

Es ist so ruhig hier, an der südlichsten Spitze der Halbinsel Pilion, dass es fast schon unwirklich ruhig wirkt. Ich befinde mich in etwa auf halbem Weg zwischen Thessaloniki und Athen in einer der weniger bekannten Regionen des Landes. Das Pilion hat sich eine entspannte, gemütliche Lebensweise beibehalten. Es ist weniger hektisch als fast überall sonst im Land.

Eine Momentaufnahme.

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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