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Noord: Eine Liebeserklärung an Amsterdams Hipsterviertel

Es war einmal eine Stadt. Diese Stadt hieß Amsterdam. Es war eine sehr schöne Stadt, sie hatte wunderschöne Grachten und hunderte kleine Kanäle. Die Menschen liebten diese Stadt, aber sie war eng. Sie erinnerte ein bisschen an ein Museum, in das eigentlich nur noch Touristen kamen und in dem sich nicht viel veränderte, außer dass in ihren Museen die Ausstellungen wechselten. Obwohl, oder vielleicht weil sie diese Stadt liebten, zog eine Gruppe junger Menschen aus auf der Suche nach Freiraum. In Amsterdam Noord fanden die jungen Menschen das, was sie suchten.

Seit diesem Zeitpunkt hat Amsterdam eine andere Seite. Die liegt auf der anderen Seite des Ij-Flusses. Einen selbst gemachten Stadtteil nennt sie sich, diese Stadt in der Stadt, der man das Industriegelände, das sie einst war, deutlich ansieht. Mit der Fähre kommen die Besucher hinüber, vom alten Amsterdam ins neue, ganz andere Amsterdam.

Amsterdam Noord ist die Heimat der Kreativen

Der neue Stadtteil hat sich aus dem Ei gepellt. Hier gibt es zwar keine Kanäle, keine Grachten und schon gar keine schmalen, eng stehenden Wohnhäuser. Hier erinnert nicht viel an das, was es auf der anderen Seite des Flusses zu sehen gibt. Hier stehen riesige Hallen, alte Schiffswerften, viele noch im Verfall begriffen, andere schon gerettet und liebevoll restauriert.

Hier servieren Szenecafés wie das Noorderlicht Café oder das Restaurant Pllek in rustikaler Loft-Atmosphäre Biolimonaden und Vollkornkuchen für die Hipster, die auf Amsterdams größtem und besten Flohmarkt nebenan eben noch nach alten Schätzen gegraben haben. Künstler haben sich in Containern und alten Lagerhallen Ateliers gebaut.

Ausstellungen und Partys dauern bis tief in die Nacht. Wer dann nicht mehr zurück möchte, kann gleich im Botel schlafen, dem Schiff, das heute ein Hotel ist. Oder einchecken im schicken Double Tree (ehemals Brooklyn Boutique Hotel), dessen Umgebung einen ganz anderen Charme versprüht als die Innenstadt.

Wer wie die, die auszogen, ein neues Amsterdam zu errichten, den Menschenmassen im alten Amsterdam entfliehen will, muss sich auf den Weg machen in Richtung Hauptbahnhof. An dessen Hinterseite legt die Fähre zur alten NDSM-Werft ab. Das Gelände lässt sich am besten mit dem Rad erkunden. Und das lässt sich auf der Fähre mitnehmen – kostenlos.

Mehr Infos über Veranstaltungen in Amsterdam Noord gibt es auf der Homepage der NDSM-Werft und bei ilovenoord.

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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