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Gedrucktes Fernweh: Lesestoff für Reisefreunde

Es gibt Herbsttage, da gibt es nichts schöneres, als sich mit einem guten Buch oder einer Zeitschrift auf der Couch zusammenzurollen und Geschichten von fernen Ländern zu lesen. Hier kommt meine kleine Reise-Leseliste für graue Tage und lange, dunkle Abende. Lass dich inspirieren!

The Travel Episodes. Geschichten von Fernweh und Freiheit

Eine Reise beginnt im Kopf. Wir sind neugierig auf das Unbekannte, wollen erfahren, wie Leben und Alltag in anderen Ländern aussehen. Freiheit und Abenteuer locken uns in die Welt. Wer dem Ruf folgt, der kommt fast immer mit außergewöhnlichen Geschichten im Gepäck zurück. Johannes hat die schönsten davon in einem Buch zusammengestellt. 21 verschiedene Autoren erzählen in 30 Episoden von abwegigen Landpartien, gewagten Unterfangen und inneren Stimmen. Marianna berichtet aus Bangladesch, Ariane geht in Ecuador das Geld aus und Aylin und Stefan machen sich Gedanken über das Nachhausekommen.

In den Geschichten geht es wahlweise trampend, in Geländewagen und mit Militäreskorte durch Pakistan, in rostigen Toyota Kombis durch Somaliland, im Unimog von München nach Wladiwostock oder mit Zug und Schiff durch Burma – das Reisen, das Zurücklegen eines Weges spielt eine große Rolle in den Geschichten. Denn schließlich wäre das Reisen ohne Bewegung kein Reisen, ob nun im Kopf oder real.

Dieses Buch liegt seit seinem Erscheinungstermin auf meinem Nachttisch und immer wieder lese ich mich darin fest – auch wenn ich die Geschichten schon längst kenne, sind sie immer wieder lesenswert.

Johannes Klaus: The Travel Episodes, Malik, 15 Euro.

Am 1. Dezember erscheint Band II der Travel Episodes! Das Buch kann jetzt schon vorbestellt werden, damit es pünktlich ankommt. Zum Beispiel hier.

Couchsurfing im Iran

Stephan Orth ist durch den Iran gereist. Allerdings nicht so, wie man das normalerweise macht, Hotels, geplante Rundreise und so. Stattdessen hat er es mit Couchsurfing versucht – und dabei nicht nur Schlafgelegenheiten gefunden, sondern auch Menschen, die gegen alle Regeln des Staates im Geheimen einen ganz anderen Lebensstil pflegen als den vorgegebenen. Solche, die selbst destillierten Rosinenschnaps trinken und solche, die deutsches Fernsehen empfangen, um Deutsch zu lernen. Weil dieser Lebensstil – genau wie Couchsurfing – strengstens untersagt ist, ist die gesamte Reise ein großes Abenteuer. Das macht das Buch äußerst spannend zu lesen.

Stephan Orth: Couchsurfing im Iran, Malik, 14,99 Euro.

Slow Travel. Die Kunst des Reisens

Man könnte meinen, dass Reisen ein Wettbewerb ist. Menschen schmücken sich mit immer exotischeren Zielen und prahlen mit immer extremeren Erfahrungen. Exotik, Entfernung und Extreme sind zu Maßstäben des abenteuerlichen Reisens geworden. Aber ist Abenteuer nicht eigentlich was ganz anderes? Dieser Frage geht Reiseschriftsteller Dan Kieran nach. Er plädiert für langsames Reisen, ohne Hektik, ohne Handy, ohne Verpflichtungen. Er glaubt, dass man Abenteuer nicht planen kann und dass man sie übersieht, wenn man sie sucht. „Slow Travel“ ist eine Anleitung zum Reisen, die natürlich nicht immer ganz ernst gemeint ist, aber zum Nachdenken anregt.

Dan Kieran: Slow Travel, Heyne, 9,99 Euro.

Dem Nordpol entgegen

Das Klima des Nordens ist nicht gerade gastfreundlich. Je weiter es Richtung Polarkreis geht, desto harscher ist das Wetter. Die Natur passt sich diesen Gegebenheiten an. Nicht jeder findet Freude am rauen Klima des Nordens. Wer einmal dort war, sieht den Norden mit anderen Augen. Gavin Francis beschreibt ihn in all seiner Schönheit. „Dem Nordpol entgegen“ ist aber nicht nur ein Bericht über eine mehrmonatige Reise durch Shetland, die Färöer, Island, Grönland, Spitzbergen und Lappland, sondern vermittelt auch jede Menge Wissen über die Geschichte und Kultur des hohen Nordens.

Gavin Francis: Dem Nordpol entgegen, Dumont, 14,99 Euro.

Wohnen in Grün

Streng genommen passt dieses Buch nicht ganz in diese Liste. Zumindest nicht ganz offensichtlich, weil das Buch nicht sonderlich viel mit Reisen zu tun hat. Aber weil ich nicht immer reisen und auch nicht immer draußen sein kann, hole ich mir Natur und Exotik eben in die Wohnung. Den Urban Jungle Bloggers folge ich mir schon seit langem auf Instagram. Klar, dass ich auch zuschlage, wenn deren Gründer Igor und Judith ein Buch herausbringen, das optisch mindestens genau so schön ist wie ihr Instagram-Feed. In „Wohnen in Grün“ stellen die beiden unter anderem fünf besonders schöne Wohnungen von Blumenfreunden aus Europa vor, geben praktische Tipps zur richtigen Blumenauswahl für Anfänger oder zum Vermehren von Sukkulenten und stellen zehn beliebte Zimmerpflanzen in Kurzporträts vor, darunter Palmen, Fensterblatt und Gummibaum.

Igor Josifovic und Judith de Graaff : Wohnen in Grün. Dekorieren und Stylen mit Pflanzen, Callway, 29,95 Euro

Neu auf meiner Leseliste: Frühstück mit Elefanten

Dass Gesa ziemlich gut schreiben kann, hat sie schon auf Bedouin Writer bewiesen. Dann brach sie nach Afrika auf, um sich dort zur Rangerin ausbilden zu lassen. Auf Instagram hat sie regelmäßig großartige Bilder von dort gepostet und auf Wonderful Wild weitere tolle Texte geschrieben. Gerade hat sie ein Buch über ihre Zeit in Afrika veröffentlicht. Ist bestellt.

Gesa Neitzel: Frühstück mit Elefanten: Als Rangerin in Afrika, Ullstein, 14,99 Euro.
 

Magazine ohne Ende mit Readly*

Wenn ich unterwegs bin oder nicht ganz so viel Zeit und Muße habe, ein Buch in die Hand zu nehmen, blättere ich mich am liebsten durch schöne Zeitschriften. Seit zwei Monaten teste ich jetzt die Readly-App auf dem iPad. Readly bietet eine Magazinflatrate. Für knapp zehn Euro im Monat gibt es digitalen Zugriff auf mehr als 1800 verschiedene Magazine, darunter zum Beispiel “Prime Surfing” und “Prime Snowboarding” und das “Vice Magazine”. Aus dem Bereich Reise sind zum Beispiel „Reisen Exklusiv“ und „Wohin? Dahin!“ dabei, sowie das englische “Lonely Planet”-Magazin – alle mit Zugriff auf die Archiv-Ausgaben, was ich ziemlich cool finde.

Mein Testfazit: Eigentlich geht für mich nichts über ein gedrucktes Magazin, das ich in echt durchblättern und wo ich mal was rausreißen kann, was mich besonders interessiert. Allerdings ist Readly unterwegs schon sehr, sehr praktisch, weil ich kein Papier mitschleppen muss. Wenn du es auch gerne testen möchtest, schenken Readly und ich dir einen Probemonat (das sind zwei Wochen mehr als üblich). Bekommst du hier.

Noch mehr lesen? Eine ganze Reihe Lieblings-Reisebücher von Bloggern findest du bei den Kollegen von der Reisenacht.

*Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Readly entstanden. Inhaltlich spiegelt er selbstverständlich meine Meinung wieder. Das Readly-Zeitschriften-Abo wurde mir von Readly kostenfrei zum Test zur Verfügung gestellt.

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Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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