Geschätzte Lesezeit: 13 Minuten, 30 Sekunden

Kommentare 0

In vier Wochen quer durch Nordamerika: Das kostet der Roadtrip

Kanada und die USA lassen sich am besten mit dem Auto entdecken. Benzin ist verhältnismäßig günstig, die landschaftliche Vielfalt ist groß, die Straßen sind in überwiegend gutem Zustand und gut ausgebaut, Stau gibt es nur rund um die Großstädte und günstige Schlafmöglichkeiten reihen sich entlang der Highways nebeneinander.

Ein Roadtrip quer durch den Kontinent ist für viele Nordamerika-Fans ein Traum. Doch was kostet der Urlaub in Kanada und den USA eigentlich? Im Reisekostenguide schlüssele ich das ganz genau auf.

Das Wichtigste in Kürze

In diesem Artikel findest du die detaillierten Kosten eines vierwöchigen Roadtrips von Montreal nach Vancouver für zwei Personen. Die genaue Route unserer Reise durch Kanada und die USA sowie jede Menge Tipps und Tricks findest du in diesem Artikel. Während der Reise habe ich über alle Ausgaben genau Buch geführt, sodass garantiert keine versteckten Kosten übrig bleiben. Vom Kaffee an der Tankstelle bis zur Touristenattraktion werden alle Ausgaben berücksichtigt.

Weil der Wechselkurs immer wieder schwankt, sind alle Ausgaben in der jeweiligen Landeswährung, also in US- bzw. kanadischen Dollar angegeben, und erst in der Summe umgerechnet. So bleiben die Preise über einen langen Zeitraum aktuell. Einen Wechselkursrechner, in dem du dir einzelne Preise zum tagesaktuellen Kurs umrechnen lassen kannst, findest du zum Beispiel hier.

Für die Umrechnungen in diesem Artikel liegt ein Wechselkurs von 0,887 Euro pro US-Dollar (USD), bzw. 0,687 Euro pro kanadischem Dollar (CAD) zugrunde.

Zurück zur Übersicht

Das kostet die Anreise

Flüge an die Ostküste von Kanada oder den USA sind oft für verhältnismäßig wenig Geld zu haben. Wir sind für rund 400 Euro pro Person mit Air France und KLM von Frankfurt nach Montreal und zurück geflogen. Es lohnt sich, bei der Suche mehrere Städte im Blick zu behalten, die sich als Startpunkt der Reise theoretisch anbieten, z.B. Toronto oder Boston.

Da für uns relativ spät feststand, dass wir einmal quer über den Kontinent fahren würden und unser ursprünglich gebuchter Flug nicht von Vancouver zurück nach Deutschland ging, sondern von Montreal, mussten wir einen zusätzlichen Inlandsflug zurück an die Ostküste buchen. Der hat uns (mit Air Canada) nochmal 310 Euro pro Person gekostet. Wenn du die gleiche Route fahren willst, schau unbedingt, ob ein Gabelflug günstiger ist.

Wie du immer die besten Flüge findest, erkläre ich dir in diesem Artikel: So findest du garantiert den günstigsten Flug. 8 Profi-Tipps.

Zurück zur Übersicht

Das kostet die Einreise nach Kanada, bzw. in die USA

Wer mit dem Flugzeug nach Kanada reist, benötigt ein eTA (7 CAD), wer mit dem Flugzeug in die USA einreist, benötigt ein ESTA (14 USD). Bei beiden Dokumenten handelt es sich um eine vorher zu beantragende Anmeldung der Einreise. Die Genehmigung muss spätestens bei Abreise vorliegen, begründet aber keinen Anspruch auf die Einreise. Die Erlaubnis erteilen die Behörden vor Ort.

Wer über den Landweg einreist, muss die Genehmigungen laut Auskunft des Auswärtigen Amts NICHT vorab einholen.

Die Einreise über den Landweg in die USA kostet 6 USD. Die Einreise nach Kanada kostet nicht extra.

Zurück zur Übersicht

Das kostet Autofahren

Das kostet der Mietwagen

Nordamerika eignet sich nicht nur hervorragend für ausgedehnte Roadtrips, sondern selbstverständlich auch für Roadtrips mit dem Campervan oder Wohnmobil. Wir standen also vor der Frage: Camper oder Mietwagen & Motel und haben uns für Letzteres entschieden, weil selbst die günstigste Wohnmobil-, bzw. Campervan-Variante insgesamt deutlich teurer geworden wäre.

Günstig wurde es dadurch leider nicht: Für den Mietwagen haben wir für 28 Tage 1000 CAD gezahlt. Dazu kommt allerdings die Gebühr für die Einwegmiete – 1000 CAD zusätzlich.

Gesamtkosten: Mit Steuern und Einwegmiete hat der Mietwagen, Kompaktklasse, ein Chevrolet Trax, uns 2300 CAD (1580 Euro) gekostet.

Wichtig: Bei der Wahl des Mietwagens solltest du unbedingt darauf achten, dass im Vertrag keine Kilometerbegrenzung festgelegt ist. Wenn du vorhast, die von Kanada in die USA zu fahren oder umgekehrt, solltest du dir außerdem bestätigen lassen, dass du das darfst.

Das zahlst du für Benzin

Preise für Benzin und Diesel werden in den USA in Gallonen angegeben. Eine Gallone entspricht rund 3,79 Litern und kostet im Mittleren Westen, den Great Plains und den Rocky Mountains aktuell zwischen 2 USD und 2,55 USD. Eine tagesaktuelle Spritpreisübersicht nach US-Bundesstaaten liefert die Tabelle der US Energy Information Administration.

Kanada nutzt nicht nur das metrische System zur Angabe von Entfernungen, sondern auch den Liter als Volumenmaß. Nördlich der Grenze musst du also nur noch die Währung umrechnen. Für einen Liter Sprit haben wir zwischen 1,04 CAD und 1,28 CAD gezahlt. Den aktuellen durchschnittlichen Benzinpreis findest du hier.

Was das bedeutet

Tanken ist in den USA günstiger. Umgerechnet auf den Europreis pro Liter haben wir dort zwischen 0,53 USD oder rund 47 Eurocent und 0,67 USD, bzw. 60 Eurocent gezahlt. In Kanada waren es umgerechnet in Euro zwischen 71 und 88 Cent. Tanken ist damit in beiden Ländern deutlich günstiger als in Deutschland. Den genauen Streckenverlauf findest du übrigens hier.

Gesamtausgaben für Benzin auf 8000 Kilometern, in Euro: 388.

Parkgebühren & ÖPNV

Auch wenn sowohl die USA als auch Kanada sehr autofreundliche Länder sind, bietet es sich insbesondere in den großen Städten an, ein weniger teures Hotel oder Motel etwas außerhalb zu buchen, das Auto an einem Pendlerparkplatz abzustellen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren. Die Parkgebühren auf den Pendlerparkplätzen sind gering und einige sind sogar kostenlos.

In Montreal kostet die Tageskarte für Metro und Busse der Verkehrsgesellschaft STM 10 CAD, die Dreitageskarte 18 CAD. Am Wochenende kann man damit zu zweit fahren. Parkgebühren konnten wir uns sparen, weil wir das Auto bei Bekannten abstellen durften.

In Toronto kostet die Tageskarte für Subway, Straßenbahnen und Busse der Verkehrsgesellschaft TTC 12 CAD. An den Endstationen der U-Bahn gibt es Pendlerparkplätze. Wir haben für eine Tagespauschale von 5 CAD an der Finch Station geparkt.

In Chicago haben wir sehr nah an einem Metra-Bahnhof übernachtet und sind von dort mit dem Zug in die Stadt gefahren (Wochenendticket: 8 USD, Einzelfahrt: 7,25 USD). Die Tageskarte für U-Bahnen und Busse der CTA kostet 10 USD, in Downtown kommt man aber ohne Probleme auch zu Fuß überall hin.

In Vancouver sind wir von der Scott Station in die Innenstadt gependelt. Die Tageskarte für Züge, Busse und Fähren der TransLink-Verkehrsgesellschaft kostet 9,75 CAD, das Tagesticket fürs Parken auf dem Pendlerparkplatz 3 CAD. Eine sehr gute Übersicht mit Pendlerparkplätzen findest du auf der Homepage von TransLink.

Autobahngebühren

Prinzipiell ist die Nutzung der Highways und Interstates in den USA und in Kanada kostenlos. Doch es gibt Ausnahmen. So wird etwa auf Teilen der Interstate 90 rund um Chicago und entlang des Eriesees und auf manchen Autobahnbrücken eine Gebühr fällig.

In einem guten Kartenatlas (zum Beispiel diesem von Michelin) sind die Toll Routes gesondert markiert. Du kannst sie in den meisten Fällen umfahren, wenn du einen kleinen Umweg in Kauf nimmst. Eine echte Zeitersparnis bringen die schnellen Bezahlstraßen nur Anwohnern mit eToll-Plaketten. Wenn du die nicht hast, musst du an den meisten Stellen bar bezahlen. Je nachdem, wie viel los ist, kann das bedeuten, dass du an der Zahlstation im Stau stehst.

Unsere Gesamtkosten für Autobahngebühren, in Euro: 23,30.

Zurück zur Übersicht

Das kosten Unterkünfte in Kanada und den USA

Geschlafen haben wir etwa zur Hälfte im Zelt und in Motels bzw. Hotels. Insbesondere in den Nationalparks lohnt sich das Zelten, weil Campingplätze dort deutlich günstiger sind als Zimmer. Gebucht haben wir alles vor Ort – Hotels und Motels meist einen Abend vorher über hotels.com, Zeltplätze bei Ankunft. Ausnahme: Die Zeltplätze in Lake Louise und Jasper haben wir ein paar Tage im Voraus über das Buchungssystem von Parks Canada reserviert.

Alle unten aufgeführten Kosten gelten für den gesamten Aufenthaltszeitraum.

2 Nächte Montreal: Privatunterkunft bei Bekannten.
2 Nächte Toronto: Park Inn Toronto Markham, DZ mit King-Bett, 180 CAD.
1 Nacht Erie, Pennsylvania: Sara’s Campground, Zeltplatz am Strand, 30 USD.
1 Nacht Toledo, Ohio: Day’s Inn Maumee, DZ mit King-Bett und Frühstück, 94 USD.
2 Nächte Chicago: Red Roof Inn Plus Naperville, DZ mit zwei Queen-Betten, 148 USD.
1 Nacht Houston, Minnesota: Money Creek Haven Campground, Zeltplatz, 30 USD.
1 Nacht Kennebec, South Dakota: Kennebec KOA Campground, 32 USD.
1 Nacht Custer, South Dakota: Buffalo Ridge Camp Resort, 31 USD.
1 Nacht Cody, Wyoming: KOA Cody Campground, 32 USD.
1 Nacht Yellowstone National Park: Lewis Lake Campground, 15 USD.
1 Nacht Great Falls, Montana: Comfort Inn, DZ mit King-Bett und Frühstück, 116 USD.
1 Nacht Calgary: Wyndham Garden, DZ mit King-Bett und Frühstück, 142 CAD.
3 Nächte Banff National Park: Lake Louise Campground, 93 CAD.
2 Nächte Jasper National Park: Whistlers Campground, 55 CAD.
1 Nacht Cache Creek: Canada’s Best Value Desert Inn, DZ mit King-Bett, 94 CAD.
5 Nächte Vancouver: Hampton Inn & Suites Langley, großes DZ mit King-Bett, Whirlpool (Upgrade) und Frühstück, 950 CAD.
1 Nacht Montreal: Privatunterkunft bei Bekannten

Gebühren für die Zeltplatzreservierung bei Parks Canada: 11 CAD pro Reservierung.

Auf allen Campingplätzen gibt es Picknickbänke und Feuerstellen. An manchen Plätzen musst du Feuerholz kaufen, an anderen eine Feuergenehmigung. Die beinhaltet dann das Feuerholz. Beides kostet durchschnittlich rund 6 USD, beziehungsweise 8 CAD. Die Plätze haben außerdem meist Duschen, Waschmaschinen, Trockner und Gemeinschaftsküchen. Wildzelten ist nicht erlaubt.

In Hotels und Motels sind 1 bis 2 Dollar Trinkgeld pro Nacht üblich, in schickeren Hotels auch mehr. Ähnlich wie beim Essengehen wird das sowohl in Kanada als auch in den USA einfach erwartet. Denn das Trinkgeld ist fester Bestandteil des Lohns von vielen Arbeitnehmern. Trinkgeld ist in den oben genannten Preisen nicht inbegriffen, aber in den Gesamtkosten berücksichtigt.

Gesamtkosten für Übernachtungen, in Euro: rund 1560.

Tipps: Beim Schlafen sparen

Je öfter du zeltest, desto niedriger hältst du deine Kosten.

Je weiter weg von einem Stadtzentrum du dein Hotel oder Motel wählst, desto günstiger wird es. Wenn du nicht außerhalb der Stadt wohnen und pendeln willst, ist ein Zimmer über Airbnb vielleicht das richtige für dich. Achte beim Buchen darauf, ob ein Parkplatz inbegriffen ist. Die sind in Städten nämlich sehr teuer.  Ein Doppelzimmer im Motel gibt es je nach Lage schon ab ca. 60 Euro. Die günstigsten Ketten sind Motel 6, Motel 8 und Red Roof Inn.

In der Nebensaison sind Hotels zwar günstiger, aber viele Campingplätze sind nur in den Sommermonaten geöffnet – vor allem in den Rocky Mountains, wo es im Herbst nachts schon ganz empfindlich kalt werden kann.

Zurück zur Übersicht

Das kostet das Essen in Kanada und den USA

Das Essen ist der Kostenpunkt auf dieser Liste, bei dem du am meisten sparen und am meisten ausgeben kannst. Essengehen ist in Nordamerika teuer – und der Preis auf der Speisekarte ist nie der, den du am Ende zahlst. Obendrauf kommen nämlich noch Steuern und Trinkgelder. 15 bis 20 Prozent Trinkgeld sind üblich. Weniger sollte man nur bei sehr schlechtem Service geben.

Günstiger sind Fast-Food-Restaurants, Biergärten, Diner und die Selbstversorgung im Supermarkt. In Motels gibt es häufig ein Frühstück in Form von dünnem Kaffee und süßem Gebäck wie Donuts oder Muffins, manchmal auch Waffeln, Bagel und Frischkäse und Cornflakes mit Milch.

Supermärkte gibt es überall. Die Preise unterscheiden sich teilweise extrem. Zu den günstigen Supermärkten zählt beispielsweise Walmart; am anderen Ende der Skala liegt die Biomarktkette Wholefoods, die nur ökologisch produzierte Waren verkauft. Obst und Gemüse sind generell teurer als in Europa und auch Milchprodukte sind nicht gerade billig. Die Preise für Fast Food sind ähnlich wie in Deutschland, nur das Angebot an Fast-Food-Ketten ist viel größer.

Weil die Preise sich nicht nur von Supermarkt zu Supermarkt und von Restaurant zu Restaurant unterscheiden, sondern auch von Land zu Land und Bundesstaat zu Bundesstaat – verantwortlich hierfür ist unter anderem die unterschiedliche Besteuerung – ist es sehr schwer, hier allgemeingültige, vergleichbare Preise zu nennen.

Achtung! Alle folgenden Beispiele sind nur Richtwerte für einen groben Überblick und schlicht in Dollar angegeben, ohne zwischen US-Dollar und kanadischem Dollar zu unterscheiden.

Ausgaben für Essen: Ein paar Beispiele

Filterkaffee an der Tankstelle (nicht unbedingt zu empfehlen): 1-2 Dollar
Donut und Milchkaffee, zum Beispiel bei der kanadischen Fast-Food-Kette Tim Horton: 4 Dollar
Kleines, süßes Frühstück mit Kaffee in einem Café: 5-8 Dollar

Fertiger oder selbst zusammen gestellter Salat aus dem Supermarkt: 5-10 Dollar
Poutine (kanadische Pommes mit Käse und Bratensoße) am Food-Truck: 5-8 Dollar
Burger im Pub, Biergarten oder Diner: 10-15 Dollar
Steak im Restaurant, inkl. Steuern und Trinkgeld: 25-40 Dollar

Bier in der Kneipe: 4-8 Dollar
Sixpack Bier im Supermarkt: 8-12 Dollar
Eine Flasche Sekt im Liquor Store: 18 Dollar
Eine Gallone (4 Liter) Wasser: 1-3 Dollar

Äpfel: 3-4 Dollar pro Kilo
Bananen: 2-3 Dollar pro Pfund
Kirschtomaten, 250 Gramm: 2-3 Dollar

Wir haben meist entweder im Motel gefrühstückt oder wahlweise Muffins, Cookies oder Brot mit Marmelade im Supermarkt gekauft. Mittags gab es dann ein Picknick mit Sachen aus dem Supermarkt und abends haben wir warm gegessen – meist in Cafés, Biergärten oder Fast-Food-Restaurants. Ein paarmal haben wir über unserem Lagerfeuer gegrillt und ab und zu haben wir uns einen Restaurantbesuch gegönnt.

Gesamtkosten für Lebensmittel für zwei Personen, in Euro: 1191.

Ein paar Restaurantempfehlungen findest du in diesem Artikel: Roadtrip durch Nordamerika. Die Route.

Zurück zur Übersicht

Das kosten Museen, Nationalparks und Co.

Nicht nur im Museum werden Eintritte fällig, sondern auch in den Nationalparks. Eine Übersicht über unsere Ausgaben findest du in diesem Abschnitt. Sofern nicht anders erläutert, gelten die Kosten jeweils pro Person.

In Montreal haben wir wegen schlechten Wetters und auf Anraten unserer Gastfamilie den Biodome (20 CAD) besucht, einen Kleintier-Zoo. Er befindet sich auf dem ehemaligen Olympia-Gelände und zeigt die Lebensbedingungen auf dem amerikanischen Kontinent in verschiedenen Klimazonen. Eintritt kostet auch der Besuch der Kirche Notre Dame (5 CAD) in der Altstadt.

An den Niagarafällen gehen die Parkkosten (20 CAD pro Auto) stark ins Geld. Wer etwas weiter außerhalb parkt, etwa am Skylon Tower (Tageskarte 5 CAD pro Auto), kann aber kräftig sparen. Darüber hinaus kann man in der Stadt Niagara Falls auf der kanadischen Seite der Wasserfälle ein kleines Vermögen ausgeben. Vom Aussichtsdeck des Skylon-Towers (15 CAD) ist die Aussicht genial und der „Journey Behind the Falls“ (20 CAD) führt näher an den Wasserfall als die Bootstour (20 CAD). Niagara Falls selbst ist eine trashige Mischung aus Kirmes und Vergnügungspark. Wenn du auf Geisterbahnen, Spiegelkabinette und dergleichen stehst, hast du hier noch mehr Möglichkeiten, dein Geld loszuwerden.

Zwischen Toledo und Chicago haben wir einen Zwischenstopp im Warren Dunes State Park (9 USD) gemacht. Genau wie die Nationalparks kosten auch die State Parks Eintritt. Gezahlt wird pro Auto. Die Pässe sind meist mehrere Tage lang gültig und gelten dann für alle State Parks eines amerikanischen Bundesstaats.

In Chicago haben wir eine sehr informative, 90-minütige Architektur-Bootstour (37 USD) gemacht und uns auf die Plexiglas-Aussichtsplattform im Willis Tower (20 USD) getraut. Ansonsten gibt es in der Stadt vieles, was man sich kostenlos ansehen kann, z.B. das sehr schön gestaltete Seeufer und die berühmte Bohne aka „Cloud Gate“ des britischen Künstlers Anish Kapoor.

Zwischen Chicago und den Rocky Mountains haben wir Zwischenstopps im Badlands National Park (15 USD pro Auto), am Mount Rushmore (11 USD pro Auto) und im Custer State Park in den Black Hills (20 USD pro Auto) gemacht.

Der Pass für den Yellowstone National Park (30 USD) ist sieben Tage lang gültig und wird pro Auto gezahlt. Wer länger bleiben will oder außer dem Yellowstone und dem Badlands National Park noch weitere Nationalparks besuchen möchte, für den lohnt sich unter Umständen der Jahrespass (80 USD). Dieser sogenannte Interagency Annual Pass gilt ein Jahr lang in allen US-Nationalparks und National Historic Sites, nicht aber in State Parks. Er ist nicht an das Autokennzeichen gebunden, sondern an den Namen – es können zwei Namen eingetragen werden, dadurch ist der Pass auch übertragbar.

In Kanadas Nationalparks zahlt man nicht pro Auto, sondern pro Person und pro Tag. Den Banff National Park (9,80 CAD) kann man zwar ohne Genehmigung durchqueren, allerdings darf man ohne entsprechenden Pass das Auto nirgends abstellen. Es wird kontrolliert. Auch am Campingplatz wird die Genehmigung überprüft. Wer den Eintritt für Banff gezahlt hat, ist auch berechtigt, den Jasper National Park (9,80 CAD) zu besuchen (und anders herum). Und wer seinen Aufenthalt spontan verlängern will, muss nicht zuerst wieder aus dem Park heraus fahren, sondern kann im Park eine neue Genehmigung kaufen.

Wer länger bleibt oder den Besuch weiterer Parks in Kanada plant, sollte über die Anschaffung eines Jahrespasses (knapp 67,70 CAD) nachdenken. Alle Jahrespässe, die 2016 gekauft wurden oder werden, sind zwei Jahre lang gültig.

Kanufahren (20 CAD pro Stunde pro Kanu) ist eine der besten Aktivitäten in den kanadischen Rocky Mountains. Wandern und wunderbare Aussichten gibts gratis. Müde Beine kann man nach dem Wandern in den Banff Hot Springs (8 CAD) entspannen. Wer über den Icefields Parkways von Banff nach Jasper fährt, kommt am Athabasca-Gletscher vorbei. Vom Icefields Discovery Centre starten spezielle Busse zum Glacier Adventure (80 CAD) – du wirst dabei auf das Eisfeld gefahren, kannst aussteigen und auf dem Gletscher herum laufen und erfährst nebenbei noch sehr viel Wissenswertes über Gletscher, ihre Entstehung und ihren Rückgang.

In Vancouver gibt es viele tolle kostenlose Attraktionen – allen voraus den Stanley Park. Darüber hinaus lohnen sich aber auch Besuche in der Science World (25 CAD) – besonders für Kinder und sehr wissbegierige Erwachsene, die Flugsimulation „Fly Over Canada“ (23 CAD) und ein Rundflug mit dem Wasserflugzeug über die Stadt (120 CAD).

Gesamtausgaben für Eintritte, pro Person, in Euro: 368.

Zurück zur Übersicht

Sonstige Kosten

Wenn du vorhast, auf einsameren Wegen durch die Rocky Mountains zu wandern, solltest du dir unbedingt ein Bärenspray zulegen. Das ist ein spezielles Pfefferspray, das zur Verteidigung gegen Bären eingesetzt werden kann. Die Wahrscheinlichkeit, einem Bären zu begegnen, ist zwar gering, und die Wahrscheinlichkeit, dass er angreift, ist noch geringer. Aber ohne Spray wandern zu gehen, wäre blöde. Kostenpunkt: Rund 40 USD, in den Nationalparks etwas teurer. Achtung: Darf nicht im Flieger transportiert werden, auch nicht im aufgegebenen Gepäck.

Ein Straßenatlas (ca. 18 Euro) hilft dir dabei, die Orientierung zu behalten. Im Gegensatz zum Navi hast du darin jederzeit die Übersicht über alle möglichen Strecken und Wege und siehst, welche Sehenswürdigkeiten, Parks und so weiter auf dem Weg liegen. Macht das Navi überflüssig und ist viel übersichtlicher, hat aber natürlich auch als Ergänzung zum Navi seinen Sinn.

Reiseführertechnisch haben wir ganz auf den guten alten Lonely Planet vertraut. Den gibt’s für Kanada in Deutsch (27 Euro) und in Englisch (18 Euro) und für die USA in Deutsch (29 Euro) und in Englisch (18 Euro). Es gibt auch spezielle Reiseführer, zum Beispiel für British Columbia und die kanadischen Rocky Mountains (17 Euro, englisch) oder für die Nationalparks Banff, Jasper und Glacier (15 Euro, englisch).

Zurück zur Übersicht

Kassensturz: Das kostet der Urlaub in Kanada und den USA

Gesamtkosten unseres vierwöchigen Roadtrips durch Nordamerika:
3640 Euro pro Person

Ich hoffe, dass ich dir mit den oben genannten Preisbeispielen und Tipps bei deiner Reiseplanung helfen konnte. Wenn du noch Fragen hast, freue ich mich über deinen Kommentar oder deine Nachricht.

Zurück zur Übersicht

Weiterlesen? Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Unsere Route durch Kanada und die USA: Roadtrip durch Nordamerika. Die Route.
Doch lieber weiter in den Süden? Das kostet der Urlaub in Hawaii.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links zum Beispiel ein Hotel buchst, erhalte ich eine kleine Provision, die zu 100 Prozent zurück in den Blog wandert. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis.

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

Kommentieren? Gerne!