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Bis bald Deutschland, hallo Vietnam!

Ich sitze am Frankfurter Flughafen, endlich ist es so weit. Bis mein Flieger abhebt, dauert es noch eine Weile. Aber jetzt dauert es eben nicht mehr lange. Eine Stunde, eine halbe Stunde. Minuten. Ich bin müde, aber das stört mich nicht. Ich bin um 6 Uhr aufgestanden, noch im Halbschlaf bin ich durch die Wohnung getaumelt, habe angezogen, was ich mir am Abend vorher zurecht gelegt hatte – Leggins, Longshirt, Fleecejacke – Hauptsache bequem und leicht, aber warm genug, um die Busfahrt durch den kalten Oktobermorgen zu überstehen. Jetzt sitze ich am Terminal. Es geht los. Ich könnte vor Freude quietschen.

Vier Wochen lang werden S. und ich durch Südostasien touren, heute geht es von Frankfurt über Helsinki nach Hanoi. Dort kommen wir morgen früh an, und ich weiß noch nicht, was uns erwartet. Doch, ich weiß wie das Wetter ist und ich weiß, wie das Hotel heißt, in dem wir die ersten beiden Nächte verbringen. Was wir danach machen, wohin wir fahren, was wir sehen, wen wir treffen, das ist noch nicht entschieden. Das entscheiden wir spontan. Wir wollen uns treiben lassen, überall, wo es uns gefällt, ein bisschen länger bleiben und uns auch mal jenseits von dem bewegen, das unser Reiseführer uns nahelegt. Ich bin neugierig, und das steigert meine Vorfreude noch. Ein Urlaub wie dieser, in dem nichts im Voraus geplant ist, in dem alles passieren kann oder nichts, das ist meine liebste Form, zu reisen.

Seit einer Woche schon habe ich Reisefieber. Ich bin froh, dass ich in diesen letzten Tagen vor dem Urlaub arbeiten musste. Es ist schon enorm, was genau dann noch anfällt, wenn man sich eigentlich langsam innerlich auf den Urlaub einstellen will. Und das ist gut so. Hätte ich diese Ablenkung nicht gehabt, hätte das Reisefieber mich am Ende wohl noch niedergestreckt. So wie damals, als ich einen Tag vor Heiligabend vor lauter Aufregung plötzlich so schlimme Bauchschmerzen bekam, dass ich dacht, ich erlebe Weihnachten nicht mehr. Man sagt aber nicht umsonst, dass Vorfreude die schönste Art der Freude ist. Sie überbrückt selbst stressige Arbeitstage mühelos. Und ein Feierabend ist noch viel schöner mit der Aussicht auf eine anstehende Reise.

Überhaupt ist diese Vorfreude, das Gefühl, bald machen zu können, was man möchte, einer der schönsten Aspekte am Reisen. Unterwegs zu sein, Neues zu sehen, das ist es, was Reisen ausmacht. Und das Unterwegs-Sein ist das Gefühl, das bleibt. Vielleicht fliege ich auch genau deshalb so gerne. Es sind jetzt nur noch ein paar Minuten bis zum Boarding. Ich werde allerdings einen Teufel tun und direkt zum Gate rennen, nur um mich dort in eine Schlange zu stellen. Lieber bleibe ich noch eine Weile sitzen und genieße die Aussicht auf das Rollfeld. Es wird vier Wochen dauern, bis ich wieder hier bin. Zeit genug, sich gebührend von diesem Land zu verabschieden. Zumindest für einen Monat.

Von euch verabschiede ich mich jetzt für die Dauer des Flugs. Ihr werdet bald wieder von mir hören!

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... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

3 Kommentare

  1. Katarina

    Hallo Anna, ja genau. Das nicht voraus geplante ist meist das Beste. Das hat mit dem nicht festgelegt sein zu tun. Mit der Möglichkeit für Spontaneität und Intuition sich einzumischen in das Geschehen. Ich wünsche euch noch eine erlebnisreiche Reise und Einblicke in die Lebensweise der Menschen vor Ort.

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