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Die schlimmsten Reisemomente 2015

In den letzten zwölf Monaten bin ich so viel gereist wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich habe Länder besucht, die ich schon seit Jahren besuchen wollte und welche, die ich nie auf dem Schirm hatte. Ich habe viel erlebt und hatte viel zu erzählen. Auf Reisen geht immer mal was schief. Die besten Pleiten-Pech-und-Pannen-Reisemomente des Jahres gibts in diesem Artikel.

Zu den schönsten Reisemomenten. 

Pleiten, Pech und Pannen. Die blödesten Reisemomente

Der Bagjump ist eine der Attraktionen des Funparks in der Zillertalarena. Man fährt mit Skiern oder Snowboard einen Hang hinunter auf eine etwa zwei Meter hohe Rampe zu, hinter der sich ein riesiges Luftkissen befindet, in dem man dann normalerweise landet. Selbst wenn man sonst eher nicht der Typ für kühne Sprünge ist, kann man das hier ohne Risiko ausprobieren. Der Bagjump ist idiotensicher. Doch dann kam ich und ich schaffte es, oben auf der Rampe abzubremsen und genau dort sitzen zu bleiben. Sah echt blöd aus. Tat auch richtig weh. Nicht nur beim ersten, sondern auch beim zweiten Versuch. Werde ich nicht wieder versuchen. Hier entlang zum Videobeweis.

Ben’s Chili Bowl macht die besten Chili-Cheese-Fries auf der Welt. Ehrlich.

Verkatert fliegen ist blöd. Verkatert Langstrecke fliegen ist noch viel blöder. Merke: Einen Besuch im German Beer Garden in Washington DC sollte man nach Möglichkeit nicht direkt vor der Heimreise einplanen. Und wenn doch, dann sollte man sich besser an Spezi halten. Denn das Bier, das die da verkaufen, ist mindestens so stark wie Oktoberfestbier. Merkt man aber nicht. Beziehungsweise erst am nächsten Tag. Da hilft selbst das nächtliche Kateressen beim legendären Ben’s Chili Bowl in der U-Street nicht mehr.

Ich bin niemand, der sich stundenlang Sehenswürdigkeiten anschauen kann. Landschaften locken mich viel eher als Eiffelturm und Co. Aber dass die Kuppel des Capitols in Washington sich bei meinem Besuch komplett hinter einem Gerüst versteckte, fand ich dann doch irgendwie doof. Ich war auch mindestens eine Stunde stinksauer deswegen. Manno! Aus Trotz habe ich es dann auch nicht fotografiert.

Es hat in Hamburg geregnet. Schon wieder. Ich würde die Stadt so gerne einmal bei Sonnenschein sehen.

Hamburg Hafencity

Die Beschaffung eines Indienvisums hat mich einiges an Zeit und vor allem an Nerven gekostet. Weil ich als Journalistin nach Indien eingeladen war, benötigte ich ein Journalistenvisum. Ein Antrag für ein indisches Journalistenvisum ist in etwa so umfangreich wie die Gästeliste einer indischen Hochzeit. Ich musste mich durch Formulare kämpfen, Arbeitsproben schicken, die Kopie des Presseausweises einreichen und obendrein den detaillierten Reiseplan sowie eine offizielle Einladung aus Indien vorweisen. Ich musste zweimal persönlich zur zuständigen Visa Service Agentur, weil mir die Zeit davon lief und einmal zum persönlichen Gespräch mit dem Generalkonsul. Ich hatte meinen Pass samt Visum erst zwei Tage vor der geplanten Abreise wieder in den Händen. Geschichte dazu folgt.

In Indien habe ich einem Bettlerjungen eine meiner Geburtstagstorten geschenkt. Als er sein Geschenk auspackte und sah, was es war, leuchteten seine Augen vor Freude. Die Begegnung mit dem Jungen zählt zu den schönsten Reisemomenten meines Jahres. Gleichzeitig hat es mich aber sehr traurig gemacht, dass es für diesen Jungen etwas so besonderes ist, Kuchen zu bekommen. Und ich habe an diesem Tag lange darüber nachgedacht. Ein Großteil der indischen Bevölkerung ist immer noch sehr arm. Aber weil Armut in Indien so allgegenwärtig ist, verdrängt man sie sehr schnell aus der Wahrnehmung.

Erst bin ich auf Bali in einen Angelhaken getreten. Ich habe ihn wieder raus gezogen, das desinfiziert und beobachtet. Es hat sich kein roter Streifen gebildet. Dann habe ich ein Surfbrett gegen den Kopf bekommen und für ein paar Minuten nur noch verschwommen gesehen. Dann wurde ich von einem Affen gebissen (okay, ich hätte nicht mit ihm spielen sollen…) und musste mir eine Tollwutimpfung abholen. Ich habe sie zum Glück einigermaßen vertragen, war aber doch kurz leicht panisch. Dann ist mir beim Surfen die Leash gerissen und ich musste mich ohne Surfbrett durch meterhohe Wellen zum Strand zurück kämpfen. Schließlich habe ich mir noch den Magen verdorben und lag mit Bali Belly zwei Tage lang mehr oder weniger flach. Es glaubt mir zwar niemand, aber: War trotzdem ein schöner Urlaub.

Fürs nächste Jahr wünsche ich mir nicht, dass solche Dinge nicht passieren. Wie langweilig wäre es, wenn immer alles glatt liefe. Solange man nachher drüber lachen kann, ist doch alles in bester Ordnung, oder?

Verrätst du mir deinen schlimmsten Reisemoment?

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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