Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten, 4 Sekunden

Kommentare 5

Das Centara Watergate & Tipps für Downtown Bangkok

Mein erstes Mal Bangkok war ein Desaster. Nach drei Wochen Südostasien, jede zweite Nacht woanders schlafen, um möglichst viel von Vietnam, Kambodscha und Thailand zu sehen, war ich reisemüde. In Bangkok angekommen, dem letzten Stopp vor Rückflug, tendierte meine Lust auf Stadterkundungen gegen null. Aber ich war da, deshalb dachte ich, ich müsse mir die Stadt auch anschauen. Der Funke sprang zwar nicht über. Aber ich ahnte, dass Bangkok eine zweite Chance verdient hatte.

Diese zweite Chance habe ich im April ergriffen. Und weil diesmal tatsächlich alles viel, viel besser war, möchte ich meine Tipps heute mit euch teilen. Damit ihr Bangkok direkt von seiner guten Seite kennenlernt. Hier kommen also meine Tipps für Bangkok, genauer gesagt: Für Downtown Bangkok. Inklusive Hotel– und Restauranttipp, Shopping und Ausflugsmöglichkeiten.

Downtown Bangkok: Der Stadtteil

Welcher Stadtteil darf es denn sein? Die Frage stellt sich wohl jeder, der zum ersten Mal nach Bangkok kommt. Problem: Es gibt nicht das eine Viertel, das sich am besten als Ausgangspunkt für Stadterkundungen eignet. Die Zahl der Möglichkeiten ist in etwa so hoch wie die Zahl der inoffiziellen Taxifahrer.

Bangkok hat kein offizielles Stadtzentrum. Aber der Bezirk Pathumwan – speziell der nördliche Teil rund um Chidlom und Siam, besser bekannt als Downtown Bangkok – kommt dem wohl am nächsten.

Mit Downtown Bangkok liegst du nie verkehrt, weil es tatsächlich sehr zentral liegt. Hier herrscht nicht ganz so viel Trubel wie in der Altstadt, rund um die Khaosan Road oder in Chinatown. Aber du bist von Pathumwan aus sehr schnell überall – auch dank Skytrain und Anschluss zum Airport-Link in Ratchathewi. Auch Bangkoks Hauptbahnhof Hua Lamphong liegt im Bezirk Pathumwan nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Von dort erreichst du alle Ziele innerhalb von Thailand.

Außerdem gibt es Anschluss zur Saen Saep-Fähre (NIDA-Linie) und der bei Touristen und Einheimischen beliebte Lumphini Park ist direkt um die Ecke. Die Essensmöglichkeiten reichen von leckeren Straßengrills bis zu Sterneküche. Ausgehmöglichkeiten gibt es zahlreiche und du findest hier einige der schönsten und höchsten Dachbars der Stadt.

Warum du in Bangkok ein gutes Hotel brauchst

Ein tolles Hotel ist in Bangkok eigentlich schon die halbe Miete. Eins mit Aussicht über diese verrückte Stadt ist noch besser. Von oben ist Bangkok nämlich viel schöner als von unten. Wenn dieses oben zum Beispiel eine Bar oder ein Pool unter freiem Himmel sind, weht da manchmal sogar ein Lüftchen – und das kann eine sehr willkommene Abwechslung zur Luft unten sein. Aber auch ein schönes Zimmer ist eine feine Sache. Da kann man sich dann wunderbar zurücklehnen und wahlweise die Lichter der Stadt oder das hektische Treiben auf der Straße beobachten.

Mein Hoteltipp für Downtown Bangkok: Das Centara Watergate

Das Centara Watergate ist zwar mit nur 20 Stockwerken eines der eher kleineren Hochhaushotels in Bangkok. Dafür steht es relativ frei, sodass nur wenige andere Gebäude die Aussicht auf die Skyline verdecken. Außerdem hat das Hotel mit dem Chili Hip eine Dachbar mit Restaurant, von wo aus man besonders nachts eine schöne Aussicht hat. Gefehlt hat zu meinem Rundumglück eigentlich nur ein Pool. Gibt nämlich keinen. Im neunten Stock ist dafür eine schöne Terrasse mit Brunnenanlage, in der heiß gelaufene Beine und Füße gekühlt und rauchende Köpfe auf schattigen Daybeds ausgeruht werden können.

Dort befinden sich auch die Rezeption, der Empfangsbereich, das Frühstücksrestaurant und ein Fitnessstudio. Ich muss ja gestehen, ich war noch nirgendwo auf der Welt in einem Hotel im Fitnessstudio, aber es sah von außen ganz gut aus.

A propos Frühstücksrestaurant: Das Frühstücksbuffet ist eines der besten, die ich je irgendwo gesehen habe. Ohne Mist. Ich weiß, das ist immer Geschmackssache. Aber ein Frühstücksbuffet in Südostasien, in dem es Wurstaufschnitt und richtig guten Käse gibt, kriegt von mir einfach mal eine handvoll Pluspunkte. Auch für alle anderen Geschmäcker ist was dabei ­– von Wan Tan über pochierte Eier, Spiegeleier, weich gekochte Eier und Eierpfannkuchen, English Muffins, Streuselkuchen, Pho, Cornflakes, Müsli, Waffeln mit Ahornsirup bis zu Croissants und Roggenbrot ist fast alles dabei, was man weltweit so zum Frühstück isst. Mir läuft gerade ein bisschen das Wasser, ehrlich…

Lage des Hotels: Das Centara Watergate liegt ziemlich genau auf der Grenze zwischen den Bezirken Pathumwan und Ratchathewi – mitten in Downtown Bangkok – und somit optimal angebunden. Vom Hotel aus sind die Skytrain (Station Chit Lom) die Saen Saep-Fähre (Pratunam Pier) und der Airport-Link mit Anbindung zum Suvarnabhumi-Flughafen in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.

Noch ein Hoteltipp für Downtown Bangkok

Ebenfalls sehr schön ist das Sivatel, in dem ich bei meinem ersten Besuch in Bangkok übernachtet habe. Das hat zwar weder Dachbar noch Dachpool, dafür aber auch eine coole Aussicht und im 8. Stock einen der schönsten Infinity-Pools der Stadt. Und ebenfalls sehr hübsche Zimmer und Suiten. Das Frühstück ist auch gut, allerdings nicht ganz so gut wie im Centara Watergate.

Shopping in Downtown Bangkok

Downtown Bangkok ist hauptsächlich für seine zahlreichen Shopping-Möglichkeiten für jedes Budget bekannt. Hier befinden sich unter anderem Thailands größtes Shoppingcenter Central World, das bei Touristen und Locals beliebte MBK-Center, wo alles zu finden ist, das auf den Märkten Südostasiens angeboten wird, und mehrere Nachtmärkte.

Central World – Thailands größtes Shoppingcenter

Central World ist eines der zehn größten Shopping-Center der Welt und für sich schon mindestens einen kurzen Besuch wert. Auch wenn du nicht shoppen willst. Die schiere Größe dieses Einkaufskomplexes ist irgendwie atemberaubend. In die Mall kommt man entweder direkt durch den Eingang vom Skytrain-Fußgängerweg zwischen den Stationen Siam und Chit Lom oder durch einen der wenigen Eingänge von der Straße. Der große Platz vor Central World, wo regelmäßig Märkte und Konzerte stattfinden, ist mit Zäunen abgesperrt und nur durch wenige Eingänge zu betreten. Es gibt Sicherheitskontrollen an allen Eingängen.

Schnäppchen und Designschätze: MBK & Siam Paragon

Fast schon legendären Status hat das MBK-Shoppingcenter. Legendär, weil es heißt, dass man hier alles kaufen kann, das auf den Straßenmärkten in ganz Südostasien und noch darüber hinaus verkauft wird. Dementsprechend hat das MBK auch eher den Flair eines Marktes – wenn auch hinter Mauern und überdacht. Günstige Kleidung, Elektronik und Uhren gibt es ohne Ende – das meiste davon same same, versteht sich.

Wer echte Designschätze sucht, wird garantiert im Siam Paragon fündig. In dieser Mall gibt es fast ausschließlich Boutiquen kleinerer Labels aus der ganzen Welt. Es gibt Klamotten, Schuhe, Taschen, Einrichtung und Papeterie und jede Menge ausgefallene Geschenkideen. Im Food Court kann man sehr gut und günstig essen.

BTS Skytrain Bangkok: Damit kommst du überall hin.

Die Skytrain ist Bangkoks schnellstes und komfortabelstes Transportmittel. Einziger Nachteil: Sie fährt nicht direkt in die Altstadt. Wenn du dort hin möchtest, musst du aufs Taxi, aufs Boot oder auf den Bus umsteigen. Direkt kannst du mit der Skytrain hingegen zum Beispiel einen Ausflug an den Chao Phraya unternehmen. Von der Station Saphan Taksin aus ist es außerdem nur ein kurzer Spaziergang bis nach Chinatown.

Eine Fahrt mit der Skytrain kostet zwischen 15 und 42 Baht, je nachdem wie weit du fährst. Eine Tageskarte ist für 140 Baht zu haben. Einzelfahrten gibt es gegen Kleingeld an Automaten in den Bahnhöfen. Dort steht auch jeweils, wie viel die Fahrt zu den anderen Bahnhöfen kostet. An den Schaltern kannst du Tages- und Monatspässe kaufen und Geld wechseln.

Kleiner Tipp: Nimm dir einen Schal mit, wenn du einen Ausflug mit der Skytrain planst. Die Züge sind oft extrem stark herunter gekühlt.

Mein Restauranttipp für Downtown Bangkok: Uno Mas

Die Essensmöglichkeiten in Downtown Bangkok reichen von leckeren Straßengrills bis zu Sterneküche. Street Food ist unschlagbar günstig. Weil aber Bangkok eine sehr multikulturelle Stadt ist, gibt es natürlich nicht nur traditionell thailändisches Essen, sondern auch japanische, italienische oder spanische Restaurants, die gehobene Küche anbieten.

Eines davon ist das Uno Mas, das vielleicht beste spanische Restaurant außerhalb Spaniens, in dem ich jemals gegessen habe. Das Restaurant befindet sich im 54. Stock des Centara Grand im Central World Shoppingcenter. Es gibt einen klimatisierten Innenraum und eine Außenterrasse und der Blick über die Skyline von Bangkok ist gigantisch. Genau wie das Essen.

Meine Empfehlungen: Grüner Spargel in schwarzem Tempura-Teigmantel und gebratene Chorizo-Wurst. Man kann sich im Uno Mas übrigens schon an den Vorspeisen satt essen. Das ist dann zwar immer noch nicht so günstig wie ein Thaicurry irgendwo auf der Straße oder in einem Food Court, aber bezahlbar. Und die Aussicht ist eh unbezahlbar.

Fazit: Nichts für Budgetreisende, aber ein kulinarisches Erlebnis – der Koch kann was. Guten Wein gibt’s auch. Den findet man in Südostasien selten.

Cocktails über den Dächern von Downtown

Auch Getränke sind auf der Straße viel billiger als in Bangkoks Dachbars, wo für asiatische Verhältnisse schon fast absurd viel Geld für einen Cocktail verlangt wird. Dafür sind die Drinks auch ziemlich gut, famose Aussichten und ein angenehmes Klima durch frische Luft inklusive.

Eine der höchsten Dachbars der Stadt befindet sich direkt über dem Uno Mas: Das Red Sky im 55. Stock des Hotel-Shopping-Komplexes von Central World bietet eine 360-Grad-Rundumsicht unter freiem Himmel, bequeme Lounge-Möbel und sehr leckere Cocktails ab etwa 500 Baht (12 Euro).

Bummeln auf dem Night Market

Wem nach dem Cocktailtrinken noch nach Bummeln oder Shoppen ist, der findet auf dem Watergate-Nachtmarkt auf der Ratchadamri Road zwischen Soi Ratchaprarop und Rajprasong Road garantiert noch das eine oder andere Schnäppchen. Es gibt unter anderem Lederwaren, Klamotten, Essen und Getränke, aber auch Uhren und Schmuck. Im Gegensatz zu vielen anderen Märkten habe ich die Verkäufer hier als nicht besonders aufdringlich erlebt.

Extratipp für Bangkok: Steig doch mal aufs Rad!
Bangkok eignet sich prima zum Radfahren. Ja, wirklich. Einen Erlebnisbericht samt Tourentipps findest du in diesem Artikel: Das echte Bangkok. Mit dem Rad durch Chinatown und Yai.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links ein Hotel buchst, erhalte ich eine kleine Provision, die zu 100 Prozent zurück in den Blog wandert. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Vielen Dank an die Centara Hotel-Gruppe, die mich ins Centara Watergate und zum Essen ins Uno Mas eingeladen hat.

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

5 Kommentare

    • Danke für den Hinweis 🙂 Pathumwan ist die offizielle Bezeichnung für den Distrikt, warum Wikitravel das anders einteilt, weiß ich nicht. Stimmt schon, so richtig geläufig war mir der Name auch nicht, aber ich bin auch kein ausgewiesener Bangkok-Kenner.

      Ich habe auch schon den Begriff Chidlom oder Downtown für die Gegend gehört, aber sowohl das als auch Siam bezeichnen eigentlich nur die Gegend rund um die Skytrain oder irre ich mich da?

      • So ganz eindeutig ist das nicht und es gibt z.B. auch für die Altstadt zig Begriffe, die sich überlappen, von Rattanakosin über Banglamphu bis Phra Nakhon.

        Wikitravel ist natürlich auch keine Autorität, das war nur ein Beispiel für eine gängige Einteilung.

        Chidlom würde ich eher jenseits von Centralworld/Erawan Shrine ansiedeln, frag mich net warum.

        Siam oder Siam Square ist sehr geläufig. Siam Square ist eigentlich nur der Bereich mit der Fußgängerzone neben der Skytrain-Station Siam, also grob von MBK bis Centralworld und von Skytrain bis Chulalongkorn Uni.

        Downtown versteht auf jeden Fall jeder, wobei viele Bangkokianer zu Downtown wohl noch die unteren Sukhumvit bis ca. Soi 11 dazu nehmen würden oder evt. sogar bis zur Asok-Kreuzung.

        Lumphini gehört für mich eher zu Silom und der Hauptbahnof gehört für mich eher zu Chinatown.

        Wie gesagt, alles relativ 😉

      • Alles klar 🙂 Vielen lieben Dank für den Hinweis! Dann werde ich mich demnächst nochmal an den Artikel setzen und versuchen, das etwas verständlicher zu formulieren 😉

Kommentieren? Gerne!