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Eine Geschichte von Reisenden und Touristen

“Reisen macht mit dem Alltag das, was auch gute Schriftsteller mit ihm machen, indem sie es wie ein Bild oder einen Edelstein in einen Rahmen oder eine Umgebung platzieren, um hervorstechende Eigenschaften herauszuheben. Das Reisen tut das mit dem Stoff, aus dem der Alltag ist, und gibt ihm damit das Profil und die Bedeutung von Kunst.”

Freya Stark, Britisch Entdeckungsreisende und Schriftstellerin

Es ist mal wieder Zeit für ein Zitat. Und zwar für ein wirklich inspirierendes, denn Freya Stark setzt hier das Reisen in den selben Kontext wie das Schreiben. Sie erklärt, das nicht das, was wir auf Reisen sehen, interessant ist, sondern die Art und Weise, wie wir es sehen, und wie wir anderen davon berichten. Als Kind fasziniert von den Märchen aus 1001 Nacht, bereiste Freya Madeline Stark als Erwachsene ab 1927 immer wieder den Nahen Osten – und als eine der ersten nicht arabischen Frauen, die überhaupt in die Gegend kamen, schrieb sie einige Bücher über ihre Reisen. Berühmt wurde sie mit der Arbeit “Valleys of the Assassins”, einer Studie der Hashashin (oder Assasin), die 1931 im Westen des Irans lebten.

Besonders bemerkenswert an Starks Arbeit ist, dass sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts eine scharfe Abgrenzung von Touristen und Reisenden beschreibt: “Man kann nur dann wirklich reisen, wenn man sich treiben lässt und das annimmt, was jeder Ort bietet, ohne zu versuchen, dieses an die eigenen Gewohnheiten anzupassen, und ich glaube, dass das der Unterschied ist zwischen Reisen und Tourismus.”

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... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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