Darum sollten Sie mit einem Reiseblogger zusammenarbeiten

*Blogger: Schreibendes Internet-Wesen, sowohl männlich als auch weiblich, hier der Einfachheit halber und absichtlich in der maskulinen Version benutzt obwohl die Autorin eine BloggerIN ist.

 

Haben Sie sich als Tourismusorganisation, Reiseveranstalter oder Destination schon einmal gefragt, ob und warum Sie mit Bloggern zusammenarbeiten sollten? Ich gehe mal davon aus, dass Content Marketing über Pressereisen und -veranstaltungen, sowie die anderweitige Zusammenarbeit mit Journalisten seit langer Zeit fester Bestandteil Ihres Marketingkonzepts ist. Blogger tauchen in diesem Konzept allerdings (noch) nicht auf. Sollten sie aber. Denn die Blogosphäre bietet ein enormes Marketingpotenzial. Mit dem richtigen Blogger an Bord bieten sich Ihnen bisher ungeahnte Marketing-Perspektiven. Welche das sind und was Sie bei einer Kooperation beachten müssen, das möchte ich Ihnen in diesem Artikel erklären.

1. Reichweite versus Qualität

Nur ganz wenige Blogger schaffen es auf Klickzahlen, auf die große Verlage und Medienhäuser es bringen. Ein in der Zeitung platzierter Artikel hat einen Gegenwert: den einer Anzeige gleicher Größe. Ein Wert, mit dem Sie betriebswirtschaftlich rechnen können und der sich im Laufe der Zeit etabliert hat. Dieser Wert ist jedoch nicht aussagekräftig. Wer garantiert Ihnen, dass Ihr Content wirkt?

In Zahlen gemessen ist die Reichweite des durchschnittlichen Bloggers wesentlich niedriger als die eines Medienunternehmens. Qualitativ betrachtet ist sie höher.

Ein Blogger kann Ihnen nicht nur genau sagen, wie viele Besucher er hat, er kann Ihnen auch über seine Zielgruppe detailliert Auskunft geben. Im Gegensatz zu einem Tageszeitungsverlag bedient ein Blogger ein sehr spezifisches Themensegment.

2. Sprechen Sie Ihre Zielgruppe ohne Streuverluste an

Dieses spezifische Themensegment wird gerne auch Nische genannt. Indem ein Blogger sich auf eine bestimmte Nische spezialisiert, schließt er sehr viele potenzielle Leser aus. Dass der Blogger sich spezialisiert, ist notwendig. Anders als der Zeitungsverlag hat er nämlich in der Regel keine Mitarbeiter. Ein erfolgreicher Blogger schreibt über das, was ihn persönlich interessiert. Und er spricht nur die Menschen an, die sich genau so sehr wie er für seine Themen begeistern. Ein Blog ist ein Special Interest Magazin. Mit dem Unterschied, dass der Blogger seine Zielgruppe noch gezielter, weil persönlicher, anspricht.

Was heißt das für Sie? Wenn Sie eine ganz bestimmte Zielgruppe ansprechen möchten, kann selbst ein Blogger mit einer geringen Reichweite diese Zielgruppe besser und effektiver erreichen und einen nachhaltigeren Werbeeffekt erzielen als ein Zeitungsredakteur.

3. Blogposts werden nicht alt

Zeitungsartikel sind nach einem Tag alt. Wenn die Zeitung gelesen ist, landet sie im Altpapier. Immer mehr Zeitungsverlage erkennen, dass sie ihre Inhalte nicht dauerhaft kostenlos online verbreiten können. Auf einem Blog bleibt der Artikel stehen – und er ist über Suchmaschinen zu finden. Meine Artikel erhalten oft Tage oder Wochen, manchmal sogar Jahre nach Veröffentlichung noch hohen Traffic. Denn ich habe ein Interesse daran, möglichst zeitlosen Content zu erstellen und meinen Blog für Suchmaschinen interessant zu machen.

Plus: Blogger sind schnell. Sie sind nämlich nicht von Veröffentlichungs-Tagen oder Themen abhängig.

4. Blogger sind aktiv in Social Media

Haben Sie schon mal einen Redakteur getroffen, der aktiv seine Artikel über Social Media bewirbt? Wohl kaum. Er ist ja auch nicht darauf angewiesen. Ein Blogger hingegen hat ein sehr großes Interesse daran, seine Inhalte möglichst weit zu verbreiten und ist daher häufig auf mehreren Kanälen aktiv.

Damit lockt er einerseits Leser auf sein Angebot, wirbt aber andererseits auch für Sie als Kooperationspartner. Ein Hashtag, eine Markierung, eine Erwähnung: Alle diese Dinge machen Leser auch auf Sie aufmerksam. Und das beste: Das ganz funktioniert etwa bei einer Reise sogar live und vor Ort.

5. Kampagnen mit Bloggern haben mehr Erfolg

Genau deshalb ist es für Sie als Unternehmen so interessant, Blogger in Social Media Kampagnen einzubinden. Vereinbaren Sie für Kampagnen Hashtags oder Markierungen, die Nutzer auf Ihre Kampagnenseite weiterleiten. Wenn der Blogger diese Seite bei der Berichterstattung und im Social Media-Marketing verwendet, macht er seine Leser auf Sie aufmerksam. So gewinnen Sie neue Kunden für Ihr Unternehmen.

Im Gegenzug sollte es für Sie selbstverständlich sein, den Content zu teilen, den der Blogger im Rahmen der Kooperation erstellt. Auch davon profitieren Sie: Sie leiten Ihre Kunden auf interessanten Content weiter, der sie zurück auf Ihr Angebot führt. Damit erhöhen Sie die Reichweite des Artikels und die Werbewirkung für Ihr Unternehmen.

6. Wie finde ich den richtigen Blogger?

Recherchieren Sie nach Themen und Namen. Schauen Sie sich die Social Media Profile eines Bloggers an. Lassen Sie sich nicht nur von hohen Followerzahlen beeindrucken, sondern schauen Sie genau hin: Wie viele Likes und Shares erhält der Blogger auf seine Postings? Wie häufig wir kommentiert?

Schauen Sie auch auf dem Blog genauer hin: Welche regelmäßigen Features verwendet ein Blogger? In welches Format könnte Ihre Geschichte passen? Wie ist es um die inhaltliche und die stilistische Qualität von Blogbeiträgen bestellt?

Prüfen Sie genau, ob der Blogger zu Ihnen passt und für welche Kooperationen er offen ist. Die meisten Blogger haben auf ihren Blogs eine Media & PR-Seite mit den wichtigsten Informationen. Viele stellen ihr Mediakit zum Download zur Verfügung. Wenn Sie nichts finden: Fragen Sie zielgerichtet nach aktuellen Statistiken.

Wenn Sie glauben, einen passenden Blogger gefunden zu haben, schreiben Sie ihn an und präsentieren Sie ihm Ihre Idee. Seien Sie so konkret und so knapp wie möglich. Natürlich dürfen Sie auch den Blogger um Vorschläge bitten.

Ein paar Worte zum Schluss

Bleiben Sie fair. Wenn Sie möchten, dass ein Blogger für Sie einen Bericht schreibt, bieten Sie ihm dafür eine angemessene Entlohnung an – völlig unabhängig von der Reichweite des Blogs wird der Blogger viel Zeit und Herzblut in die Erstellung des Artikels stecken.

Linkkauf wird durch Google abgestraft und Blogger sind nicht blöd. Kein Blogger, der etwas auf sich hält, wird in einem gesponserten Artikel einen Do-Follow-Link zu Ihrer Firma setzen. So etwas mag sich auf Ihr SEO kurzfristig positiv auswirken. Allerdings hat es in der Vergangenheit schon einige Fälle gegeben, in denen auch Firmen wegen unerlaubten Linkkaufs durch Google abgestraft wurden. Auch ein No-Follow-Link leitet potenzielle Kunden auf Ihre Website und Ihr Angebot weiter.

Schreiben Sie dem Blogger nicht vor, was er zu schreiben hat. Erwarten Sie, dass der Blogger seine offene und ehrliche Meinung mitteilen wird.

Sind Sie am Thema Blogger-Relations interessiert und planen eine intensivere Zusammenarbeit mit Bloggern aus der Reisebranche? Ich berate Sie gerne persönlich. Schreiben Sie mir eine E-Mail an anna[at]anemina.com. Ich lasse Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot zukommen!

 

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Der Unterschied zwischen Journalisten und Bloggern auf Blogland Bremen

Zum Thema faire Bezahlung auf Ulrike Zecher: Honorare, die das Bloggerherz wärmen