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Oberhof im Winter: 6 Tipps für kalte Tage

Die thüringische Gemeinde Oberhof dürfte den meisten outdoor-begeisterten Menschen als Wanderregion bekannt sein. Das 1700-Seelen-Dorf – pardon: die Stadt – liegt auf 800 Metern im Thüringer Wald. Wintersportfreunde kennen Oberhof als Hochburg des Biathlon und des Bobsports. Wanderer kennen es als eines der schönsten Wandergebiete in den deutschen Mittelgebirgen.

Oberhof ist Rennsteig, Ski und Eiskanal. Einst war die Stadt ein beliebtes Ausflugsziel für hochrangige DDR-Funktionäre. Heute liegt sie vor allem bei Familien, Wanderern und Wintersportlern im Trend. Hier kommt fast jeder auf seine Kosten. Sechs Tipps für ein unvergessliches Wochenende im Thüringer Wald.

Für Frischluftfans: Die Wanderschuhe schnüren

Rund um Oberhof gibt es viele schöne Wanderwege – allen voran natürlich der Rennsteig. Und wer sagt, dass Wandern nur im Sommer und bei gutem Wetter Spaß macht, hat sich geschnitten. Gerade Waldwanderungen machen im Winter noch viel mehr Spaß. Verschneite Bäume und tief hängende Wolken verzaubern die Umgebung. Außerdem liegt der Schnee auch in Oberhof – das immerhin einer der schneesichersten Orte Deutschlands ist – selten meterhoch, sodass man das Ganze auch noch mit normalen Wanderschuhen durchziehen kann.

Lieblingswanderung: Von Oberhof zum Pfanntalsteich

Etwas oberhalb des Oberhofer Bahnhofs liegt der Pfanntalsteich (siehe Foto oben) – ein kleiner, türkisblauer See, umgeben von Wald. Vom Bahnhof aus ist es nur ein kurzer Spaziergang. Weil aber der Bahnhof gut vier Kilometer von der Stadt entfernt liegt, bietet sich eine Wanderung dorthin an – die kann dann teilweise über den Rennsteig führen. Zum Rennsteiggarten sind es vom Pfanntalsteich aus rund zwei Kilometer.

Für Adrenalinsüchtige: Ab in den Eiskanal

Im Eiskanal von Oberhof finden Weltcups im Rennrodeln und im Skeleton statt. Die Bahn gilt als technisch anspruchsvolle Strecke, weil hier in sehr kurzer Abfolge 14 enge Kurven gemeistert werden müssen. 1100 Meter Strecke können auf der Bahn mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern – je nach Eisqualität, Wetter, Schlitten und Kenntnissen – zurück gelegt werden.

Das Beste: In Oberhof dürfen auch die Besucher in den Eiskanal. Allerdings normalerweise nicht im Bob, sondern in speziell entwickelten Gefährten. Beim Ice Rafting oder beim Ice Tubing kannst du wahlweise in einer Art Schlauchboot oder auf einem Reifen durch den Eiskanal sausen.

Eiskanal: Daten und Fakten

Ice Rafting: Das Ice Rafting kostet 22 Euro pro Person. Im Boot finden bis zu zehn Personen Platz und es werden Spitzengeschwindigkeiten von 70 Stundenkilometern erzielt. Die Fahrt dauert nur etwas länger als eine Minute.

Ice Tubing: Das Ice Tubing kostet 13 Euro pro Person. Im Reifen bist du ganz auf dich alleine gestellt und erreichst Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 40 Stundenkilometern. Die Strecke ist die gleiche wie beim Ice Rafting: Vom Herrenstart aus geht es knapp 1100 Meter bis ins Ziel, über das du allerdings mit dem Tube hinausschießen wirst – deshalb ist die Strecke streng genommen länger.

Fazit: Das Ice Rafting ist bei dem Preis eher eine einmalige Angelegenheit aber definitiv die Erfahrung wert. Ein kurzer, aber deshalb nicht weniger schöner Adrenalinrausch. Das Ice Tubing habe ich nicht ausprobiert – ich freue mich über Erfahrungsberichte von euch! Buchen und Reservieren: Bob-Icerafting.

Für den Abenteurer in dir: Einen vergessenen Ort erkunden

Das ehemalige Gästehaus des DDR-Ministerrats ist ein Lost Place: ein vergessener Ort. Die einst geheime Nobelherberge mit dem Spitznamen Waltershausen ist seit der Wende sich selbst überlassen und zerfällt zusehends zu einer Ruine. Ein unheimlicher Ort, aber auch ein wahnsinnig spannendes Ziel für Fotografen und Entdecker.

Wer sich das Haus von innen ansieht, kann erahnen, wie prunkvoll dieser DDR-Palast vor dem Mauerfall gewesen sein muss. Nach dem Ende der SED-Diktatur wurde das Gebäude samt Gelände an einen Privatinvestor veräußert, mehrere Besitzwechsel folgten. Immer wieder gab es Pläne, die von Top-Funktionär Walter Ulbricht in Auftrag gegebene Herberge abzureißen. Noch steht sie.

Für den knurrenden Magen: Schlemmen wie in Südtirol

Thüringen ist mehr als Rostbratwurst (auch wenn die ziemlich lecker ist). Ich hätte das kaum für möglich gehalten, aber ich habe in Oberhof die (vielleicht) beste Pizza meines Lebens gegessen. Und diesen Tipp will ich euch nicht vorenthalten. Das Restaurant Cortina d‘Ampezzo sieht schon von außen nicht aus wie ein ganz gewöhnliches Ferienortrestaurant. Es ist modern, stilvoll und gleichzeitig sehr gemütlich eingerichtet, mit viel Holz und Filz.

Verwirrend anfangs die Ausrichtung: Ist das jetzt ein italienisches Restaurant? Oder eine Almhütte? Gibt es hier Kasspatzen oder stinknormale Pizza? Die Antwort lautet: Es gibt beides. Denn das Cortina hat sich auf südtiroler Küche spezialisiert und vereint das Beste von Alpen und Italien. Klingt super, schmeckt noch besser.

Empfehlung: Pizza mit frischen Feigen, Ziegenkäse, Honig, Parmaschinken und Pinienkernen. Die Speisekarte gibts auch auf der Webseite des Restaurants Cortina.

Für die Seele: Wellness

Ich muss gestehen: Wellness ist eigentlich nicht unbedingt mein Ding. Aber die Auswahl in Oberhof ist ziemlich groß und das sollte nicht ungesagt bleiben. Es gibt ein Wellness- und Erlebnisbad und die meisten Hotels haben eigene Saunalandschaften. Und nach einem Tag im Schnee bin sogar ich für einen Saunabesuch zu haben.

Für die Augen: Sightseeing

Wenn das Wetter mal zu mies ist, wenn dir nach Abwechslung ist oder du die Nase voll hast von Outdooraktivitäten und Lust auf eine Runde stinknormales Sightseeing, kannst du in und um Oberhof trotzdem auf deine Kosten kommen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug in die Skihalle? Die ist vor allem für Biathlon-Fans interessant. Wer Großstadtluft schnuppern möchte, ist schnell in Erfurt oder Weimar. Auf dem Weg dorthin fährt man übrigens auch durch den längsten Tunnel Deutschlands: Der Rennsteigtunnel ist fast acht Kilometer lang.

Vielen Dank an Thüringen Tourismus für die Einladung nach Oberhof! Meine Meinung ist selbstverständlich meine eigene.

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... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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