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Und sonst so: Surfende Afghanen und saufende Touristen

Teaserfoto: Full Moon Party auf Koh Phangan von Robert Young

Hier fasse ich zusammen, was sonst so los war. Weil abgesehen von dem Kram, den ich zu erzählen habe, passiert in der Welt ja noch einiges mehr. Die lustigsten Geschichten aus der Reisebranche, echte Aufreger und heiße News gibt’s deshalb in unregelmäßigen Abständen an dieser Stelle. Diesmal mit Problemen mit Party-Touristen bei Ryanair und auf Koh Phangan und einem Studenten, der das Surfen in Afghanistan populär machen will – obwohl das Land nicht einen einzigen Küstenkilometer hat. Außerdem mit einem meiner Lieblings-Reise-Blogs: 22places.

Berüchtigt: Ryanair verbietet Alkohol auf dem Weg nach Ibiza

Ryanair hat ein Problem mit seinen Gästen. Nicht mit allen, versteht sich. Offenbar aber mit denen, die von Glasgow nach Ibiza fliegen. Die Route ist als „Schnaps-Strecke“ bekannt. Fluggäste, die zum Partyurlaub auf die Balearen-Insel flogen, deckten sich nämlich gerne am Abflughafen mit hartem Stoff ein, um in der Luft vorzuglühen. 2013 musste ein Flieger auf dem Weg nach Ibiza in Paris zwischenlanden, weil Betrunkene sich daneben benahmen. In letzter Zeit häuften sich die Vorfälle, wie Ryanair berichtet.

Trinkverbot im Flugzeug: Ryanair will auf der Strecke Glasgow-Ibiza ab sofort das Handgepäck von Fluggästen auf Alkohol durchsuchen.

Das soll jetzt aber ein Ende haben: Alkohol ist zwischen Glasgow und Ibiza ab sofort verboten. Das Handgepäck wird beim Boarding durchsucht und wer beim Versuch erwischt wird, Alkohol in die Kabine zu schmuggeln, wird nicht mitgenommen und erhält auch keine Entschädigung. Am Flughafen erworbene Getränke können kostenlos abgegeben und eingecheckt werden. Ryanair betont, dass nur die eine Strecke betroffen ist – obwohl auf Youtube Videos kursieren, die ein Alkoholverbot auch auf anderen Strecken nahelegen…


 

Berauscht: Koh Phangan will weg vom Party-Image

Auch Koh Phangan hat ein Problem mit Feierwütigen. Auf der für ihre legendären Full Moon Partys bekannten Insel wird es bis auf weiteres nur noch diese geben. Dark Moon Partys, Half Moon Partys, Dschungel-Partys und so weiter sind ab sofort verboten. Anwohner hatten sich wiederholt über den Lärm beschwert, der von den Partytouristen ausgeht. Die Bezirksregierung hat sich dieser Beschwerden nun angenommen. Das Verbot gelte allerdings nur vorübergehend, bis man eine Lösung gefunden habe, mit der alle zufrieden seien, zitiert die Bangkok Post einen Regierungssprecher. Bis dahin darf nur noch einmal alle vier Wochen gefeiert werden.

Romantische Sonnenuntergänge statt Drogen: Koh Phangan will sein Image aufpolieren. Foto: Natadata, CC BY-NC-SA 2.0.

Koh Phangan folgt damit dem Beispiel Vang Vieng in Laos. Das kleine Städtchen galt bei Backpackern und Partytouristen lange Zeit als die Partyhochburg in Südostasien. Drogen, gepanschter Fusel und Tubing – beim dem sich Betrunkene in alten LKW-Reifen den Fluss hinunter treiben ließen – wurden 2013 verboten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Partyspaß schon wiederholt Todesopfer gefordert. Heute ist in Vang Vieng Ruhe eingekehrt. Ob das auch auf Koh Phangan funktioniert, bleibt abzuwarten.
 

Begeistert: Ein Student bringt das Surfen nach Afghanistan

Afghanistan ist ein Binnenstaat. Er liegt eingeschlossen zwischen Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China und Pakistan und hat keinen Meter eigene Küstenlinie, geschweige denn größere Seen. Aber Afghanistan hat einen Surfverband. Die Wave Riders Association of Afghanistan WRAA existiert seit 2012 und wurde 2014 vom Weltsurfverband anerkannt. Gegründet wurde sie von einem jungen Afghanen, der in Deutschland studiert.

Ende Mai werden die Afghanen die erste nationale Meisterschaft austragen – in Portugal. Afridun Amu, der Student, der hinter dem Projekt steckt, träumt auch schon von Größerem: Irgendwann will er eine Wellenanlage aufbauen. Er will Menschen vom Surfen begeistern und Normalität in ein Land bringen, das seit Jahren keinen wirklichen Frieden gefunden hat.

Afghanistan liegt eingeschlossen zwischen 6 Ländern. Ein großer Teil ist gebirgig – der Hindukusch erstreckt sich über den kompletten Nordosten des Landes.

Afridun Amus Surfprojekt ist auch ein Stück Entwicklungsarbeit. Es erinnert an Skateistan – eine mehrfach ausgezeichnete Nichtregierungsorganisation, die afghanischen Mädchen das Skateboarden beibringt und damit großen Erfolg hat.
 

Belichtet: 22places – mein Lieblingsblog der Woche

Was wäre eine tolle Reise ohne Fotos? Ich kann mir kaum noch vorstellen, ohne Kamera loszudüsen, schon allein, weil ich dich ja auch hier auf dem Blog mit den schönsten Reisefotos beglücken möchte. Leider bin ich keine Fotografin und brauche hin und wieder etwas länger, bis ich das perfekte Motiv gefunden habe. Deshalb hole ich mir sehr gerne Tipps zum Fotografieren. Perfekt, wenn die Themen Fotografie und Reise sich auf einem Blog so gut vermischen wie bei 22places. Dort zeigen Jenny und Basti nicht nur ihre schönsten Reisefotos und Guides, sondern geben auch ganz wunderbare praktische Tipps zum Fotografieren. Zum Beispiel zum Thema richtige Belichtung oder Fotografie und Recht. Schau dir unbedingt auch die 122% Reise-Guides an, wenn du auf dem Blog stöberst! Die gibt es bislang von Istanbul und von Berlin, weitere sollen folgen.
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... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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