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So überstehst du Langstreckenflüge: 9 Profi-Tipps

Knapp 12.000 Kilometer Luftlinie und rund 17 Stunden reine Flugzeit plus eine bis zwei Zwischenlandungen trennen Frankfurt von Honolulu. Enge Sitze, trockene Luft, nervende Nachbarn – so ein langer Flug kann schnell sehr anstrengend oder sehr langweilig werden. Ich habe mir auf dem Weg von Deutschland nach Hawaii in rund 10.000 Metern Höhe deshalb mal ein paar Gedanken gemacht, wie sich die Reisezeit angenehmer gestalten lässt.

Herausgekommen sind diese Tipps gegen Langeweile auf dem Langstreckenflug.

Langstreckenflug-Tipp 1: Nutze die Zeit zum Schlafen

Nicht unbedingt einfach und auch nicht besonders originell, aber mit Sicherheit der einfachste Weg, so einen Langstreckenflug zu überstehen. Erstens kriegst du nicht mehr mit, was um dich herum geschieht und du kannst dich nicht langweilen, zweitens beugst du effektiv dem Jetlag vor.

Nackenkissen, Schlafmaske und Co. helfen

Du glaubst, du kannst im Flugzeug nicht schlafen? Versuche es mit Helfern: Nackenkissen, Schlafmaske, Ohropax. Ich kann besonders gut in einer angenehmen, unaufdringlichen Geräuschkulisse einschlafen: Meeresrauschen, Kaminknistern oder Regen. Gibts im Flugzeug natürlich nicht. Abhilfe schafft die App Muji to Sleep – und mir hilfts. Anschalten, Kopfhörer in die Ohren und ab ins Schlummerland.

Langstreckenflug-Tipp 2: Fotografiere schlafende Menschen

Ist ein bisschen gemein, ja. Aber es ist ja schließlich auch gemein, dass die anderen schlafen können, während du es nicht kannst, oder? Na also. Und die Fotos sind ja auch nur fürs private Fotoalbum gedacht.

Langstreckenflug-Tipp 3: Das Unterhaltungsprogramm

Ziemlich effektiv zur Bekämpfung der Langeweile ist meist das Bordprogramm. Auf Langstreckenflügen hast du immer einen eigenen Monitor. Fernsehserien fesseln am meisten. Auf einem Flug von Melbourne nach Hong Kong habe ich mal fast eine gesamte Staffel America’s Next Topmodel geschaut und der Flug verging wie – naja, wie im Flug halt.

Auch Alkohol kann helfen

Nehmen wir mal an, der erste Gin Tonic hat dich gar nicht müde gemacht. Dann trink doch einfach ein bisschen weiter. A little party never killed nobody. Aber Achtung: Über den Wolken steigt der Alkohol dir schneller in den Kopf! Und du solltest natürlich im Hinterkopf behalten, dass andere schlafen wollen.

Langstreckenflug-Tipp 4: Umsorg dich mit Feuchtigkeit!

Und das gilt nicht nur, wenn du Alkohol trinkst (dann solltest du besonders drauf achten, auch genug Wasser zu trinken). Auch deine Haut will in der trockenen Kabine Feuchtigkeit haben! Handcreme, Lippenpflege und Gesichtsspray helfen – und Gesichtsmasken!

Darauf hat mich Nina von Smaracuja gebracht: Maske auftragen, einwirken lassen, abspülen. Oder mit Taschentüchern abwischen, wenn du nicht mit Maskengesicht durchs Flugzeug laufen willst. Gibt babyweiche Haut, ein paar komische Blicke und du hast ein bisschen Zeit totgeschlagen.

Langstreckenflug-Tipp 5: Die Grippemaske

Hast du schonmal auf einem langen Flug neben jemandem gesessen, der einfach nicht aufhören wollte, zu reden? Der Grippetrick hilft wahnsinnig gut gegen Quatschtanten: Einfach einen Mundschutz anziehen.

Dein Nachbar wird dann gar keine Lust mehr haben, sich mit dir zu unterhalten. Er denkt nämlich, du hättest eine ansteckende Krankheit. Wenn du Glück hast, rückt er sogar ein Stückchen von dir weg und du hast mehr Platz. Wirkt natürlich nur, wenn du die Maske von Beginn an trägst.

Langstreckenflug-Tipp 6: Die Absturzstatistik

Achtung: Diesen Tipp solltest du nur anwenden, wenn du keine Flugangst hast! Angenommen, du hast vergessen, deine Grippemaske anzuziehen und dein Nebenmann redet in einer Tour auf dich ein. Besorge dir vor Abflug eine Liste mit Unfällen deiner Airline und des Flugzeugtyps. Die gibt es bei Wikipedia. Referiere deinem Nachbarn. Bring ihn zum Schweigen.

Langstreckenflug-Tipp 7: Nutze das Internet an Bord

Viele Airlines bieten mittlerweile auf Langstreckenflügen W-LAN an. Die paar Euros sind gut investiertes Geld. Schon allein für die entsetzte Reaktion deiner Eltern wenn du ihnen sagst, dass du ihnen gerade aus dem Flugzeug schreibst. Und ich muss dir ja nicht sagen, dass das Internet ein einziger großer Zeitfresser ist.

Was du außerdem machen kannst: Überlege dir einen lustigen Text für deine Abwesenheits-Email, plane deinen Urlaub – oder such nach den Absturzstatistiken.

Langstreckenflug-Tipp 8: Mal doch mal wieder!

Lass dir von der Stewardess Papier und Stifte geben und nimm dir die Sicherheitskarte aus der Sitzkarte. Dann mal sie ab, so genau es geht. Oder mal deine Sitznachbarn an einem Strand mit Sonne und Palmen.

Langstreckenflug-Tipp 9: Bestell dein Essen im Voraus

Zumindest, sofern du nicht vorhast, den ganzen Flug durchzuschlafen und die Mahlzeiten auszulassen. Meistens ist das kostenlos und du kannst deinen Essenswunsch entweder bei der Buchung angeben oder noch beim Check-In, wenn du nicht kurz vor Abflug erst eincheckst. Du bekommst dein Essen vor allen anderen, oft gibt es sogar mehr und du musst nie wieder das nehmen, was übrig bleibt. Chicken or Pasta? Forget it!

Was machst du, wenn du dich im Flugzeug langweilst?

Verrate mir deine besten Tricks in den Kommentaren!

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

10 Kommentare

  1. Ina

    Hey Anna, so wie ich rauslese, habt ihr noch keine Kids.
    Meine einzige Sorge, wie unterhalte ich meinen 6-jährigen Sohn. Klar er kann das Monitor bzw Display 17 Stunden lang anstarren. Ihm wird es sicherlich nichts ausmachen . Ich könnte noch vorstellen Malen oder Gesellschaftsspiele.
    Aber irgendwie stelle ich mir für ein Kind so einen langen Flug noch anstrengender vor.
    Oder täusche ich mich?
    Vielleicht hast du ein Tipp parat oder auch aus Beobachtung oder Erzählungen :)))

  2. Herzlichen Dank auch für den Lacher bei Nr. 5!
    Ist eine super Taktik, die ich im Selbstversuch sogar schon einmal angewandt habe!

    Mein größtes Problem ist es ja nicht mich zu beschäftigen, lediglich die trockene Nase, die macht mich fertig.
    Gott-sei-dank ist der Weg nach Mallorca nicht sooo weit 😉

  3. Michael

    Dank der tollen elektronischen Möglichkeiten mit Tablet-PC habe ich immer genügend Lesestoff in Form von pdf-Dateien “onboard”, z.B. Bedienungsanleitung der neuen Kamera, kostenlose Foto- und Autozeitschriften , ein Reisetagebuch ist per App vorzubereiten, Offline Seiten des Urlaubsdomizils anschauen usw. Auf dem Rückflug sichte ich mehrere Hundert Fotos, spiele ein bisschen mit einem Bildbearbeitungsprogramm (besser: Bildverschönerungsprogramm) usw. Oft ist auch das Musikprogramm recht gut. Was ich gar nicht auf der Langstrecke mache, sind Filme schauen ( die dann zig Mal durch Bordansagen, Essenausgabe, Aufstehwünsche des Sitznachbarn usw. unterbrochen werden müssen…NERV). LG Michael

      • Michael

        Sofern Du ein Tablet nutzt ( egal ob iPad oder ein Android Modell) kann ich dir zwei wirklich gute Apps empfehlen…der Name lautet Aviary bzw. Snapseed, nach meinem Kenntnisstand beide gratis. LG Michael

      • Snapseed kenne ich – allerdings bevorzuge ich doch eher Photoshop. Da ich den Laptop aber ohnehin meist dabei habe, ist das kein Problem. Aviary schaue ich mir mal an, vielleicht überzeugt es mich ja 🙂

  4. Janett

    Hihi, ja, das hast Du echt alles sehr lustig geschrieben. War amüsant zu lesen. Bei meinen letzten Langstreckenflügen habe ich die Spiele rauf und runter gespielt. Da kann man wirklich noch mal Kind sein und alles so lange spielen bis man keine Lust mehr hat. Soweit kommt es ja sonst recht selten. Ansonsten lohnt es sich auch mal die Musik dort durchzustöbern. Ich habe auf den Flügen immer tolle Entdeckungen gemacht. Manche Alben waren so schön, dass ich sie glatt noch mal hören musste und dabei eingeschlafen bin. 🙂 Schlafen ist auch eins meiner leichtesten Übungen, wenn ich irgendwo befördert werde und dabei still sitzen muss. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Janett

    • Danke 🙂 Freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Das mit der Musik ist eine super Idee! Habe ich im Flieger zwar noch nie gemacht, aber ich weiß noch, wie ich einmal vor Freude fast ausgerastet bin, als ich im ICE zufällig über ein Album von Jamie Cullum gestolpert bin. Das habe ich von Frankfurt bis Wien durchgehört 😀

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