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So überstehst du Langstreckenflüge: 9 Profi-Tipps

Enge Sitze, trockene Luft, nervende Nachbarn, wieder kein Upgrade in die Business Class – ein Langstreckenflug kann schnell sehr anstrengend oder sehr langweilig werden. Ich habe mir auf einem langen Flug von Deutschland nach Hawaii in rund 10.000 Metern Höhe ein paar Gedanken gemacht, wie sich die Reisezeit angenehmer gestalten lässt.

Herausgekommen sind diese Tipps für mehr Spaß und Komfort auf dem Langstreckenflug.

Langstreckenflug-Tipp 1: Mach es dir bequem und träum was Schönes!

Nicht immer einfach, aber Schlafen ist mit garantierter Sicherheit der einfachste Weg, so einen Langstreckenflug zu überstehen. Erstens kriegst du nicht mehr mit, wie die Zeit vergeht und du kannst dich deshalb nicht langweilen, zweitens beugst du effektiv dem Jetlag vor.

Nackenkissen, Schlafmaske und Co: Die richtige Ausrüstung hilft beim Schlafen

Du glaubst, du kannst im Flugzeug nicht schlafen? Versuche es mit Helfern: Nackenkissen, Schlafmaske und Ohropax sollten in deinem Handgepäck nicht fehlen. Einige Airlines teilen auf Langstreckenflügen Schlafsets mit Zahnbürste, Schlafmaske und Ohropax aus – allerdings schläft es sich mit einer guten Schlafmaske wesentlich besser. Auch eine eigene Decke macht die Sache etwas gemütlicher, zur Not tut es aber auch die Decke aus dem Flugzeug.

Nach meiner Erfahrung schläft es sich am besten auf dem Fensterplatz. Dort musst du für niemanden aufstehen und du kannst den Kopf an der Flugzeugwand oder am Fenster anlehnen und hast dadurch etwas mehr Platz zur Verfügung.

Ich kann außerdem besonders gut in einer angenehmen, unaufdringlichen Geräuschkulisse einschlafen: Meeresrauschen, Kaminknistern oder Regen sind tolle Einschlafhilfen. Gibts im Flugzeug natürlich nicht. Abhilfe schafft die App Muji to Sleep – und mir hilfts. Anschalten, Kopfhörer auf die Ohren und ab ins Schlummerland.

Diese 26 Dinge sorgen für mehr Spaß und Komfort im Flugzeug: Hier entlang zu meiner Packliste Handgepäck.

Bequem anziehen hilft natürlich auch. Das heißt allerdings nicht, dass du im Jogginganzug durch die Flugzeugkabine rennen musst. Auch dann nicht, wenn Sweatpants in Berlin Neukölln und in der Modewelt spätpubertierender Jugendlicher gesellschaftsfähig sind. Klar, ein Maßanzug hilft dir auch nicht gerade dabei, Langstreckenflüge besser zu überstehen. Aber einen Rest Stil kann man sich ruhig auch über den Wolken bewahren. Lesenswert zum Thema: Ein Artikel von den Stilnomaden.

Mein Tipp: Leggins oder bequeme Jeans in Kombination mit einem langen Kuschelpulli sorgen für mehr Komfort im Flugzeug. Für den Fall, dass du dich mit Tomatensoße bekleckerst oder dass dein Koffer nicht zeitgleich mit dir am Zielort ankommt, ist es außerdem von Vorteil, ein Wechseloutfit ins Handgepäck zu packen.

Langstreckenflug-Tipp 2: Die passende Unterhaltung

Je nachdem, mit welcher Airline du fliegst, kann das angebotene Unterhaltungsprogramm stark variieren. Billig- und Ferienflieger bieten häufig nur einen oder zwei Filme kostenlos an und verlangen von ihren Gästen Geld für die Nutzung des gesamten Programms. Luxus-Airlines wie Emirates oder Qatar hingegen stellen ein umfangreiches Entertainment-Programm mit Filmen, Serien und Musik für jeden Geschmack kostenlos zur Verfügung.

Der Monitor im eigenen Sitz hat sich hingegen mittlerweile durchgesetzt und die Klappmonitore an der Decke von einst abgelöst. Du hast also die volle Kontrolle über deinen Monitor und das, was du sehen willst – vorausgesetzt es wird angeboten. An manche Monitore kannst du per USB sogar dein eigenes Handy o.ä. anschließen, um deine eigenen Daten wiederzugeben.

Wenn du ein iPad oder ein Tablet besitzt, kannst du dir auch vorab herunterladen, was du später sehen willst. Kunden von Amazon Prime können ihre Lieblingsserien und –Filme schon länger auch offline verfügbar machen und Netflix hat 2016 nachgezogen. Aber Achtung: Am besten lädst du dir schon vor der Reise genug Material für Hin- und Rückflug runter. Denn der Download von Filmen ist für deutsche Kunden im Ausland derzeit nicht ohne weiteres möglich – es sei denn, du gehst über ein VPN-Netzwerk ins Internet.

Mein Tipp: Mit Serien lässt sich die Flugzeit am besten vertreiben. Ich habe zum Beispiel mal auf einer Reise von Melbourne nach Hongkong fast eine ganze Staffel America’s Next Topmodel gesehen und die Zeit verging damit – naja, halt wie im Flug.

Ladekabel nicht vergessen!

Das Ladekabel solltest du übrigens auch nicht vergessen, bzw. im aufgegebenen Gepäck verstauen. In vielen Flugzeugen kannst du deine Geräte über USB aufladen, in manchen geht es auch per Steckdose. Sicherheitshalber habe ich außerdem immer einen (geladenen) externen Akku dabei.

Du kannst die Zeit aber auch dazu nutzen, endlich mal eines der Bücher zu lesen, die schon so lange auf deiner Leseliste stehen. Oder du schreibst deine Erwartungen an oder Eindrücke von der Reise auf – ein Reisetagebuch ist eine prima Sache.

Langstreckenflug-Tipp 3: Alkohol: Ja oder nein?

Keine Sorge, hier gibt’s keine Vorträge darüber, wie gut oder schlecht es ist, im Flugzeug Alkohol zu trinken. Es ist nämlich ganz einfach so: Ein Glas Rotwein zum Abendessen hilft mir oft prima beim Einschlafen. 

Wenn ich aber partout nicht müde werde, gönne ich mir im Anschluss halt noch einen Gin Tonic oder zwei. Wenn du mich fragst das beste Getränk, das du über den Wolken kriegen kannst. A little party never killed nobody. Aber Achtung: Alkohol steigt im Flugzeug wirklich schneller in den Kopf. Und beim Partymachen solltest du natürlich im Hinterkopf behalten, dass andere schlafen wollen.

Langstreckenflug-Tipp 4: Umsorg dich mit Feuchtigkeit!

Und das gilt nicht nur, wenn du Alkohol trinkst – dann solltest du besonders drauf achten, auch genug Wasser zu trinken. Auch deine Haut will in der trockenen Kabine Feuchtigkeit haben. Handcreme, Lippenpflege und Gesichtsspray helfen – und Gesichtsmasken. Und gegen eine trockene Nase hilft Meerwasser-Nasenspray.

Darauf hat mich Nina gebracht: Maske auftragen, einwirken lassen, abspülen. Oder mit Taschentüchern abwischen, wenn du nicht mit Maskengesicht durchs Flugzeug laufen willst. Gibt babyweiche Haut, ein paar komische Blicke von den Sitznachbarn – und du hast ein bisschen Zeit totgeschlagen. Deine Haut wird es dir danken.

Genug Wasser trinken ist im Flugzeug gar nicht so leicht, wenn man das Wasser in kleinen, halb gefüllten Bechern serviert bekommt und entweder bis zum nächsten Service warten oder ständig aufstehen muss. Drum habe ich immer meine eigene Trinkflasche dabei, die ich mir am Flughafen entweder unterm Waschbecken auffülle oder unter Trinkwasserspendern. Das ist günstig und umweltfreundlicher als Plastikflaschen und Becher. Und du kannst im Flugzeug sogar die Stewardessen fragen, ob sie dir die Flasche wieder auffüllen, wenn sie leer ist.

Leider hat Wasser aus Wasserspendern ein vielen Ländern einen leichten Chlorgeschmack. Wenn du das nicht magst, solltest du dir eine Trinkflasche mit Filter zulegen – ich nutze diese hier. Die in den Deckel integrierte Kohledisk filtert den unerwünschten Geschmack raus.

Langstreckenflug-Tipp 5: Die Grippemaske

Hast du schonmal auf einem langen Flug neben jemandem gesessen, der einfach nicht aufhören wollte, zu reden? Das kann richtig toll sein, wenn du unterhalten werden willst und die Person etwas Spannendes zu berichten hat. Es kann aber auch furchtbar nerven, wenn du gerade einfach etwas anderes machen willst. Der Grippetrick hilft wahnsinnig gut gegen Quatschtanten und Menschen, die sich breit machen.

Er ist billig und einfach umzusetzen. Kaufe dir einfach einen Mundschutz und ziehe ihn auf, ehe du ins Flugzeug gehst. Dein Nachbar wird dann gar keine Lust mehr haben, sich mit dir zu unterhalten oder dir zu nahe zu kommen. Er denkt nämlich, du hättest eine ansteckende Krankheit. Wenn du Glück hast, rückt er sogar ein Stückchen von dir weg und du hast mehr Platz.

Vielleicht interessiert dich auch dieser Artikel: Die nervigsten Fluggäste und wie du mit ihnen fertig wirst.

Langstreckenflug-Tipp 6: Die Absturzstatistik

Diesen Tipp solltest du natürlich nur anwenden, wenn du keine Flugangst hast. Angenommen, du hast vergessen, deine Grippemaske anzuziehen und dein Nebenmann redet in einer Tour auf dich ein. Du willst aber nichts von ihm hören und obwohl du ihm das klar und deutlich zu verstehen gibst, hört er nicht auf zu reden.

In dieser Situation macht es sich bezahlt, dass du schon vor deinem Flug recherchiert hast: Besorge dir vor Abflug eine Liste mit Unfällen deiner Airline und des Flugzeugtyps. Die gibt es bei Wikipedia. Referiere deinem Nachbarn. Bring ihn zum Schweigen.

Langstreckenflug-Tipp 7: Nutze das Internet an Bord

Viele Airlines bieten auf Langstreckenflügen W-LAN an. Auf den ersten Blick erscheinen die Angebote zwar teuer. Wer gibt schon 10 Euro oder mehr aus, nur um ein paar Stunden online zu sein? In Wahrheit ist das aber gut investiertes Geld. Schon allein für die entsetzte Reaktion deiner Eltern wenn du ihnen sagst, dass du ihnen gerade aus dem Flugzeug schreibst. Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass das Internet ein einziger großer Zeitfresser ist.

Wozu du das Internet an Bord außerdem nutzen kannst:

Überlege dir einen lustigen Text für deine Abwesenheits-Email, plane deinen Urlaub, lade dir wichtige Straßenkarten herunter, leg eine Pinterest-Pinnwand an, lerne die Sprache des Landes, in das du fliegst  – oder such nach den Absturzstatistiken für Tipp 6.

Langstreckenflug-Tipp 8: Mal doch mal wieder!

Lass dir von einem Steward oder einer Stewardess Papier und Stifte geben. Beides haben sie meistens für gelangweilte Kinder parat. Nimm dir dann die Sicherheitskarte aus der Sitzkarte und mal sie ab, so genau es geht. Oder mal ein Porträt von dir an einem Strand mit Sonne und Palmen.

Ein am Flughafen gekauftes Ausmalbuch tut es natürlich auch. Außerdem könntest du stricken, Fotos bearbeiten, Urlaubs-Wunschlisten schreiben, und, und, und. Deiner Kreativität sind da oben am Himmel nur räumliche Grenzen gesetzt.

Wenn die Menschen um dich herum alle schlafen und du es einfach partout nicht schaffst: Zeichne sie doch einfach. Es sieht unfassbar witzig aus, wenn Menschen im Sitzen schlafen.

Langstreckenflug-Tipp 9: Bestell dein Essen im Voraus

Zumindest, sofern du nicht vorhast, den ganzen Flug durchzuschlafen und die Mahlzeiten auszulassen. Bei einigen Airlines ist das kostenlos und du kannst deinen Essenswunsch entweder bei der Buchung angeben oder noch beim Check-In, wenn du nicht kurz vor Abflug erst eincheckst. Du bekommst dein Essen dann vor allen anderen, oft gibt es sogar mehr und du musst nie wieder das nehmen, was übrig bleibt. 

Ich habe außerdem immer ein paar Kekse oder Obst dabei. Seien wir ehrlich: Auch Essen hilft gegen Langeweile…

Was machst du, wenn du dich im Flugzeug langweilst?

Verrate mir deine besten Tricks in den Kommentaren!

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

10 Kommentare

  1. Ina

    Hey Anna, so wie ich rauslese, habt ihr noch keine Kids.
    Meine einzige Sorge, wie unterhalte ich meinen 6-jährigen Sohn. Klar er kann das Monitor bzw Display 17 Stunden lang anstarren. Ihm wird es sicherlich nichts ausmachen . Ich könnte noch vorstellen Malen oder Gesellschaftsspiele.
    Aber irgendwie stelle ich mir für ein Kind so einen langen Flug noch anstrengender vor.
    Oder täusche ich mich?
    Vielleicht hast du ein Tipp parat oder auch aus Beobachtung oder Erzählungen :)))

  2. Herzlichen Dank auch für den Lacher bei Nr. 5!
    Ist eine super Taktik, die ich im Selbstversuch sogar schon einmal angewandt habe!

    Mein größtes Problem ist es ja nicht mich zu beschäftigen, lediglich die trockene Nase, die macht mich fertig.
    Gott-sei-dank ist der Weg nach Mallorca nicht sooo weit 😉

  3. Michael

    Dank der tollen elektronischen Möglichkeiten mit Tablet-PC habe ich immer genügend Lesestoff in Form von pdf-Dateien “onboard”, z.B. Bedienungsanleitung der neuen Kamera, kostenlose Foto- und Autozeitschriften , ein Reisetagebuch ist per App vorzubereiten, Offline Seiten des Urlaubsdomizils anschauen usw. Auf dem Rückflug sichte ich mehrere Hundert Fotos, spiele ein bisschen mit einem Bildbearbeitungsprogramm (besser: Bildverschönerungsprogramm) usw. Oft ist auch das Musikprogramm recht gut. Was ich gar nicht auf der Langstrecke mache, sind Filme schauen ( die dann zig Mal durch Bordansagen, Essenausgabe, Aufstehwünsche des Sitznachbarn usw. unterbrochen werden müssen…NERV). LG Michael

      • Michael

        Sofern Du ein Tablet nutzt ( egal ob iPad oder ein Android Modell) kann ich dir zwei wirklich gute Apps empfehlen…der Name lautet Aviary bzw. Snapseed, nach meinem Kenntnisstand beide gratis. LG Michael

      • Snapseed kenne ich – allerdings bevorzuge ich doch eher Photoshop. Da ich den Laptop aber ohnehin meist dabei habe, ist das kein Problem. Aviary schaue ich mir mal an, vielleicht überzeugt es mich ja 🙂

  4. Janett

    Hihi, ja, das hast Du echt alles sehr lustig geschrieben. War amüsant zu lesen. Bei meinen letzten Langstreckenflügen habe ich die Spiele rauf und runter gespielt. Da kann man wirklich noch mal Kind sein und alles so lange spielen bis man keine Lust mehr hat. Soweit kommt es ja sonst recht selten. Ansonsten lohnt es sich auch mal die Musik dort durchzustöbern. Ich habe auf den Flügen immer tolle Entdeckungen gemacht. Manche Alben waren so schön, dass ich sie glatt noch mal hören musste und dabei eingeschlafen bin. 🙂 Schlafen ist auch eins meiner leichtesten Übungen, wenn ich irgendwo befördert werde und dabei still sitzen muss. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Janett

    • Danke 🙂 Freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Das mit der Musik ist eine super Idee! Habe ich im Flieger zwar noch nie gemacht, aber ich weiß noch, wie ich einmal vor Freude fast ausgerastet bin, als ich im ICE zufällig über ein Album von Jamie Cullum gestolpert bin. Das habe ich von Frankfurt bis Wien durchgehört 😀

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