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Eine Australische Odyssee: Zimmersuche in Sydney

Wir kamen erst am späten Nachmittag und nach einer langen Fahrt in Sydney an und entschieden uns, direkt zum Bondi Beach zu fahren, dort eine Unterkunft zu suchen und uns am Strand ein wenig die Beine zu vertreten. Wir brauchten eine ganze Weile bis an die Küste, länger als wir vermutet hätten. Auch, weil wir gerade den Feierabendverkehr erwischt hatten. Stadtteil neben Stadtteil reihte sich vor unseren Augen auf – Sydney fühlte sich riesig an. Ich mochte es sofort, auch ohne seine weltberühmten Sehenswürdigkeiten. Als wir am Strand ankamen, entschieden wir uns, erst einen kleinen Spaziergang zu machen. Wir hatten mindestens sechs Stunden am Stück im Auto gesessen.

Ein Surfer am Bondi Beach

Ich buche Hotelzimmer generell lieber nicht im Voraus. Außerdem waren wir uns einig, dass es in Sydney sehr leicht sein müsse, eine Unterkunft zu finden – an einem Wochentag, der weder in den Schulferien lag, noch ein Feiertag war. Ein Event wie etwa eine Messe fand zu dieser Zeit ebenfalls nicht statt. Wir hatten die Adressen einiger Strand-Hostels aus dem Lonely Planet, die wir ansteuern wollten. Schon das erste allerdings sah so heruntergekommen aus, dass ich gar nicht erst nach einem Zimmer fragen wollte. Die anderen waren ausgebucht. Ebenso ausgebucht waren auch die Hotels, die wir ansteuerten – bis auf eines. Kostenpunkt: 250 Dollar pro Übernachtung. Ohne Frühstück und viel zu viel für unser Urlaubsbudget.

Es wurde langsam Abend und ich begann mich zu fragen, ob wir jemals ein Hotelzimmer finden würden. Es war mir mittlerweile auch egal, wo. Ich wollte es nur schnell beziehen. An diesem Punkt startete unsere Odyssee durch Sydney. Wir klapperten Hotel um Hotel ab. Entweder waren sie ausgebucht oder zu teuer – und ich wollte einfach nicht glauben, dass es unmöglich war, ein bezahlbares Zimmer zu finden. Nach zweistündiger Suche war es dunkel und ich schlug vor, zum Flughafen zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Flughafenhotels sind zwar nicht die billigsten, doch meistens bieten sie ein annehmbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Chancen auf ein Zimmer sind außerdem höher als anderswo. Außerdem war ich extrem müde und den Tränen nah. Ich hatte mir diesen ersten Abend in Sydney irgendwie anders vorgestellt.

Am Ende bezogen wir für 109 Dollar – 20 Dollar über Budget – ein Zimmer in einem Formule One Hotel direkt neben dem Rollfeld. S., der ausgestiegen war um nach freien Zimmern zu fragen, hatte es genommen ohne mich zu fragen. Es war mir auch egal. Im Zimmer gab es nicht mehr als ein Bett und ein Bad mit Dusche. Ein dunkler, schlammfarbener Teppich und neongrüne Wände wirkten nicht unbedingt einladend. Internet war im Preis nicht inklusive – verkauft wurde es für den „Schnäppchenpreis“ von 20 Dollar am Tag. Glücklicherweise erinnerten wir uns daran, dass die meisten Flughäfen kostenfreies W-Lan anbieten und machten uns auf den Weg zum Terminal um unserem ungemütlichen Hotelzimmer zu entkommen und für die kommenden zwei Nächte nach etwas Schönerem zu suchen.

Was wir fanden war eine unglaubliche Anzahl von Hotels, die unserem Budget entsprechende Zimmer anboten – selbst im Stadtzentrum. Wir entschieden uns für eine kleine Unterkunft in Neutral Bay – an der Bucht gelegen, gegenüber des Opernhauses. 80 Dollar klangen nach einem vernünftigen Preis. Was die Homepage des Hotels uns nicht verriet, war, dass es sich nicht um ein solches handelte, sondern eher um eine Art Hostel für die ältere Generation – sauberer, ruhiger, aber mit Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftstoiletten. Außerdem war es nur einen dreiminütigen Spaziergang vom Fährenanleger entfernt. Mit der Fähre konnten wir die Innenstadt in weniger als 15 Minuten erreichen.

Unser Hotelzimmer am Flughafen.

… und die tolle Aussicht am nächsten Morgen …

… verglichen mit der Aussicht, die wir nur zwei Minuten entfernt von unserem anderen Zimmer hatten.

Thumbnail-Foto von Andrew Bain.

Geschrieben von

... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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