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Mini und die Möwen

Die Möwe hat mich beim Einparken beobachtet. Sie sitzt auf einem großen grauen Verteilerkasten, den gelben Schnabel hoch im Wind. Auch der Mini hat das Tier erspäht. Er reckt den Hals und deutet nach draußen: Da, da, daaaa! Als ich ihn aus seinem Sitz befreie, lacht er laut. Er ist hin und weg.

Ich schaffe es gerade noch, ihm seine Jacke anzuziehen. Dann tapst er schon durch den Sand. Weil es am Strand von Bensersiel an diesem Nachmittag ziemlich stürmisch ist, kommt er mit seinen elf Kilo Körpergewicht nur langsam voran.

Aber weil er gegen den Wind läuft, hat er einen großen Vorteil. Die Möwe bemerkt ihn nicht sofort. Er kann sich anpirschen. Als er dann etwa einen Meter vor dem Tier steht und ein täuschend echtes Möwengeräusch aus seinem Mund kommt, dreht es den Kopf und schaut ihn milde interessiert an.

Eine zweite Möwe landet im Sand und schlägt mit den Flügeln. Der Mini geht auf Sicherheitsabstand, setzt sich in den Sand und beobachtet die beiden Tiere fasziniert. Möwen kennt er aus seinem Bilderbuch. Hier sieht er sie zum ersten Mal in echt.

Wir richten uns auf dem Campingplatz ein. Dach ausklappen, Stromkabel anschließen, Gepäck in die Regale einräumen, Einkäufe in den Kühlschrank und die Vorratsfächer sortieren, Tee kochen, Bett ausklappen, kuscheln. Der Mini, dem es draußen zu kalt geworden ist, hilft mit.

Es ist Anfang Mai. Letzte Woche war es noch so warm, dass wir nachmittags in kurzen Hosen zu Hause im Garten saßen und jetzt ist es so kalt, dass ich die Standheizung einschalte. So haben wir es wenigstens drinnen richtig gemütlich, während der Wind draußen um den Van pfeift.

Wir waren auf Regen vorbereitet, nicht aber auf Sturm. Der hat sich für die Nacht angekündigt. Am Toilettenhaus hängt eine Unwetterwarnung aus. Wir verzichten auf einen Ausflug und verbringen den Abend drinnen. Mit Nudeln und Gemüse und, in meinem Fall, einem Glas Weißwein, während ich den Sandsturm im Sonnenuntergang aus dem Fenster und den schlafenden Mini auf dem Bett beobachte. Ich lege mich früh zu ihm. Beim Campen bin ich schon immer gerne mit der Sonne schlafen gegangen und wieder aufgestanden.

Am nächsten Morgen ist es immer noch wahnsinnig kalt. Die Sonne lässt sich auch nicht mehr blicken. Hin und wieder gesellt sich ein Regenschauer in den eisigen Wind. Aber für den Mini ist es am Strand deshalb nicht minder spannend.

Als unsere Hände am Mittag vom Muschelsammeln und Sandschaufeln eingefroren sind und sich immer noch ein Schauer an den nächsten reiht, beschließe ich, dass wir unseren Nordseeurlaub kurzerhand abbrechen und weiter fahren. Beim Spülen erfahre ich, dass ich nicht die einzige bin, die so denkt. So ist das eben an der Nordsee. Die Möwen könnten davon Geschichten erzählen. Aber die haben auch ein dickeres Gefieder als wir.

Wir fahren zurück nach Hamburg. Von dort sind wir einen Tag zuvor erst aufgebrochen. Aber wir haben einen tollen Tipp für einen Campingplatz mit Strandatmosphäre: In Blankenese, direkt an der Elbe gelegen. Dort verbringen wir zwei weitere, um ein Vielfaches gemütlichere, aber leider möwenfreie Nächte im Bus. Dann müssen wir unser lieb gewonnenes Zuhause auf Zeit wieder abgeben und machen uns mit dem Zug auf den Heimweg.

Mini-Roadtrip mit Camper: Alle Infos zu unserer Reise

Mieten statt kaufen

Du hast keinen eigenen Camper, möchtest aber dennoch mal dieses #Vanlife erleben? Dann kannst du dir einen mieten. Das geht sowohl bei den klassischen Autovermietern als auch bei Unternehmen, die sich auf Campervans spezialisiert haben und teilweise sogar sehr individuell ausgebaute Fahrzeuge im Angebot haben. Unseren VW-Bus habe ich von Vantopia aus Hamburg zur Verfügung gestellt bekommen.

Vantopia vermietet Vans in drei Kategorien. Wir waren mit der mittleren Variante unterwegs, dem Dreamer: ein individuell ausgebauter VW T6 mit Panorama-Klappdach, Markise, Echtholz-Möbeln, Küchenzeile, Standheizung uvm. Theoretisch können darin bis zu vier Personen schlafen und wohnen. Theoretisch, denn mit vier Personen wird es über einen längeren Zeitraum oder bei schlechtem Wetter höchst wahrscheinlich zu eng. Es sei denn ihr mögt euch sehr, sehr gerne. Den Dreamer gibt es ab 99 Euro pro Tag (in der Nebensaison). Wer mehr Platz braucht, sollte sich den Traveler anschauen: ein Kastenwagen mit vier Schlafplätzen, permanenter Stehhöhe und kleinem Bad. Wer weniger Platz braucht, kommt auch mit dem Adventure aus – ein Mini-Camper mit Dachzelt und Heckküche.

Alle Fahrzeuge kommen mit Vollausstattung. Heißt: Selbst an Spülmittel und Küchenrolle ist gedacht und man kann tatsächlich direkt mit dem Campen loslegen, ohne einen halben Hausrat mitnehmen zu müssen. Ausgebaut werden die Fahrzeuge übrigens sehr gemütlich, hübsch und gut durchdacht von der Hamburger Firma VanMe.

Zeltplätze

Unsere Zeltplätze haben wir spontan und ohne Vorausbuchung angesteuert – allerdings waren wir außerhalb der Hauptsaison unterwegs. Beide Plätze sind bei Campern beliebt und in der Hauptsaison vor allem an Wochenenden und Feiertagen schnell ausgebucht. Es empfiehlt sich daher, vorab einen Stellplatz zu reservieren.

  • Strand- und Familiencampingplatz Bensersiel, Am Strand 8, 26427 Bensersiel, Stellplatz am Strand in der Hauptsaison 13 Euro pro Tag plus 4,80 Euro pro Erwachsener und 2 Euro bis 4,80 Euro pro Kind. Weitere Infos und Preise hier.
  • Elbecamp Hamburg, Falkensteiner Ufer 101, 22587 Hamburg, Stellplatz für einen Camper oder ein kleines Wohnmobil 14,90 Euro pro Tag, plus 7,50 Euro pro Erwachsener und 2,50 Euro bis 3,90 Euro pro Kind ab 3 Jahren. Weitere Infos und Preise hier.

Dieser Text ist im Rahmen einer Pressereise entstanden. Minis Begeisterung für Möwen und meine Meinung zum Urlauben im Van sind davon unbeeinflusst. Herzlichen Dank an Vantopia für die Einladung!

Geschrieben von

Bloggerin und Autorin Anna Röttgers Reiseblog Anemina Travels Avatar
... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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