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Pattaya. Oder meine Flucht mit dem Taxi

Pattaya ist eine Stadt, die für ihre Vergangenheit berüchtigt ist. Ab etwa 1960 war sie so eine Art Sex- und Vergnügungsparadies für amerikanische Soldaten, die dort vergessen konnten, dass sie in Vietnam Menschen töten mussten und dass sie zu Hause Frau und Kinder sitzen hatten. Die Stadt boomte, Bordelle und Bars säumten das Strandufer, mehr und mehr zog es junge, arme Mädchen auf der Suche nach schnellem Geld ins Sündenbabel Thailands.

Ich wusste das, bevor ich nach Pattaya fuhr. Was ich nicht wusste, war, dass trotz anders lautender Versprechungen die Stadt sich nicht geändert hatte in den fast 40 Jahren seit dem Ende des Vietnam-Kriegs und dem Abzug der amerikanischen Truppen aus ihrem thailändischen Stützpunkt. Ich hatte gehört, Pattaya hätte sich gewandelt, hin zu einem Strand- und Badeort, einem Vergnügungszentrum für die ganze Familie. Ich hätte es besser wissen können. Doch ich wusste es nicht besser und so saß ich 18 Stunden nach meiner Ankunft in der Stadt des Grauens in einem Taxi, das mich so schnell wie möglich wieder weg bringen sollte.

Doch von vorne. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es nicht meine Idee gewesen war, nach Pattaya zu fahren. Die Stadt lag auf unserem Weg zwischen Koh Chang und Bangkok, die Wettervorhersage versprach viel Sonnenschein und S. freute sich auf Action – Jetski, Parasailing und ähnliches. Pattaya ist auch für diese Dinge bekannt, Dinge, die wir beide schon immer mal ausprobieren wollten, die uns aber außerhalb von Südostasien immer zu teuer waren. Wir wussten, dass wir mit einer hohen Rotlichtquote zu rechnen hatten, aber am Strand, dachten wir, mit frischen Kokosnüssen in den Händen, würde uns das nicht allzu sehr stören.

Wir kamen nachmittags in Pattaya an, hatten genug Zeit, uns alles in Ruhe anzuschauen und Pläne für den nächsten Tag zu schmieden. Auf den ersten Blick wirkte die Stadt nicht anders als andere südostasiatische Großstädte. Es war heiß und stickig.

In unserem kleinen Hotel saß ein schlecht gelaunter Russe im Unterhemd auf einem Ledersofa und aß eine Nudelsuppe. Im Aschenbecher neben ihm qualmte eine Zigarette, über ihm summte der Ventilator. Dimitri musterte uns mürrisch. Dann rief er einen Mitarbeiter, der uns zu unserem Zimmer führte. Nennen wir ihn Ivan. Ivan war groß gewachsen, hatte dunkle Haare und eine große Nase – er könnte ein Thai gewesen sein oder auch ein Russe. Auch Ivan musterte uns. Wir hatten sein Angebot abgelehnt, für zehn Dollar Aufpreis pro Nacht die Fernbedienung für die Klimaanlage zu leihen. Damit hatten wir uns anscheinend keine Freunde gemacht.

Immerhin erklärten Ivan und Dimitri uns später noch den Weg zum Strand. Sie fragten uns, was wir vorhätten, wir sagten, die Stadt anschauen. Sie schauten sich an und erwiderten nichts darauf. Die einzigen anderen Touristen, die wir auf dem Fußmarsch Richtung Meer sahen, sprachen russisch. Bierbäuchige Männer, gut angetrunken, schlanke Blondinen an ihrer Seite, stark überschminkt, Kinder, auf deren Kleidungsstücken in Großbuchstaben die Namen von Luxusmarken prangten.

Ein paar weiße Männer mittleren Alters, ebenfalls bierbäuchig und gerne oberkörperfrei, bevölkerten die Strandpromenade – wohl in der Tradition der GIs auf der Suche nach willigen Thaifrauen. Von denen gab es dort genau so viele wie Sonnenliegen am nahegelegenen Strand. Frauen und Männer, daneben Mädchen und vielleicht auch Jungen, kaum älter als 15, himmelhohe Schuhe, gürtelkurze Röcke. So, dachte ich mir, muss es in der berüchtigten Herbertstraße im Hamburger Rotlichtmilieu St. Pauli aussehen, dachte ich mir. Mit dem Unterschied, dass die Nutten in Pattaya früher Männer waren – zumindest ein Teil von ihnen.

An eine Pause am Strand war nicht zu denken. Liege an Liege stand dort dicht gedrängt, vom Sand war fast nichts mehr zu sehen. Sonnenschirme verdrängten das Licht und die freie Sicht auf das Meer, überall Gestank, Dreck, Stripper und Prostituierte. Wir setzten uns auf eine Mauer um den Thai-Döner zu essen, den wir uns an einem kleinen Stand gekauft hatten. Ich hatte meinen zur Hälfte fertig, als sich ein Mann unterhalb von mir neben der Mauer aufstellte und ungeniert anfing, in meine Richtung zu pinkeln. Der Appetit verging mir in einem Wimpernschlag. Ich warf mein Essen auf den Müllhaufen auf dem Strand. Es war 16 Uhr. Ich kaufte mir an einem kleinen Stand ein Bier und stürzte es mit einem Schluck herunter. Danach ging es mir ein bisschen besser. In einer Bar überlegten wir, was wir nun tun sollten.

Wir fassten einen Entschluss: Weg aus Pattaya, und zwar so schnell wie möglich.

Weil wir unser Hotel schon für zwei Nächte bezahlt hatten, wollten wir wenigstens für eine Nacht bleiben. Unser Zimmer machte immerhin keinen üblen Eindruck. Zurück im Hotel ließen wir uns von Ivan beraten, wie wir am nächsten Morgen nach Bangkok kommen könnten. Er bestellte uns ein Taxi für 40 Dollar. Der Bus hätte uns einen Bruchteil gekostet. Uns war das egal. Es war uns auch egal, dass unser Taxifahrer wahrscheinlich kein Taxifahrer, sondern ein Freund, Bruder oder Onkel von Ivan war. Wir wollten weg hier, und zwar so schnell wie möglich.

Später am Abend hörten wir, wie Ivan an die Tür des gegenüberliegenden Zimmers hämmerte und jemanden aufforderte, zu gehen. Ich hatte ihn schon am Nachmittag beobachtet, wie er auf einem der unteren Flure vor einem Zimmer herumgelungert und an eine Tür geklopft hatte. Nur hatte ich mir nichts dabei gedacht.

Ich wollte es mir gerade im Bett gemütlich machen, da hörte ich erneut das Pochen, eine Stimme, die etwas erwiderte und kurz darauf zwei Frauenstimmen, die kichernd aus dem Zimmer kamen und sich in gebrochenem Englisch mit Küsschen von jemandem verabschiedeten. Prostituierte.

Es war offensichtlich: Der Russe fuhr, was die Zimmervermietung anging, zweigleisig. Unser Nachbar hatte sein Zimmer vermutlich nur für ein paar Stunden gemietet. Ich wünschte mir, ich hätte meinen Aufenthalt in Pattaya auch auf ein, zwei Stunden beschränkt. Statt mich unter die Decke zu legen, holte ich meinen Tropenschlafsack aus meinem Rucksack und wickelte mich stattdessen in den ein. Es war 23:06 als ich das letzte Mal auf mein Handy schaute. In etwas weniger als neun Stunden würden wir auf der Rückbank eines Autos sitzen, das uns endlich aus dieser Stadt brachte.

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Warst du schon in Pattaya?

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht – oder ganz andere? Ich freue mich über deinen Kommentar! Ich freue mich auch über Kommentare von Pattayaliebhabern, bierbäuchigen alten Männern und Menschen, die einfach generell eine andere Meinung haben.

Ich möchte dich aber bitten, dabei sachlich zu bleiben. Kommentare, die unsachlich sind oder Beleidigungen oder Unterstellungen enthalten, werden nicht freigeschaltet. Wenn du nach dem Lesen dieses Artikels also vor Wut schäumst, weil du mit deiner Googlesuche nach „Nutten Pattaya“ nicht auf einer Pornoseite gelandet bist, sondern auf dieser, dann verschwende deine Zeit lieber nicht damit, zu kommentieren. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.
 

Über die Autorin

Bloggerin und Autorin Anna Röttgers Reiseblog Anemina Travels Avatar
Anna liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach, Gespräche am Lagerfeuer und Nordamerika. Sie würde einen spontanen Roadtrip jederzeit einem Tag am Pool vorziehen und ist am liebsten draußen - zum Wandern, Surfen oder Snowboarden.

42 Kommentare

  1. Michael Zernick

    Hallo Anna,
    ich habe Deinen Artikel über Pattaya gelesen und empfinde ihn in der Tat als ungerechtfertigt.
    Ich bin weder bierbäuchig noch stets oben ohne, sondern 44 Jahre alt und war schon 26 Mal in Thailand, jedes Mal auch einige Tage in Pattaya. Ich bin auch nicht auf ,,Nutten Pattaya“ gewesen, falls es solch eine Seite überhaupt gibt. Da ich auch thailändisch sprechen kann und viele Freunde und inzwischen sogar eine Zweitfamilie in Thailand habe, kann ich viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten, und empfinde Deinen Beitrag als sehr einseitig und
    klischeehaft.
    Zum ersten hast Du in Deiner Nachricht nicht ein einziges Mal die Sehenswürdigkeiten der Stadt erwähnt. Damit meine ich nicht die Frauen oder Go Go Bars, sondern z. B. Mini Siam, den Nong Nooch Tropical Garden, The Million Years Stone Park, Ripley`s Believe it or not o.ä.
    Ich war auch schon oft am Strand und empfinde die Sonnenschirme aufgrund der sengenden Hitze eher als hilfreich statt als störend. Wenn Du in die Sonne willst, so rücke Deinen Liegestuhl doch einfach etwas zur Seite. Es gibt dort zwar diese Meere an Sonnenschirmen wo tatsächlich Liege an Liege steht, doch zwischen diesen Inseln sind mindestens 20- 30 Meter Platz. Zum Meer gibt es sogar noch mehr Platz, also dass Du keine Chance hattest, Deine Liege etwas abseits zu stellen mit Blick auf das Meer, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Prostituierte kommen nach meiner Erfahrung (26 Besuche in der Stadt) erst abends dorthin, und Stripper habe ich dort noch nie gesehen. Am Strand zu strippen würde sowieso zum Gesichtsverlust in der thailändischen Kultur führen.
    Dass ein Mann dort ungeniert in Deine Richtung urinierte, ist wirklich sehr eklig. Doch ich muss Dir hierbei einmal ein ganz grosses Geheimnis enthüllen: SO ETWAS GIBT ES NICHT NUR IN
    PATTAYA BZW. THAILAND!!! Ich weiß nicht, ob Du noch nie in Berlin am Bahnhof Zoo oder Bundesplatz oder im Görlitzer Park gewesen bist. Da ist urinieren noch eher harmlos, aber deswegen jetzt Pattaya schlecht zu machen, ist ja wohl etwas unpassend. Gleiches gilt sinngemäß für die Zweigleisigkeit des Hotelpersonals oder deren Unfreundlichkeit. Dann such Dir doch einfach ein anderes Hotel!
    Die einzigen Dinge, wo ich Dir wirklich Recht geben muss, ist zum einen die Sauberkeit, die dort wirklich selten ist. Es wird sehr viel Müll an den Strand und auf die Strassen geworfen, das ist nicht sehr schön.
    Zum anderen der Sextourismus, der dort Überhand genommen hat. Aber, auch wenn Du gerade als Frau es nicht gerne hörst, ohne den Sextourismus wäre Thailands Wirtschaft sehr viel schlechter dran. Mich stört weniger die Tatsache, dass die meisten Touristen deshalb nach Pattaya kommen, sondern eher ihr teilweise sehr schlechtes Benehmen in der Öffentlichkeit. Zum Beispiel werden Frauen dort manchmal am hellichten Tag begrabscht und belästigt. Das finde ich viel schlimmer.
    Trotzdem ist Pattaya nicht so schlecht, wie sein Ruf, den Du hier verbreitest. Ich bin ganz ehrlich zu Dir, ich glaube, dass Du als Frau diesem Ort als Sündenabel von vornherein negativ gegenüber standest und nur das Schlechte sehen wolltest, weil Du Dich dabei in Deinen Vorurteilen bestätigt sahst. Trotzdem alles Gute für die Zukunft!

  2. P:BO

    Ich war schon zwei mal in Pattaya. Ich teile deinen Eindruck leider keineswegs.
    Das Nachtleben hab ich als Frau sehr amüsant empfunden und mich auch beim Feiern nicht bedrängt oder unwohl gefühlt, die Nachtclubs sind mit einer wahnsinnigen Lichttechnik ausgestattet und die Musik abwechslungsreich, eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei.
    Da es nicht ausschließlich um Partyurlaub ging und wir auch etwas sehen wollten haben wir in Pattaya viel unternommen, die Nachtmärkte sind unglaublich sehenswert und die neu errichteten Einkaufszentren gleichen einem Paradies. An jeder Ecke konnte man Touren buchen und einiges entdecken auch in Pattaya selbst. Ich bin fest davon überzeugt ,dass der Ort Zeit braucht, bzw man sich welche dafür nehmen sollte, um die wirklich reizvollen Dinge zu sehen.

    Am Strand konnte man ebenso ganz entspannt liegen, kaum lästige Verkäufer, direkte Einkaufsmöglichkeiten an der Promenade und sauber.

  3. Gerrit

    Pattaya ist der SCHÖNSTE Ort der Welt.

    Die Autorin, weiß wohl nicht, dass Pattaya eine Stadt nur für Männer ist.

    Dann ist klar, dass man negativ davon berichtet.

    Ich will später dort leben. Am liebsten jetzt schon.

  4. Stephi

    Also jeder ist nunmal anders und jedem gefällt etwas anderes, aber ich finde es ziemlich unfair Pattaya die hässlichste Stadt der Welt zu nennen wenn man noch nicht alle anderen Städte der Welt gesehen hat. Das wirft ein so schlechtes Bild auf die Stadt dass sie meiner Meinung nach nicht verdient hat. Und es gibt definitiv hässlichere Städte. Aber wie hässlich kann eine Stadt schon sein wenn sie einen schönen Strand hat 😉

  5. Erik Lange

    Meine Lieben.
    Ich habe mir alle Kommentare angeschaut und möchte jetzt mal differenziert über meine Erfahrungen in Pattaya berichten.
    Ich bin kein Sextourist, habe über das Internet eine Thai kennen gelernt die an der Rezeption eines Hotels arbeitet. Nach 7 Monaten videocall habe ich sie für 4 Wochen besucht. 4 Tage waren wir auf Koh Chang, den Rest in Pattaya.
    Ja, Pattaya ist laut, Pattaya hat keine schönen hauptstrände, in Pattaya läuft viel gesocks rum…Es gibt viele Männer die sich eine Frau „kaufen“.
    Es gibt aber auch eine andere Seite!
    Es gibt unendlich viele nette Menschen mit einem guten Herz.
    Es gibt, auch in Pattaya-Mitte, viele gute günstige und saubere guesthouses.
    Es gibt unendlich viele schöne Liebesgeschichten.
    Es gibt eine unendliche Auswahl an nationalen und internationalen Restaurants.
    Pattaya ist eine internationale und pulsierende Metropole.
    Dort leben sehr viele Nationen friedlich nebeneinander und miteinander.
    Und wenn ihr Mädels die ekligen Männer kritisiert, bitte schert nicht alle über einen Kamm. Klar gibt es die Männer die sich Frauen kaufen, ebenso gibt es viele schöne Beziehungen und Ehen zwischen Thais und Farangs.
    Und es gibt einsame alte Menschen, die in D niemanden mehr finden würden.
    Dabei ist zu bedenken, in Thailand herrscht das take care Prinzip, also sich um jemanden kümmern. Und hier, wie in ganz Asien, wird das Alter geschätzt und respektiert.
    Ich habe hier meine große Liebe kennen gelernt und werde sie heiraten.
    Wir werden erst in D leben und nach meiner Pensionierung werden wir in Pattaya leben.
    Weil Pattaya so vielfältig und international ist.
    Also bitte, es gibt nicht nur schwarz oder weiß.
    Man muss sich eine Sache oder eine Stadt schon genau anschauen.
    Pattaya hat auch schöne und interessante Seiten und man muss sich schon mit den Menschen dort beschäftigten.
    Dann ist auch Pattaya liebenswert….

  6. Ralph Baumann

    Ich glaube Pattaya ist tatsächlich besser als sein Ruf. Komme seit einigen Jahren dahin und habe durchweg viele liebenswürdige und nette Menschen kennengelernt. Warum man Pattaya wählt als Urlaubsziel muss jeder für sich entscheiden. Es ist sicher keine bezaubernde Stadt mit eigentlich auch gar keinen Sehenswürdigkeiten. Dafür ist sie aber voller Leben auch wenn das vom Tourismus beherrscht ist. Die Stadt hat viel getan in den letzten Jahren. Die Zahl der Liegen an den Stränden ist mittlerweile stark zurück gegangen, der Stadtstrand wurde zum Meer hin aufgeschüttet und sieht ein bisschen aus wie Miami. Der Dreck nimmt auch ab da Strandverschmutzung bestraft wird und geraucht werden darf am Strand selber auch nicht mehr. Die Stadt entwickelt sich zum besseren, aber eine Perle Thailands wird es wohl eher nicht werden. Familienurlaub ist machbar aber eher nicht zu empfehlen. Wer es ruhig mag sollte eher weiter südlich oder nördlich von Pattaya Quartier suchen. Wer die vielen Händler ob in den Shops oder diejenigen die erst Abends ihre Stände aufbauen mag, ebenso wie das quirlige Nachtleben und nicht hauptsächlich wegen Strandurlaub geht, für den ist Pattaya ganz OK. Vielleicht muss man Pattaya verstehen um sich hier wohlzufühlen. Ich fühle mich hier jedenfalls immer wohl. Aber wie gesagt, wer kristallklares Wasser und traumhafte Palmenstrände sucht ohne viel Trubel der sollte einen anderen Platz suchen. Es gibt genug davon in Thailand. Ich war Vereinsgebunden dreimal am Ballerman auf Mallorca und ich ziehe Pattaya dieser Partymeile zehnmal vor. Entscheidet selbst, Pattaya kann man mögen wenn man sich bewußt darauf einläßt.

  7. Michael

    Ich komme nun schon 30 Jahre nach Pattaya und bin schon ueber 10 Jahre mit einer Thai verheiratet. Ich finde das Pattaya eine der verrücktesten Städte der Welt ist und deshalb auch soviel aus diesem Grund hier her kommen. Warum auch nicht auch ich und meine Frau gehen mal gerne in eine Bar oder auch in eine Go Go Bar das gehört hier einfach dazu. Wir kommen jedes Jahr für ein paar Tage hierher das gehört für uns einfach dazu. Wer das nicht mag oder wem es hier nicht gefällt hat viele andere Möglichkeiten auf der Welt Urlaub zum machen. Einfach wegbleiben es können nicht alle am gleichen Platz Urlaub zu machen. Das ist auch gut so

  8. Sternschnuppe

    Ich moechte gerne wissen was sich diese Deutschen Ueber Thailand Auslassen Fahrt einfach zur eurer Putzfrauen Insel und last einfach die Anderen ihren Urlaub machen Thailand ist ein Wunderbares Land Um sonst kommen nicht im Jahr Ueber 50 Milionen Turisten hier her

    • Mensch, Sternschnuppe. Nur weil mir Pattaya nicht gefallen hat, musst du hier doch nicht die beleidigte Leberwurst spielen. Müssen ja nicht alle die gleichen Orte toll finden. Wäre ja auch blöd, dann würden sich nämlich auch alle an den gleichen Orten tummeln und da wär’s dann ganz schön voll.

  9. Gerry

    Hallo.
    Ich bin auf dieses Text gestoßen auf meiner Suche nach Empfehlungen zu Aktivitäten im Großraum Pattaya, die NICHTS mit Rotlicht zu tun haben. Ich kenne solche Berichte zuhauf. Teilweise berechtigt, teilweise triefend vor Vorurteilen, Oberflächlichkeit und Fehlinformation. Ganz allgemein: Pattaya ist der falsche Ort, wenn man zum ersten Mal in Thailand ist und weder die Sitten noch die Kultur noch die Mentalität Südostasiens kennt. Pattaya ist der falsche Ort, wenn man saubere Traumstrände, paradiesische Einsamkeit und tropische Exotik sucht. Pattaya ist der falsche Ort, wenn man mit einer reichen Oberklasse in Luxus Urlaub machen will oder unter Kulturkritikern und Feuilleton-Lesern sein will. Pattaya ist der richtige Ort, wenn man über manch Exzesse hinwegsehen kann und sich in der Lage sieht gewisse Orte nicht zu besuchen. Pattaya ist der richtige Ort, wenn man zu bezahlbaren Preisen in 4-Sterne+-Hotels Urlaub machen will und gleichzeitig noch einen Strand vor der Tür haben möchte. Pattaya ist der richtige Ort, wenn man gern gut essen geht und die kulinarische Vielfalt Thailands an einem Ort konzentriert genießen möchte. Denn in Pattaya arbeiten Familien aus jedem Winkel des Königreichs und bringen ihre Rezepte mit in die Garküchen. Etwas ähnliches findet man höchstes noch in Bangkok. Das vorweg. Für alles weitere nehme ich den Text mal einzeln auseinander. Und nebenbei: Ich persönlich lebe seit 15 Jahren in einer Beziehung, habe vielleicht leichtes Übergewicht (da es der Autorin ja scheinbar auf das Körpergewicht und das ästhetische Aussehen im Besonderen anzukommen hat, um von ihr ernst genommen zu werden…), bin ansonsten relativ normal und noch unter 40 Jahre alt. Ich hoffe, das ist gerade noch so akzeptabel.

    „Pattaya ist eine Stadt, die für ihre Vergangenheit berüchtigt ist. Ab etwa 1960 war sie so eine Art Sex- und Vergnügungsparadies für amerikanische Soldaten, die dort vergessen konnten, dass sie in Vietnam Menschen töten mussten und dass sie zu Hause Frau und Kinder sitzen hatten.“
    Tja… Pattaya war ein R&R-Zentrum, als solches erschlossen, aus 2 Gründen: es hatte eine stille Badebucht und lag nur 40 km nördlich der Airforce-Base U-Tapao, von der früher amerikanische Bomber abhoben und heute Bangkok Airways nach Samui und Phuket fliegt. Die damals 18-20jährigen amerikanischen Soldaten, die dorthin zum Fronturlaub geschickt wurden, hatten wahrscheinlich eher (noch) keine Kinder und Ehefrauen, aber das nur am Rande.

    „Die Stadt boomte, Bordelle und Bars säumten das Strandufer, mehr und mehr zog es junge, arme Mädchen auf der Suche nach schnellem Geld ins Sündenbabel Thailands.“
    Das kam später, als die US-Truppen weg waren, holte man sich andere „Kundschaft“. Das unterscheidet Pattaya übrigens in keinster Weise von gewissen Orten auf den Philippinen. Und wer sich zuvor über sein Reiseziel erkundigt, vor allem welche Strukturen man dort vorfindet, weiss das und sollte sich besser nicht beschweren.

    „Ich wusste das, bevor ich nach Pattaya fuhr. Was ich nicht wusste, war, dass trotz anders lautender Versprechungen die Stadt sich nicht geändert hatte in den fast 40 Jahren seit dem Ende des Vietnam-Kriegs und dem Abzug der amerikanischen Truppen aus ihrem thailändischen Stützpunkt. Ich hatte gehört, Pattaya hätte sich gewandelt, hin zu einem Strand- und Badeort, einem Vergnügungszentrum für die ganze Familie. Ich hätte es besser wissen können. Doch ich wusste es nicht besser und so saß ich 18 Stunden nach meiner Ankunft in der Stadt des Grauens in einem Taxi, das mich so schnell wie möglich wieder weg bringen sollte.“
    Also warst du bereits vor 40 Jahren dort und kannst das daher so gut beurteilen? Egal, spielt keine Rolle. Ich kann dir sagen, die Hochhäuser hats damals definitiv noch nicht gegeben, die wurden erst später gebaut. Damals hatte Pattaya ein paar tausend Einwohner, heute ist es so groß wie Nürnberg oder Karlsruhe. Rotlicht ist nichtmal ein zehntel der Stadt und gibt es in einer handvoll Zentren, die man meiden kann, wenn man es nicht sehen will.

    „Doch von vorne. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es nicht meine Idee gewesen war, nach Pattaya zu fahren. Die Stadt lag auf unserem Weg zwischen Koh Chang und Bangkok, die Wettervorhersage versprach viel Sonnenschein und S. freute sich auf Action – Jetski, Parasailing und ähnliches. Pattaya ist auch für diese Dinge bekannt, Dinge, die wir beide schon immer mal ausprobieren wollten, die uns aber außerhalb von Südostasien immer zu teuer waren. Wir wussten, dass wir mit einer hohen Rotlichtquote zu rechnen hatten, aber am Strand, dachten wir, mit frischen Kokosnüssen in den Händen, würde uns das nicht allzu sehr stören.“

    Koh Chang kann man über den Flughafen Trat erreichen ohne nach Pattaya zu müssen. Busse fahren von Bangkok-Ekkamai in 5-6 Stunden dahin. Direkt. Jetski ist Pattaya ein Angebot für 1000 Baht, knapp 25 Euro. Soviel habe ich letzten Mai auf Gran Canaria während eines Bootsausflugs auch dafür bezahlt. Also europäische Preise und in Thailand ist Jetski-Fahren gefährlich und dringend abzuraten, denn Verbrechergangs nutzen vermeintliche und gefakte „Schäden“ um ahnungslose Urlauber extrem abzuziehen. Da haben mache schon vierstellige Summen bezahlen dürfen und der ganze Urlaub war komplett zerstört. Das wurde sogar mal ein Thema für eine Intervention des Botschafters von Österreich beim thailändischen Innenminister. Aber wer meint es trotzdem tun zu müssen, weils angeblich billig ist, nicht mein Problem.

    „In unserem kleinen Hotel saß ein schlecht gelaunter Russe im Unterhemd auf einem Ledersofa und aß eine Nudelsuppe. Im Aschenbecher neben ihm qualmte eine Zigarette, über ihm summte der Ventilator. Dimitri musterte uns mürrisch. Dann rief er einen Mitarbeiter, der uns zu unserem Zimmer führte.“
    Ich buche, wenn ich in Pattaya bin (und das passiert alle 3 Jahre), ausschließlich Hotels in Jomtien. Weil Pattaya-Mitte völlig zugebaut, hektisch und laut ist und das kein Urlaub sein kann in den billigen Drecks-Absteigen dort. Am Dongtan-Beach von Jomtien, knapp 4km südlich von Pattaya-Mitte, liegen 2 der schönsten und gemütlichsten Hotels, die es auf Festland-Thailand gibt: Das Rabbit-Resort und das Avalon Beach Resort. Unfassbar freundliche Thais, gehobene Gästequalität, bezahlbare Preise, super Essen und ruhige traumhafte Anlagen direkt am Meer. Liegestuhlmiete an den völlig zugestellten Stränden? braucht man nicht, wohnt man dort…… das als Tipp. Aber scheinbar soll es ja billig und schmutzig sein. Oder weswegen geht man sonst in eine russische Absteige wo der Besitzer aussieht wie ein Penner und die Zimmer stundenweise verhökert? Ich sage an der Stelle immer: Die Leute verdienen halt das, was sie wählen.

    „Wir hatten sein Angebot abgelehnt, für zehn Dollar Aufpreis pro Nacht die Fernbedienung für die Klimaanlage zu leihen. Damit hatten wir uns anscheinend keine Freunde gemacht.“
    In Unterkünften die ich bevorzuge, gibt es gewisse Dinge umsonst. Zum Beispiel die Bedienung der Klimatisierung, des Fernsehers oder das Frühstück… Und die gibt es in Pattaya in Massen. Warum dann so ne Absteige buchen und sich dann beschweren???

    „Sie schauten sich an und erwiderten nichts darauf. Die einzigen anderen Touristen, die wir auf dem Fußmarsch Richtung Meer sahen, sprachen russisch. Bierbäuchige Männer, gut angetrunken, schlanke Blondinen an ihrer Seite, stark überschminkt, Kinder, auf deren Kleidungsstücken in Großbuchstaben die Namen von Luxusmarken prangten.
    Ein paar weiße Männer mittleren Alters, ebenfalls bierbäuchig und gerne oberkörperfrei, bevölkerten die Strandpromenade – wohl in der Tradition der GIs auf der Suche nach willigen Thaifrauen.“
    Nochmal. Wer nach Pattaya kommt, kommt nicht wegen der tollen Architektur. Es gibt dort nichts zum Anschauen und bewundern. Kann man vorher wissen, steht tausendfach bei Dr. Google zum nachlesen. Bei so viel Naivität hätte ich auch einen sehr vielsagenden Blick aufgesetzt. Pattaya ist billig, der billigste Strand-Ort in Thailand, und wo es billig ist, beherrscht das russische Prekariat das Bild. Früher wars die englische Unterschicht, aber ich denke, der Unterschied ist maximal die Sprache. Und die Russen kommen tatsächlich als Familie. Sprich mit Ehefrau und Kind (falls vorhanden), teilweise sogar mit den alten Eltern die noch nie außerhalb von Russland gewesen sind. Da sind die sozialer als wir, muss man anerkennen. Insofern stimmt es also tatsächlich, dass Pattaya einen gewissen Wandel hin zu Familienfreundlichkeit hingelegt hat. Aber da es eben keine mitteleuropäischen Familien sind (die definitiv nicht besser sind!), ist das Gefühl scheinbar nicht gut. Die Markenklamotten in Pattaya sind übrigens alle gefälscht, ist also kein Zeichen von Reichtum. „Weiße“ Männer mit freigelegtem Bierfass über dem Gürtel habe ich zuletzt in Maspalomas auch gesehen, wie überhaupt in ganz Spanien. NOCH werden Leute wegen ihres Aussehens zum Glück nicht weggesperrt. Und für seine Hautfarbe kann niemand was, denke ich. Sie in Verbindung mit einer negativen Beschreibung zu erwähnen ist Rassismus. Sorry, wenn ich es so direkt aussprechen muss. Aus der Suche nach „willigen Frauen“ sind die übrigens eher nicht in dieser Situation. Zum einen, weils die „willigen Frauen“ weitgehend erst nach Sonnenuntergang in den Rotlicht-Seitengassen gibt, zum anderen, weil die meisten älteren übergewichtigen Männer nicht das erste mal in Pattaya sind und meistens eine feste „Partnerin“ vor Ort haben oder sich bereits kurz nach Ankunft eine besorgen.

    „Von denen gab es dort genau so viele wie Sonnenliegen am nahegelegenen Strand. Frauen und Männer, daneben Mädchen und vielleicht auch Jungen, kaum älter als 15, himmelhohe Schuhe, gürtelkurze Röcke. So, dachte ich mir, muss es in der berüchtigten Herbertstraße im Hamburger Rotlichtmilieu St. Pauli aussehen, dachte ich mir. Mit dem Unterschied, dass die Nutten in Pattaya früher Männer waren – zumindest ein Teil von ihnen.“
    Was soll man dazu sagen. Da hat scheinbar jemand die Ausweise gecheckt und das wahre Alter aus der dort aufgedruckten buddhistischen Zeitrechnung ins europäische errechnet. Aber mal ehrlich. Thais sehen jünger aus als sie sind. Viel jünger. Die Zeiten, als tatsächlich die Päderasten Pattayas Ruf endgültig vernichtet haben, sind vorbei. Weil selbst die korrupteste Polizei gemerkt hat, dass die Pädos die perfekte Abzock-Zielgruppe sind. Zigfach gibt es Berichte, wie Polizeibeamte minderjährige Mädchen und Jungs als Lockvögel benutzt haben und die Täter auf frischer Tat in flagranti erwischten. Das führte zwar nicht zu den zurecht hohen Knaststrafen, sondern die Päderasten mussten sich ihre Freiheit beim Polizeichef erkaufen, da sollen angeblich schonmal hunderttausende Euro gefordert worden sein und mancher hat seinen Sexurlaub mit seiner wirtschaftlichen Existenz bezahlt. Dazu kein Mitleid von mir, Päderasten sind Abschaum und Verbrecher und verdienen das. Und zur Ehrenrettung von Hamburg: Auf St.Pauli gibts keine 15jährigen, die sich verkaufen. Zumindest nicht legal geduldet, genauso wenig wie in Pattaya.

    „An eine Pause am Strand war nicht zu denken. Liege an Liege stand dort dicht gedrängt, vom Sand war fast nichts mehr zu sehen. Sonnenschirme verdrängten das Licht und die freie Sicht auf das Meer, überall Gestank, Dreck, Stripper und Prostituierte. Wir setzten uns auf eine Mauer um den Thai-Döner zu essen, den wir uns an einem kleinen Stand gekauft hatten.“
    Siehe oben. Es gibt Alternativen. Im Süden von Jomtien haben die Hotels Privatstrände, die teils paradiesisch sind. Beispiel: Pinnacle Grand Pattaya. Am Jomtien-Beach stehen die Liegen auch dicht an dicht, aber es ist immer in vorderster Front jede Menge frei und man hat sogar meistens viel Privatsphäre. Stripper und Prostituierte habe ich dort noch nie gesehen, außer jene „Urlaubsbegleitungen“, die von ihren Sugardaddys mit an den Strand genommen werden. Und das ist etwas, was man abkönnen muss, will man in Pattaya in Ruhe Urlaub machen: Es ist noch immer ein Ort, wo vereinsamte ältere Herren für ein paar Wochen im Jahr so etwas wie eine Beziehung finden, die sie in Europa kaum noch erwarten können. Das ist eine andere Seite der Medaille. In Europa vereinsamen viele Menschen, und in Pattaya finden sie eine Art Paradies (das Pattaya definitiv nicht ist, und wenn sie es merken, fallen sie meist in ein psychisches Loch, aber das führe ich an dieser Stelle nicht weiter aus weil es den Rahmen sprengen würde). Genauso wie es manche Frauen in Kenia und Jamaika tun.
    Nebenbei: Es gibt keine „Thai-Döner“. Es gibt Dönerspieße, die dort angeboten werden genauso wie Pizza dort an jeder Ecke zu haben ist. Das ist kein Thai-Essen, das ist importierter europäischer Scheiß. Sorry für die harten Worte. Und wenn man Thailand erleben möchte, sollte man vielleicht einmal das einheimische superleckere und geniale Essen probieren. Das gibts am Strand von fliegenden Händlern in Fülle angeboten.

    „Ich hatte meinen zur Hälfte fertig, als sich ein Mann unterhalb von mir neben der Mauer aufstellte und ungeniert anfing, in meine Richtung zu pinkeln. Der Appetit verging mir in einem Wimpernschlag. Ich warf mein Essen auf den Müllhaufen auf dem Strand. Es war 16 Uhr. Ich kaufte mir an einem kleinen Stand ein Bier und stürzte es mit einem Schluck herunter. Danach ging es mir ein bisschen besser. In einer Bar überlegten wir, was wir nun tun sollten.“
    Mir persönlich wird auch schlecht, wenn ich in Thailand einen Döner essen müsste. Aber das habe ich weiter oben schon beschrieben. Um zu erleben, wie ein besoffener Assi sich daneben benimmt, muss man auch nicht nach Thailand fliegen. Ein Urlaub in Lloret, am Ballermann oder in Bulgarien verspricht ähnliche Erfahrungen. Und Pattaya ist abseits von seinem Rotlichtbezirk vornehmlich eine Partystadt, ähnlich wie El Arenal oder Playa del Ingles. Entsprechendes Publikum kommt vor. Auch dazu muss ich sagen: sowas weiß man in Google-Zeiten vorher, und es gibt Orte in Pattaya, wo man davon verschont bleibt. In Jomtien oder Naklua wird man davor verschont.

    „Weil wir unser Hotel schon für zwei Nächte bezahlt hatten, wollten wir wenigstens für eine Nacht bleiben. Unser Zimmer machte immerhin keinen üblen Eindruck.“
    Dann kanns ja so schlimm nicht gewesen sein. *lach*

    „Zurück im Hotel ließen wir uns von Ivan beraten, wie wir am nächsten Morgen nach Bangkok kommen könnten. Er bestellte uns ein Taxi für 40 Dollar. Der Bus hätte uns einen Bruchteil gekostet. Uns war das egal. Es war uns auch egal, dass unser Taxifahrer wahrscheinlich kein Taxifahrer, sondern ein Freund, Bruder oder Onkel von Ivan war. Wir wollten weg hier, und zwar so schnell wie möglich.“
    40 Dollar sind umgerechnet 1400 Baht. Der Preis ist etwas überhöht, es gibt an jeder Ecke Taxi-Anbieter, die den Transfer für 1000 Baht (knapp 25 Euro) anbieten. Ob ein Taxi lizensiert ist, sieht man daran, dass „Taximeter“ drauf steht und die Fahrlizenz mit Bild und Namen des Fahrers sichtbar aufgehängt ist. Wenn man noch ne ganze Nacht in Pattaya aushält, wären die 2 Minuten um das zu checken wahrscheinlich noch drin gewesen, oder? Neben den Taxen gibt es auch private Transportanbieter, die alle ausgebildete Fahrer haben müssen und in neutralen Limousinen unterwegs sind. Die kosten aber ab 2000 Baht aufwärts. Aber es stimmt, Thais denken wirklich an ihre Familien und vermitteln bei Bedarf (sei es ein Fahrer, ein Schneider, ein Verkäufer, ein Fremdenführer oder was weiß ich sonst noch) grundsätzlich Verwandte oder Freunde. Was übrigens nicht heißt, dass die schlecht in ihrer Tätigkeit sind. Ich lese da keine weiteren Probleme heraus, was ist also die Kritik? Dass es scheinbar nicht zumutbar war, zur Busstation zu fahren und dort für ein paar Baht das Ticket zu nehmen? Selber schuld!!!!! Und sorry, selten dämlich…

    „wie Ivan an die Tür des gegenüberliegenden Zimmers hämmerte und jemanden aufforderte, zu gehen. Ich hatte ihn schon am Nachmittag beobachtet, wie er auf einem der unteren Flure vor einem Zimmer herumgelungert und an eine Tür geklopft hatte. Nur hatte ich mir nichts dabei gedacht. Ich wollte es mir gerade im Bett gemütlich machen, da hörte ich erneut das Pochen, eine Stimme, die etwas erwiderte und kurz darauf zwei Frauenstimmen, die kichernd aus dem Zimmer kamen und sich in gebrochenem Englisch mit Küsschen von jemandem verabschiedeten. Prostituierte.“
    Wie oben geschrieben, das sagt etwas über die Qualität des Hotels aus. Wer sich nichts seriöses leisten will, weil 50 Euro pro Nacht scheinbar zu viel Geld sind, sollte gewisse Toleranz zu seinem Umfeld aufbringen.

    „Es war offensichtlich: Der Russe fuhr, was die Zimmervermietung anging, zweigleisig. Unser Nachbar hatte sein Zimmer vermutlich nur für ein paar Stunden gemietet. Ich wünschte mir, ich hätte meinen Aufenthalt in Pattaya auch auf ein, zwei Stunden beschränkt. Statt mich unter die Decke zu legen, holte ich meinen Tropenschlafsack aus meinem Rucksack und wickelte mich stattdessen in den ein. Es war 23:06 als ich das letzte Mal auf mein Handy schaute. In etwas weniger als neun Stunden würden wir auf der Rückbank eines Autos sitzen, das uns endlich aus dieser Stadt brachte.“
    Da auch die übelsten Absteigen klimatisiert sind in Thailand (was man an den Wärmetauschern außen an den Fassaden sieht), denke ich mal dass es keine hitzige Nacht trotz Schlafsack geworden ist. Falls eine psychische Abneigung gegen die Bettwäsche bestand weil vielleicht jemand mal darauf unaussprechliche Dinge getan haben könnte… Man kann sehen und riechen, ob sie frisch gewaschen ist. Selbst in Pattaya. Wobei ich noch nie verstanden habe, wozu in aller Welt man in Thailand einen Schlafsack braucht. Es gibt tausende preiswerte herrliche Hotels, von einfachen Hütten bis zum Beach Resort. Mit guten gemütlichen Betten. Aber wers so haben will….

    Abschließend:
    An Pattaya scheiden sich die Geister. Für die einen die Hölle, für andere das Paradies. Und für einige wie mich ein Ort, an dem man entspannt Urlaub machen kann, wenn man gewisse Dinge nicht beachtet und wenn man weiß, was man dort erwarten kann und was nicht. Aber wer denkt, Pattaya wäre schmutzig und überlaufen mit Prostituierten und Freiern, der sollte Patong auf Phuket besser meiden. Wer denkt, das Meer dort wäre schlecht, sollte Paradise Beach auf Koh Samui und die Strände Koh Samets besser auch nicht besuchen. Wer meint, das Publikum dort nicht ertragen zu können, sollte vielleicht auch Lloret de Mar und El Arenal meiden. Wer meint, dass Pattaya nur aus Party, käuflichen Frauen und Exzessen besteht, wäre von Chaweng auf Koh Samui ähnlich enttäuscht. Und wer russische Urlauber nicht ausstehen kann, wäre mit Türkei und Ägypten auch nicht wirklich gut beraten. Ich muss nicht nach Pattaya fahren, um gewisse Dinge zu sehen. Und trotzdem haben alle anderen Urlaubsorte ein besseres Image. Das muss man hinnehmen. Was eine faire Darstellung aber nicht ausschließt.

    Es gibt 2 Orte in Thailand, die ich absolut nicht leiden kann, die ich schlimm finde und bei denen es mir schlecht wird. Das sind die Fullmoon-Partys auf Koh Phangan und die Khao San Road in Bangkok. Und weil ich diese Orte nicht ab kann und weiß welch Publikum und welch Ambiente mich dort erwartet, gehe ich nicht hin. So wie es in Pattaya Gegenden gibt, in die man nicht gehen sollte. Deswegen ist aber weder die ganze Stadt schlecht noch die ganze Region.

  10. Gabriel

    Also.. nach etlichen Suchanfragen a la „Pattaya + etwas negatives“ hab ich letztlich diesen Thread gefunden um mich endlich bestätigt fühlen zu können. Anscheinend denkt nur ein Bruchteil aller männlicher Glieder wie ich. Vorweg: ja, es sollte ein Sex-Urlaub werden.

    Nun, ich war 10 Tage in Pattaya – ich muss es so formulieren – gefangen und werde nach dieser Erfahrung höchstwahrscheinlich nie wieder nach Thailand reisen. Ganz gleich wie diverse Orte dort beschrieben werden.

    Die gesamte Atmosphäre, ob nun die Gesichter der Verkäufer, Taxi-Fahrer etc. pp., die stets latente Abneigung zeigten, die Frauen, die einem hinterher schrien, die Abzocke, der Dreck, die Straßen, das Verdorbene, die aufdringlichen Ladyboys, die unzähligen notgeilen Vollidi*** oder das Essen – für einen Menschen mit einem Hauch von Niveau und Intellekt ist das alles unglaublich zum kotzen.

    Solltest du, der du das hier liest, auch nur irgendetwas von dir halten, reise auf gar keinen Fall in dieses Drecksmoloch. Ich hoffe, mit meinem Ausdruck nicht über die Strenge zu schlagen, doch lassen sich meine Eindrücke sonst leider nicht sachgerecht übermitteln.

    Viele der Berichte, die du in diversen einschlägigen Foren lesen kannst, sind von Ü40-Männern oder trostlosen und einsamen Männern geschrieben, die zwischen den Schenkeln einer 9000 km entfernt lebenden Dame ein Hauch von Glück empfinden und dabei wohl all den Dreck, der ein solches Gesuch geleitet, ausblenden.

    Ich könnte weiter ausführen, doch sollte das beschriebene für ein waches Gemüt sicherlich ausreichen.

    Durchweg hundsmiserables Gefühl und wohl eines der schlimmsten Erlebnisse meines Lebens. Wenn du jung und nicht gerade vor den Laster gefallen bist, findest du hier zuhauf Frauen, mit denen du deinen Spaß haben kannst. Diese utopische Vorstellung von einem Sex-Paradiese existiert zumindest in Pattaya definitiv nicht. Nicht für denkende Menschen.

  11. Stefan

    Hallo ich bin als allein Reisender Singelmann gerade in Pattaya und es geht mir wie dir , ich verspüre den Wunsch so schnell wie Möglich von hier weg zu kommen. Leider war ich zu spät dran einen Van Richtung Koh Chang zu organisieren so muss ich noch ausharren bis morgen. Ich werde heute die schönen Seiten suchen, aber ich weiss jetzt schon das mir jeder Gesichtsausdruck einer Thaifrau welche die Hand eines *********** hält mir das wieder zu Nichte machen wird….

      • Erik Lange

        Hallo Anna,
        Thailand ist ein sehr konservatives Land welches nie Zeiten einer sexuellen Aufklärung hatte.
        Aber wie kannst du Koh Chang nach deinen Erfahrungen empfehlen?
        Koh Chang ist neben Pattaya Phuket und Bangkok der einzige Ort in Thailand der ein Rotlicht-Milieu hat….
        Eine wunderschöne Insel!

  12. Roy

    Befinde mich berufsbedingt in Pattaya und hatte davor auch ein mulmiges Gefühl bevor ich gekommen bin. Jedoch wohne ich jetzt 4-5 km vom Stadtzentrum entfernt im Norden von Pattaya (Na Klua) und solange ich mich hier befinde, bekomme ich fast nichts vom Bekannten Pattaya Image mit. Paar wenige Massage Bars gibt es auch hier aber kann man leicht umgehen, ansonsten sind hier kaum Touristen vorzufinden und man wird wie ein Mensch behandelt – das wirkliche Thailand. Mal zum Einkaufen kaum in der Nähe der Stadt werde ich von Taxifahrern, Frauen etc dumm angemacht deshalb bin ich sehr zufrieden mit meiner Gegend 🙂

  13. Tongkun

    [Beleidigung gelöscht] … wenn einer das Rotlicht sucht findet er es auch. Ich komme seit 20 Jahren nach Pattaya und es gibt auch schöne Flecken dort an denen man mit der Familie Urlaub machen kann. Wenn man natürlich nur in den billigen Hotel reingeht um zu sparen ist doch klar dass sich da nur Nutten und Freier aufhalten oder glaubts du im Hard Rock Cafe Hotel, Royal Cliff o.ä. kommen Männer mit Begleitung ohne weiteres rein ? Wenn ich natürlich Hotels wähle für 400 Bath die Nacht ist doch klar. Überall auf der Welt gibt es Prostitution und wenn ich gezielt suche finde ich dies auch. Man sollte nicht heiliger sein als der Papst!!!!

    • Lieber Tongkun, vielen Dank für diese Meinung. Die Beleidigung am Anfang habe ich gelöscht – bitte einfach sachlich bleiben. Ja, es gibt wahrscheinlich überall auf der Welt Prostitution – Als Frau kann ich das nicht so gut beurteilen wie ein Mann -, aber an wenigen Orten so offensichtlich wie in Pattaya. Dazu sei noch zu sagen, dass ich schon an sehr vielen Orten der Welt für wenig Geld übernachtet habe und dieses Problem nie irgendwo hatte. Beste Grüße

      • Dan

        Der Artikel ist natürlich gekonnt provokant, aber gut geschrieben.
        Man bekommt ein gut gezeichnetes Bild, wenn man es nicht besser weiß.
        Wer sich dort auskennt, bekommt nen Hals 🙂

        Ich war selbst dort und verstehe, dass Pattaya auf Frauen befremdlich wirken kann. Die Partymeile ist ein riesen Puff und Ballermann auf einmal.
        Halt ich selbst nicht aus, obwohl ich Anfang 30 bin.
        Aber in der Mall oder auf den Nachtmärkten ist es ähnlich Bangkok. Garnicht ekelhaft. Touristisches Gewusel halt.

        Was ich nicht verstehe ist, wieso man ein Hotel im Zentrum bucht.
        Jomtien(ca 3km südlich) hat alles was man braucht, den schöneren Strand, extrem günstige Hotels, Nachtmärkte, die Outlet Mall, deutlich weniger Verkehr, quasi keine Nutten auf der Straße und in deinem Lieblingsrestaurant wirst Du wiedererkannt.
        Alte Männer gibt es auch hier. Dafür fehlen die muscleshirt tragenden Jungspunde. Hier dominieren russische Familien das Touristenbild. Es gibt Bars (auch viele für die schnelle Liebe), aber keine Clubs.
        Und zum Feiern kannst Du dann innerhalb von 5minuten für 20baht zur Partymeile.

        Also mir gefällts richtig gut, ist ne angenehme Mischung.

        Bangkok ist zu viel Smog und Hitze ohne Meer.
        Samui ist relativ teuer, quasi komplett europäisch und Chaweng(die größte Stadt) zudem ebenfalls ein Ballermann.
        Surat Thani ist mir zu fad und mehr kenn ich noch nicht.
        Koh Chang wird hoffentlich demnächst dazukommen.

  14. tina

    Deinen Bericht kann ich nur unterstützen. Pattaya ist die wiederlichste Stadt die ich jemals besucht habe. Jeder Mann der dorthin fährt macht es nicht wegen dem schönen Wetter…..und über jedem undallem hängt dort der Schleier der Verzweiflung

  15. Rene

    Pattaya ist oft die Hölle da gebe ich dir recht.

    Mein erster Urlaub nach Thailand führte mich auch 2 Tage nach Pattaya.
    Es war stressig manchmal ecklig erschreckend aber auch lustig und interessant.

    Die Bars und das Rotlichtmilieu sind unübersehbar aber man muss einfach die Augen dafür verschließen ,sonst steigert man sich in den Hass so hinein und man übersieht die kleinen lustigen interessanten Dinge an diesem Fleck.

    Nicht jeder Russe sitzt in Unterwäsche schwitzend an der Bar und lechzt nach schnellem Sex.
    Ich habe dort viele Menschen kennengelernt ,vom Backpacker bis zum ausgewanderten Rentnerpärchen das die letzten Jahre noch im warmen genießen möchte.

    Du musst mit offenen Augen reisen und die schönen Sachen sehen.
    Die Welt ist nicht nur Sonnen und wir haben uns alle ganz furchtbar dolle lieb ,sondern manchmal auch schmutzig und grausam.

    • Danke für deinen Kommentar Rene! Was bringt es mir, die Augen zu verschließen, um die schönen Seiten zu sehen, wenn ich einfach woanders hin kann, wo es mir besser gefällt? Natürlich sitzen nicht alle Männer in Pattaya im Unterhemd nach schnellem Sex lechzend an der Bar, aber mir persönlich genügt es schon, drei davon zu sehen. Wenn denen das gefällt, sei’s drum. Die Welt ist schmutzig und grausam, ja. Aber Augen verschließen ist nicht besser als weiterreisen.

  16. Hey Anna,
    Ich danke dir für deine Ehrlichkeit! Boah ey, endlich sagts mal jemand. In Pattaya war ich noch nicht, aber Koh Samui fand ich teilweise echt auch schon grenzwertig … und ich habe das Gefühl, dass ich mir damit keine Freunde gemacht habe

    • Hallo Claudia,

      wenn du noch nicht in Pattaya warst: Fahr bloß nie hin! 😉 Thailand hat in der Hinsicht ja echt ein kleines Image-Problem und an manchen Orten zeigt sich halt, wo das her kommt… Klar, dass das niemand gerne hört. Die Stadtverwaltung von Pattaya zum Beispiel tut ihr bestes, das Image aufzupolieren – ohne aber irgendwas gegen die Ursachen zu unternehmen. So kann sich ja nichts ändern…

      Liebe Grüße!
      Anna

  17. Marcel

    Hey
    Also ich bin auch oft in Thailand unterwegs. Koh Samui , BKK….. und muss sagen, dass Pattaya schon richtig heftig ist! Es ist keine schöne Perle. Jedoch was man dort machen kann ist: Party! Wann immer wir auch nach Thailand kommen, 3-4 Tage Pattaya nehmen wir immer mit, weil wir finden das man dort am besten Party machen kann. Und das was euch an Männern die Ihr da seht anekelt, können die so gut wie ÜBERALL in Thailand machen, das geht nicht nur in Pattaya 🙂

    Alles gute, Marcel

  18. Sabine

    Oh mein Gott, ich find ja schon einige Strände um Phuket grausam. Aber Pattaya habe ich mir noch nie gegeben, obwohl ich schon mind. 5x in Thailand war. Das gruselige ist ja, dass dort nicht nur alte, häßliche Männer unterwegs sind, sondern auch ganz normale Typen, die wir auf den ersten Blick wahrscheinlich auch nett finden würden (wenn wir nicht wüssten, dass sie in Pattaya Urlaub machen…)

    • Hallo Sabine!

      Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht, aber das stimmt! Ein Mann, der alleine oder alleine unter Männern in Pattaya Urlaub macht, ist mir auf jeden Fall suspekt, da kann er ansonsten noch so normal sein 🙂

      Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße!
      Anna

  19. Hi Anna! Ich sehe Pattaya förmlich vor mir, auch wenn ich nie dort war. In Thailand allerdings schon. Ich bin in Bangkok mal fast von einer Prostituierten verprügelt worden, weil sie dachte, ich würde ihr den Freier und das Geld klauen. Die Situation war so merkwürdig, dass ich kaum wusste, ob ich lachen oder weinen sollte.

Ich freue mich über deinen Kommentar!


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