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So findest du den richtigen Backpack

Wer mit dem Rucksack reist, trägt sein Gepäck auf Rücken und Hüfte mit sich herum. Ein  passender, bequemer Rucksack ist für einen gelungenen Backpacking-Trip deshalb extrem wichtig. Aber was gibt es bei der Wahl des richtigen Rucksacks zu beachten? Die folgenden sechs Tipps und Anregungen helfen dir beim Finden eines Backpacks, der zu dir passt.

 
Auch wenn ich normalerweise gerne online einkaufe: Für die Anschaffung eines Rucksacks waren mir eine ausgiebige direkte Beratung und die Möglichkeit zum Ausprobieren wichtig. Also habe ich ein paar Läden abgeklappert – unter anderem die Globetrotter-Filiale in Frankfurt, die in punkto Outdoor-Ausrüstung meist meine erste Anlaufstelle ist, und Decathlon, wo es sehr günstige Rucksack-Modelle gibt. Dazu weiter unten mehr.

Nachdem ich einige Modelle ausgiebig an- und ausprobiert habe, habe ich einen Rucksack gefunden, der perfekt sitzt. Es ist ein Fjällraven Abisko 55, der mich in vielerlei Hinsicht überzeugt hat – nicht zuletzt, weil er unglaublich gut auf meinem Rücken sitzt. Diesen Rucksack zu tragen, das fühlt sich für mich fast an, als säße ein Koala auf meinem Rücken und umarmte mich. Für mich ist es das richtige Modell, doch das gilt sicherlich nicht für jeden. Daher möchte ich einige der Tipps, die ich auf meiner Suche bekommen habe, hier weitergeben.

Ich möchte an dieser Stelle übrigens betonen, dass dieser Artikel nicht von Fjällraven, Globetrotter oder sonst wem gesponsert ist.

1. Die richtige Größe für deinen Backpack finden

Betrachte deinen Rucksack als dein Zuhause für den Zeitraum, in dem du dich auf Reisen befindest. Er fasst alles, was du brauchst, schützt deine Habseligkeiten vor Regen und Schmutz, und wird lange auf deinem Rücken und auf deinen Hüften bleiben. Es ist daher sehr wichtig, dass du dir vorher im Klaren bist, was du brauchst, und was überflüssiges Gepäck ist. Eines ist sicher: Der Mensch packt immer mehr als er braucht. Würdest du aber unnötiges Gewicht ständig mit dir herumschleppen wollen? Eben.

Einen Rucksack zu kaufen, der zu groß ist, ist unsinnig. Der perfekte Rucksack sollte so klein wie möglich und so groß wie nötig sein – eine Binsenweisheit, die aber enorm wichtig ist. Alles, was nicht mehr als 20 Prozent deines Körpergewichts wiegt, ist auch über längere Strecken gut zu tragen – so weit die Faustregel. Die Bundeswehr würde mir da jetzt vermutlich widersprechen – aber du willst ja nicht in den Kampf ziehen, sondern im Urlaub Spaß haben.

Bei einem Körpergewicht von 60 Kilo dürfte ich nach der 20-Prozent-Regel also 12 Kilo mit mir herumtragen. Ich habe mich deshalb für einen recht kompakten Rucksack entschieden – 55 Liter sind vielleicht nicht die Welt, haben sich aber beim Probepacken als vollkommen ausreichend erwiesen.

Jeder zusätzliche Liter Fassungsvermögen bedeutet, dass du mehr einpacken kannst, also auch mehr Gewicht. Schon alleine deshalb solltest du einen Rucksack immer mit Gewicht anprobieren. Zu Hause kannst du ihn probepacken, im Geschäft hingegen gibt es Säcke in verschiedenen Größen, die Packmaß und -gewicht simulieren. Falls es das im Geschäft deiner Wahl nicht gibt, bist du vielleicht im falschen Geschäft gelandet – such dir in dem Fall besser ein anderes.

Mit dem gepackten Rucksack solltest du unbedingt eine Weile herumlaufen um zu testen, ob dir der Rucksack zu schwer wird. Wenn möglich, steig dabei auch ein paar Treppen hoch und runter.

iÜbrigens: Frauenrucksäcke gibt es nur bis zu einem Packvolumen von 75 Litern – und die meisten der großen Modelle sind Ladenhüter. Männerrucksäcke hingegen fassen bis zu 130 Liter. In einen solchen könnte ich mich locker hineinsetzen (ist dann ein Fall für die Bundeswehr).

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2. Das kostet ein guter Backpack

Wenn du schon weißt, dass du deinen Rucksack viel und lange nutzen wirst, ist er es wert, ein wenig Geld zu investieren. Bei Decathlon gibt es Trekking-Rucksäcke bereits ab etwa 50 Euro, du kannst aber locker auch mehrere Hundert Euro für einen Backpack ausgeben. Gegen die günstige Variante habe ich mich letztendlich hauptsächlich entschieden, weil mir keines der Modelle so richtig auf dem Rücken gepasst hat – ich hatte das Gefühl, dass hier viel an Gurten und Polsterung gespart wird.

A propos: Leicht und schnell verstellbare Gurte sind wirklich wichtig – nicht nur an den Schultern und an der Hüfte. Auch ein Backpack, dessen Rückenhöhe verstellbar ist, sammelt bei mir Pluspunkte.

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3. Das Material deines Backpacks

Brauche ich einen Rucksack, der zu 100 Prozent wasserabweisend ist? Darüber habe ich lange nachgedacht. Mein Fazit schließlich: Nein.

Zunächst: Die meisten wasserdichten Rucksäcke sind wesentlich teurer als andere. Es gibt vielleicht Länder und Reiseformen, in denen es angebracht wäre, einen wasserdichten Rucksack dabei zu haben. Natürlich kann es auch in Südostasien während der Regenzeit hin und wieder kräftig regnen. Dass mein Rucksack stundenlang einem Regensturm ausgesetzt ist, halte ich aber für unwahrscheinlich. Ebensowenig habe ich vor, mit dem Rucksack in einen Pool zu springen oder tiefe Flüsse zu durchqueren.

Also habe ich entschieden, dass das Material einen leichten Nieselregen vertragen können muss. Für alles andere muss das Regencover herhalten, das es ohnehin zu fast jedem Rucksack dazu gibt.

Wenn du deinen Rucksack aussuchst, solltest du auch darauf achten, keinen Rucksack mit allzu hohem Eigengewicht zu wählen. Schon ein halbes Kilo mehr oder weniger kann auf Dauer einen großen Unterschied ausmachen. Viele moderne Textilien sind sehr leicht und es gibt heute sogar Rucksäcke, die kaum zwei Kilo wiegen. Das macht sich aber im Preis bemerkbar.

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4. Rucksack beladen: Top-loader vs. front-loader

Die meisten modernen Trekking-Rucksäcke haben nicht nur eine Öffnung an der Oberseite, sondern auch eine an der Vorderseite, was extrem praktisch ist und das Suchen nach Kleidungsstücken unheimlich erleichtert.

Als ich zum ersten Mal mit Rucksack gereist bin, in Andalusien, musste ich jedes Mal, wenn ich etwas brauchte, den gesamten Rucksack aus- und wieder einpacken. Meinen neuen Rucksack kann ich nun einfach auf den Boden legen und fast wie einen Koffer öffnen um einen Überblick über all meine Habseligkeiten zu erhalten.

A propos Koffer: Unter Backpackern scheint sich der Trend zum Reisen mit Trolley zu etablieren. Das kann gut funktionieren, wenn man weitgehend auf gut geteerten Straßen unterwegs ist. Im Getümmel einer Großstadt und auf unbefestigten Wegen würde ich den Rucksack allerdings immer vorziehen.

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5. Die Kombilösung: Backpack und Daypack

Einige Trekking-Rucksäcke kommen im Paket mit einem kleineren Rucksack, dem sogenannten Daypack, der mit einem Reißverschluss an seinem „großen Bruder“ befestigt werden kann. Vorteil: Der Daypack muss nicht vor dem Körper getragen werden wenn beide Rucksäcke transportiert werden.

Beispiel für einen Kombi-Rucksack ist etwa der Deuter Quantum. Auf meiner Suche habe ich mich schnell gegen die Doppellösung entschieden. Grund: Im Daypack transportiere ich wichtige Dinge, meinen Pass und andere wichtige Papiere, mein iPhone, Geld, und so weiter. Diese Dinge habe ich gerne im Blick. Wenn ich sie nun auf meinem Rücken trage, kann ich nie wissen, ob sich nicht von hinten jemand an meinem Rücken zu schaffen macht. Auch wenn es unbequem ist und komisch aussieht, trage ich meinen Daypack lieber auf der Brust.

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6. So sollte dein Backpack aufgeteilt sein

Ich bin ein großer Freund von Fächern. Sie helfen mir dabei, Ordnung zu halten und wichtige Dinge stets greifbar zu haben. Daher würde ich auch beim Kauf eines Trekking-Rucksacks darauf achten, wie der Rucksack unterteilt ist – kleine Fächer sind dabei genau so wichtig wie große. Ein großes Fach am Boden oder vorne, für Schuhe oder einen Schlafsack, eines am oberen Ende, für Regenjacke oder Erste-Hilfe-Set und Seitenfächer für Dinge, die täglich oder unterwegs schnell gebraucht werden. Also frische Socken, Unterwäsche, Trinkflaschen und ähnliches.

Auch in einem Rucksack ohne Fächer kannst du leicht Ordnung halten: Dafür gibt es kleine, ultraleichte Taschen, sogenannte Packing Cubes, in verschiedenen Farben und Größen die die Suche nach bestimmten Dingen erleichtern.

Darüber hinaus würde ich immer wasser- und luftdichte Kompressionsbeutel mitnehmen – nur für den Fall, dass du einmal nasse oder feuchte Kleidung herumtragen musst. Dafür musst du nicht mal tief in die Tasche greifen: Einfache Ziploc-Beutel reichen völlig aus. Es gibt nichts schlimmeres als den feucht-moderigen Geruch von halbtrockener Wäsche, der sich im Rucksack ausbreitet. Gerade in tropischem Klima ist es wichtig, das im Hinterkopf zu behalten.

Und jetzt: Viel Spaß beim Backpacken!

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen sechs Punkten bei deiner Suche nach dem richtigen Backpack ein wenig weiterhelfen. Falls du noch Fragen oder Anregungen hast, hinterlass mir gerne einen Kommentar unter diesem Artikel!

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Geschrieben von

Bloggerin und Autorin Anna Röttgers Reiseblog Anemina Travels Avatar
... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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