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Pulverschnee und leere Pisten: 7 Gründe für einen Winterurlaub in Kanada

Von den kanadischen Rocky Mountains hast du bestimmt schon mal jemanden schwärmen hören: Kanufahren auf türkisblauen Gewässern, Wandern neben Gletschern, Bären, Elche und Wapitis in freier Wildbahn, die atemberaubende Szenerie der Nationalparks Banff und Jasper. Und du kennst bestimmt diese Bilder von Lake Louise und Maligne Lake, die zu schön aussehen, um nicht nachbearbeitet zu sein. Good news: Die Farbe dieser Gletscherseen ist wirklich so schön. Bad news: Im Winter frieren sie zu und auch der letzte Schimmer Türkis ist unter Eis und Schnee versteckt. Aber gerade letzterer macht dieses Manko für Wintersportler mehr als wett. Es gibt (sogar für Nicht-Skifahrer) einige gute Gründe für einen Winterurlaub in Kanada.

Im Winter wird es so richtig kalt in Kanada. Deutlich kälter als im deutschen Winter. Minus 10 Grad sind in Banff, dem Hauptort des gleichnamigen Nationalparks, Durchschnittstemperatur im Januar. Es kann aber auch bis zu minus 40 Grad kalt werden. Die Kanadier sind das natürlich gewohnt. Und weil die Kälte zwischen den beiden Großstädten Calgary und Edmonton eine sehr trockene ist, ist sie ganz gut auszuhalten. Besonders dann, wenn man sich bewegt. Am besten draußen im Schnee. Zwischen November und April fallen in den Rocky Mountains bis zu 9 Meter davon.

Die kanadischen Rocky Mountains sind nicht nur im Sommer traumhaft. Im Winter verwandeln sie sich in ein echtes Winter-Wunderland. Und alles, was man der kanadischen Wildnis zuschreibt, trifft im Winter noch mehr zu als im Sommer. Denn dann ist es noch einsamer in der Natur und viele touristische Ziele sind kaum bevölkert.

1. Skifahren in den Rockies oder: Der beste Schnee der Welt

Dass Schnee nicht gleich Schnee ist, kann man vielleicht erst verstehen, wenn man es einmal erlebt hat. Die Frage, warum man in Kanada Winterurlaub machen sollte, wenn die Alpen doch gleich um die Ecke sind, ist aber mit dem Schnee am besten beantwortet. Denn der Schnee in den Rocky Mountains ist der beste Schnee der Welt. Nicht umsonst zieht es Wintersport-Profis nach Nordamerika.

Was macht den Schnee also aus? Er ist viel trockener. Fluffiger. Pulveriger. Die Kanadier bezeichnen ihn als Champagne Powder – also als Schnee, der sich anfühlt wie die Kohlensäure im Sekt. Andere sagen, er sei wie der Milchschaum eines besonders guten Cappuccino.

So weit die poetische Erklärung. Die wissenschaftlichere lautet, dass das Wetter der Rocky Mountains sich an der kanadischen Westküste zusammen braut. Bis die Wolken vom Ozean an der massiven Bergkette der Rockies angekommen sind, haben sie schon den Großteil ihrer Feuchtigkeit an anderen Berghängen abgegeben.

Wer in den Alpen schon einmal bei sehr trockener Witterung mit Ski oder Snowboard über frischen Neuschnee gefahren ist, kann sich in etwa vorstellen, wie der Schnee der Rocky Mountains beschaffen ist. Mit der Ausnahme, dass diese Beschaffenheit dort keine Ausnahme ist. Auch präparierte Pisten fühlen sich deshalb viel weicher an.

2. Leere Pisten und kurze Wartezeiten

Weil einige von Kanadas schönsten Skigebieten in den Nationalparks Banff und Jasper liegen, sind die Skipässe in diesen Gebieten limitiert. Die Besucheranzahl ist begrenzt. Das ist mit ein Grund dafür, dass die großen, sehr breiten Pisten nie überfüllt sind und man selbst an Wochenenden oder in den kanadischen Ferien selten überhaupt am Lift warten muss.

Snowboarden mit Blick auf den zugeschneiten Lake Louise (hinten rechts im Bild zu sehen).

3. Nicht alles, was Piste ist, ist präpariert

Prinzipiell gilt in Kanada: Alle Abfahrten, die vom Lift aus zu erreichen sind, sind offiziell auch zum Skifahren freigegeben. Es gibt zahllose Buckelpisten und gänzlich unpräparierte Pisten. Das Fahren ist am ganzen Berg erlaubt. Das schätzen nicht nur Freerider, sondern auch Skitourengeher.

Auch mehrtägige Backcountry-Ausflüge und Heli-Skiing sind bei Skifahrern und Snowboardern sehr beliebt. Denn sie führen in den Teil der kanadischen Wildnis, der sich noch wie echte Wildnis anfühlt, weil oft keine Spuren von anderen Menschen oder von Zivilisation zu sehen sind.

4. Die Bären sind im Winterschlaf

Für Wildtierbeobachter ist es schade, für Freerider aber sehr beruhigend: Die Grizzlies und Schwarzbären, die in Kanadas Rocky Mountains leben, sind während der Wintermonate im Winterschlaf. Unvorhergesehene Bärenbegegnungen sind also unwahrscheinlicher als im Sommer (und schon da sind sie, wenn man auf Wanderungen ein paar grundlegende Dinge beachtet, sehr unwahrscheinlich).

5. Icefields Parkway

Der Icefields Parkway, also die Hauptverbindungsstraße zwischen den Nationalparks Banff und Jasper gilt als eine der schönsten Routen der Welt. Im Sommer ist er oft so überlaufen, dass alle Wanderparkplätze entlang der Straße voll sind. Schade!

Im Winter ist der Icefields Parkway schön leer. Die Aussichten sind trotzdem grandios.
Auch das Eisfeld des Athabasca-Gletschers besuchen nur wenige Touristen. Es ist einige der Hauptattraktionen des Icefield Parkway. Im Winter kommt man zwar nicht hin, hat aber eine ungehinderte Aussicht auf den Gletscher.

Im Winter zeigt der Highway, der an mächtigen Berggipfeln, Wanderwegen und zahlreichen Gletschern vorbei führt, ein ganz anderes Gesicht. Das strahlende Türkis der Flüsse und Seen wird dann ersetzt durch die zahlreichen Blauschattierungen von Eis und Schnee. Wer mit dem eigenen Mietwagen unterwegs ist, sollte auf die passende Ausrüstung achten und sich über eventuelle Straßensperrungen informieren. Denn der Icefields Parkway ist zwar durchgängig offen, kann aber für kurze Zeitabschnitte zum Beispiel für Lawinensprengungen gesperrt werden.

6. Eis, Eis, Baby!

Wann bist du zum letzten Mal über einen zugefrorenen See gelaufen oder gar mit Schlittschuhe darauf gefahren? Im kanadischen Winter ist das gar kein Problem. Denn die Seen und zum Teil auch die Flüsse frieren schon zu Beginn des Winters so dick zu, dass es vielerorts problemlos möglich ist, sogar mit dem Auto oder mit Jetski übers Eis zu fahren.

Die Kanadier nutzen ihre Wasserflächen dann zum Schlittschuhlaufen, Eishockey spielen oder Eisklettern. Denn nicht nur die Seen frieren zuverlässig zu – auch die Wasserfälle erstarren im Winter. Dann werden auch die Canyons, durch die im Sommer wildes Wasser rauscht, zu stillen, magischen Eisschlössern.

Warum ich da im Maligne Canyon in einer Felswand sitze? Weil ich es kann.

7. Après-Ski? Fehlanzeige!

Beim Après-Ski scheiden sich die Geister. Für die einen gehört er halt zum Skiurlaub, die anderen möchten der Feierei lieber entfliehen um am nächsten Morgen früh, fit und nüchtern wieder auf der Piste zu stehen. Après-Ski wie in Österreich ist in Kanada unbekannt. Nach einem Tag auf der Piste trinkt man zwar auch hier gerne noch ein Bier oder einen Glühwein. Doch dabei bleibt es in den meisten Skigebieten auch.

Wer nach dem Skifahren oder Snowboarden Lust auf feiern hat, kann in Banff in den Pub gehen. Ansonsten wirkt auch das kleine Städtchen im Winter eher gemütlich verschlafen. Im Sommer sieht das ganz anders aus.

Hast du Lust auf einen Winterurlaub in Kanada bekommen? Möchtest du dir selbst ein Bild von den zugefrorenen Seen und vom weißen Pulverschnee der Rocky Mountains machen? Dann nichts wie rauf auf die Piste! Oder auf die Kufen. Oder in den Canyon, in die heißen Quellen der Banff Upper Hot Springs, oder vielleicht sogar ins NHL-Eishockeystadion? Der kanadische Winter hat wirklich eine Menge zu bieten.

Buchen kannst du deinen Winterurlaub in Kanada entweder natürlich komplett individuell oder aber bei einem Reiseveranstalter wie zum Beispiel Stumböck, der auf Skireisen spezialisiert ist und mit dem auch ich unterwegs war. Das ist nicht nur angenehm, weil du dich um nichts kümmern musst und so mehr Zeit auf der Piste verbringen kannst. Es kann sogar deutlich günstiger werden als eine individuell geplante Reise.

Warum das so ist und was ein Winterurlaub in Kanada überhaupt kostet, schlüssele ich in den kommenden Wochen in einem weiteren Artikel ganz genau auf. Außerdem werde ich vier besonders schöne Skigebiete etwas näher vorstellen. Oh, Spoiler: Bin auch dabei, eine Ode an den Pulverschnee zu schreiben. Kommt alles bald.

Bis dahin kannst du dir ja schon einmal diesen Artikel anschauen, um eine grobe Vorstellung von den Kosten zu bekommen: Das kostet der Urlaub in Kanada und den USA.

Weitere Infos zur Reiseplanung findest du übrigens auch auf der Homepage von Travel Alberta. Infos zu Skireisen nach Kanada gibt es außerdem bei Stumböck Reisen.

Wapitis machen keinen Winterschlaf – anders als die Bären. Wildsichtungen sind auch im Winter nichts Ungewöhnliches.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise (März 2019) entstanden. Vielen Dank für die Einladung zur Skisafari an Travel Alberta und Stumböck Reisen! Meine Meinung über Champagne Powder, Après-Ski und Co. ist von der Einladung nicht beeinflusst.

Geschrieben von

Bloggerin und Autorin Anna Röttgers Reiseblog Anemina Travels Avatar
... spielt am liebsten draußen. Sie würde einen spontanen Roadtrip immer einem Tag am Pool vorziehen, liebt das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und ist der wohl einzige Mensch auf der Welt, der sich vor Schokolade ekelt.

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